Kilchberg

Gericht lehnt Rekurs gegen Neugestaltung des Zentrums ab

Ein Grundeigentümer wehrte sich vor Baurekursgericht vergeblich gegen den Gestaltungsplan für eine Begegnungszone und einen Coop-Neubau beim Bahnhof.

Der Strassenraum zwischen Gleis und Trottoir soll zur Begegnungszone werden und das braune Gebäude am Arealende einem Coop-Neubau weichen.

Der Strassenraum zwischen Gleis und Trottoir soll zur Begegnungszone werden und das braune Gebäude am Arealende einem Coop-Neubau weichen. Bild: Patrick Gutenberg

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Seit der Gemeindeversammlung und der Urnenabstimmung im Herbst vor einem Jahr war es in Kilchberg eigentlich ruhig geworden um den Gestaltungsplan Bahnhofstrasse. Dieser bildet die planungsrechtliche Grundlage, damit die Strasse zur Begegnungszone mit Parkplätzen umgebaut werden und darunter eine Tiefgarage entstehen kann. Hinzu kommt ein Neubau mit Coop-Filiale und Wohnungen.

Gemeinde und Coop mussten ihre Projekte letzten Sommer allerdings auf Eis legen. Der Grund: Gegen den Gestaltungsplan wurde im Juni Rekurs eingereicht. Am Donnerstag nun hat das Baurekursgericht sein Urteil veröffentlicht. Es ist vernichtend. Die Richter haben die Einwände und Forderungen des Rekurrenten allesamt abgewiesen. «Wir sind sehr froh über dieses klare Urteil», sagt Kilchbergs Bauvorstand Christian Benz (GLP).

Parkplätze sollen weg

Aus dem Urteil geht hervor, dass es sich beim Rekurrenten um den Eigentümer des Mehrfamilienhauses handelt, das nördlich des Wendeplatzes, am Ende der Bahnhofstrasse, liegt (siehe Plan). Dieser Platz wird mit Umsetzung der Tiefgarage künftig häufiger genutzt werden. Denn die geplante Verkehrsführung sieht vor, dass Autofahrer auf dem Platz wenden, am Bahnhofgebäude wieder vorbeifahren und erst dann in die Garageneinfahrt steuern.

Dieses Verkehrsregime sei abzuändern, sodass auf dem Wendeplatz kein Mehrverkehr entstehe, forderte der Rekurrent. Auch sollen die oberirdischen Parkplätze im Bereich der Begegnungszone gänzlich aufgehoben werden. Die Richter widersprechen: An einem Bahnhof bestehe ein gewisser Bedarf an oberirdischen Parkplätzen. Auch sei die Zufahrt zur Tiefgarage, den Umständen entsprechend, sinnvoll gestaltet.

Kritik äusserte der Hauseigentümer auch an der Umgestaltung der Bahnhofstrasse, die einer «Begegnungszone an diesem Ort nicht im Geringsten gerecht» werde. Viel eher sei sie Verkehrs- und Parkierungsfläche. Ein Argument, das auch im Abstimmungskampf immer wieder genannt wurde. Das Gericht aber betont, dass auch in solchen Tempo-20-Zonen Verkehrsflächen erlaubt sind. Ausserdem entstünden «grosszügige Freiräume». Dies durch die Reduktion der oberirdischen Abstellplätze um rund ein Drittel.

«Das gibt uns Sicherheit»

Ebenfalls nicht gutgeheissen haben die Richter einen Vorwurf bezüglich zunehmendem Verkehrslärm. Diesem sei in der Planung zu wenig Rechnung getragen worden, so der Rekurrent. Der durchschnittliche tägliche Verkehr auf dem Wendeplatz wird sich gemäss Schätzung auf 800 Fahrten verdoppeln. Gestützt auf ein Gutachten hält das Gericht jedoch fest, dass es beim Gebäude des Rekurrenten «zu kaum wahrnehmbarem Mehrlärm» kommen wird.

Für Gemeinderat Christian Benz ist klar: «Dass wir in allen Punkten recht erhalten haben, gibt uns die Sicherheit, dass wir mit dem Gestaltungsplan auf dem richtigen Weg sind.» Das Urteil sei ein weiterer kleiner Schritt bis zur Neugestaltung des Zentrums. Trotz klarem Verdikt ist der Gestaltungsplan Bahnhofstrasse für die Gemeinde und Coop aber noch immer nicht in trockenen Tüchern. Denn der Rekurrent hat bis Anfang Januar Zeit, den Entscheid des Baurekursgerichts anzufechten. Ob er dies tun wird, ist ungewiss. Er war am Donnerstag für die Redaktion nicht erreichbar.

Fest steht: Sobald das Urteil rechtskräftig ist, wird die Gemeinde mit Vertretern der Kilchberger Parteien sowie der IG Bahnhofstrasse einen runden Tisch durchführen. An diesem sollen Details zur Gestaltung der Begegnungszone erarbeitet werden.





Erstellt: 12.12.2019, 18:51 Uhr

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