Horgen

Gestaltungsplan Ebnet wird zum Zankapfel

Die Horgner Gemeindever­sammlung stimmt über den privaten Gestaltungs­plan für eine Über­bauung im Ebnet ab. Kritik wurde vor allem wegen der baulichen Dichte laut. Ein Stimmrechtsrekurs wurde eingereicht.

Auf der Obstwiese im Horgner Ebnet sollen sieben Wohngebäude errichtet werden. Der private Gestaltungsplan ruft Kritiker auf den Plan.

Auf der Obstwiese im Horgner Ebnet sollen sieben Wohngebäude errichtet werden. Der private Gestaltungsplan ruft Kritiker auf den Plan. Bild: Steve Springer

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Ein paar Obstbäume und eine ­alte Scheune zieren die Wiese zwischen Kummrütistrasse und Ebnet­strasse in Horgen. Auf dem Grundstück neben der Firma­ Feller AG soll schon bald eine Wohnüberbauung entstehen. Da das Bauprojekt jedoch nicht zonenkonform ist, muss ein Gestaltungsplan erlassen werden, der eine Überbauung ermöglicht. Die privaten Eigentümer haben in Absprache mit der Gemeinde den privaten Gestaltungsplan Ebnet ausgearbeitet.

«Weisung ist irreführend»

Geplant sind auf der rund 17 500 Quadratmeter grossen Fläche sie­ben Gebäude mit rund 70 Wohneinheiten. Die Gebäude folgen­ dem Hangverlauf und werden in der Höhe abgestuft in den Hügel gebaut. Zudem sieht der private Gestaltungsplan ein Baufeld für einen Kindergarten mit Spielplatz sowie die Bepflanzung des Grundstücks mit mehreren Bäumen vor. Während der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans gingen 25 Stellungnahmen ein. Der grösste Kritikpunkt war die bauliche Dichte, die gegen den übergeordneten Richtplan verstosse. Die Horgner müssen am 13. Dezember an der Gemeindeversammlung über den Gestaltungsplan entscheiden.

Dieser wurde im Vorfeld vom Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich sowie von der Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ) geprüft. Beide hielten fest, dass die Anzahl Geschosse­ sowie die Länge der Gebäude von den Vorgaben des regionalen Richtplans abweichen. Gemäss diesem liegt die maxi­male Anzahl von Geschossen auf dem Ebnet-Areal bei zwei Etagen. Ein Richtwert für die Beschrän­kung der Gebäude­länge liegt bei 25 Metern. Der Gestaltungsplan sah jedoch dreigeschossige Gebäude mit einer Länge von teilweise über 45 Metern vor.

Die ZPZ hielt Mitte Juni fest, dass dank Abstufung der Gebäudeanreihung im Hang und den gepflanzten Obstbäumen eine «gute landwirtschaftliche Eingliederung» besteht. Die ZPZ unterstützte den Gestaltungsplan. Der Kanton wies im Bericht zur Vorprüfung jedoch dar­auf hin, dass «ohne eine entsprechende Bereinigung im Gestaltungsplan keine Genehmigung in Aussicht gestellt werden kann». Denn falls die Gemeindeversammlung den privaten Gestaltungsplan annimmt, müsste die Baudirektion des Kantons diesen ebenfalls genehmigen.

Die Verfasser des Gestaltungsplans haben mehrere Anpassungen vorgenommen. Unter anderem zu oberirdischen Park- und Ab­stellplätzen. In der Weisung zur Gemeindeversammlung schreibt der Gemeinderat denn auch: «Der kantonale Vorprüfungsbericht enthält mehrere An­träge, die durch die Gestaltungsplanverfasser übernommen wurden. Der private Gestaltungsplan ist somit genehmigungsfähig.» An diesem Satz stört sich Anwohner und FDP-Poli­tiker Kaspar Huggenberg. «Diese Aussage ist nicht ehrlich.» Der Kanton hat damals bei der Vorprüfung empfohlen, den Gestaltungsplan zu einer zweiten kantonalen Vorprüfung einzureichen. Wie der Kanton bestätigt, ist dies aber nicht passiert. «Die Aus­sage in der Weisung ist daher irreführend», sagt Huggenberg.

«Bedenken ausgeräumt»

Gemeinderat und Hochbauvorsteher ­Beat ­Nüesch (FDP) widerspricht: «Wir haben Ende August die Bestätigung der kantonalen Baudirektion erhalten, dass die Bedenken bezüglich der bau­lichen Dichte ausgeräumt sind.» Die Gebäude sind zwar noch immer­ dreistöckig, jedoch entspreche die Höhe der Bau- und Zonen­ordnung (BZO). Die Gebäude seien maximal 14 Meter hoch, die BZO, welche 14,5 Meter als Maximalhöhe bezeichnet, damit­ eingehalten. Der Gestaltungsplan sei also durchaus ge­nehmigungs­fähig.

Dennoch haben am Mittwoch drei Rekurrenten beim Bezirksrat Horgen eine Stimmrechts­­beschwerde gegen die kom­mende Gemeindeversammlung be­treffend Gestaltungsplan Ebnet­ eingereicht. Nach Informationen der ZSZ wird darin eine mangelhafte Information seitens des Gemeinde­rats kritisiert. Dieser will sich momentan noch nicht äus­sern. Eine aufschie­bende Wirkung hat der Rekurs nicht. Die Gemeindeversammlung dürfte wie geplant stattfinden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.11.2018, 07:58 Uhr

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