Adliswil

Gewerbegebiet mit Konfliktpotenzial

Der Stadtrat will das Gewerbegebiet im Sood teilweise an die Autobahn A3 nahe der Kilchberger Grenze umsiedeln. Dies zum Ärger von Kilchberg.

Das Gebiet Lätten soll zum Gewerbegebiet werden. Das stört Anwohner auf dem Gemeindegebiet von Kilchberg (linker Bildrand)

Das Gebiet Lätten soll zum Gewerbegebiet werden. Das stört Anwohner auf dem Gemeindegebiet von Kilchberg (linker Bildrand) Bild: Manuela Matt

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Rund um den Bahnhof Sood-Oberleimbach soll ein Sub-Zentrum entstehen – das ist der langfristige Plan des Adliswiler Stadtrats. Damit ein solches Vorhaben Realität wird, braucht es eine neue Lösung für diesen Teil des Arbeitsplatzgebietes, der momentan unter anderem zwischen dem Bahnhof Sood-Oberleimbach und dem Zentrum entlang der Sihltalstrasse angesiedelt ist. «Für die Umsiedlung eignet sich das Gebiet Lätten, östlich der Autobahn A3», sagt der zuständige Stadtrat Felix Keller (parteilos). Es ist die letzte grosse und zusammenhängende Fläche in der Reservezone von Adliswil.

Eine Machbarkeitsstudie für den überbaubaren Teilbereich des Gebietes Lätten direkt beim Autobahnanschluss der A3 wurde bereits erarbeitet. Nun geht es darum, zusammen mit den Grundeigentümern einen Masterplan zu entwickeln. Involviert in das Planungsverfahren sind neben den privaten Grundeigentümern auch mögliche Investoren, Anwohner, die Gemeinde Kilchberg sowie die Stadt und der Kanton Zürich.

Ein Team von Fachleuten wird die Möglichkeiten der rund 10 Hektar grossen Fläche aufzeigen, welche in mehreren Workshops mit den involvierten Parteien diskutiert werden sollen. Gleichzeitig können diese so auch ihre Anliegen und Interessen einfliessen lassen. «Wir wollen jetzt bereits alle Interessen so gut als möglich berücksichtigen, so dass wir schliesslich eine Gesamtschau über das Gebiet erhalten», sagt Felix Keller. Das Ergebnis soll in rund einem Jahr vorliegen. Keller: «So kann die Stadt Adliswil auch ohne Landbesitz die Spielregeln vorgeben». Der Masterplan werde schliesslich auch als Grundlage für die Einzonung dienen.

Schritte gegen das Projekt

Momentan ist die Autobahn A3 die grösste Lärmquelle im Gebiet Lätten. Und obwohl die Stadt Adliswil plant, auch lärmintensives Gewerbe vom Sood in das neue Gebiet umzusiedeln, soll der Lärmpegel durch die Umnutzung gesenkt werden. «Angedacht ist, dass ein baulicher Riegel, in dem das Gewerbe platziert wird, zwischen der Autobahn und dem Wohngebiet zu stehen kommt», sagt Thomas Vonrufs, Ressortleiter Bau und Planung der Stadt Adliswil.

Dieser diene dann quasi als Lärmschutz. «So wird es auch die Möglichkeit geben, auf dem Gebiet Platz für Dienstleistungs- und Versorgungsbetriebe zu schaffen und zusätzlichen Wohnraum zu realisieren». Aufgrund der Lärmimmissionen wäre dies momentan nicht realisierbar. Die Schrebergärten des Familiengartenvereins Zürich-Süd-Moos müssten ebenfalls innerhalb der Parzellen umplatziert werden.

Um dieses Gebiet östlich der Autobahn A3 geht es.

Die Erschliessung des Gebiets soll über den Zwängiweg erfolgen, der vom Autobahnzubringer östlich unter anderem in die Gemeinde Kilchberg führt. «Mit der teilweisen Umsiedlung des Arbeitsplatzgebietes wird auch das Adliswiler Zentrum entlastet», sagt Felix Keller. Die Lastwagen der Betriebe könnten künftig direkt nach der Autobahn ins Gewerbegebiet einbiegen und müssten nicht mehr durch die Gemeinde fahren.

An der geplanten Umsiedlung wird aber auch Kritik laut. Vor allem von Kilchberger Seite. Diese fürchten durch die Ansiedlung des Gewerbes zusätzlichem Lärm ausgesetzt zu sein. Zudem verschwindet dadurch teilweise die grüne Wiese vor der Haustür. «Wir unterstützten das Projekt überhaupt nicht», sagt der Kilchberger Gemeindepräsident Martin Berger (Ohne Partei).

Die Gemeinde sei an diesem Projekt nur als Beobachter beteiligt und überlege sich zu einem späteren Zeitpunkt auch weitere Schritte gegen das Vorhaben zu unternehmen. Dafür müsse das Projekt aber zuerst konkreter werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.04.2019, 16:28 Uhr

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