Wädenswil

Gericht lehnt Rekurs gegen Antenne auf Alterssiedlung ab

Anwohner versuchten den Bau einer Antenne auf der Wädenswiler Alterssiedlung Bin Rääbe mit einem Rekurs zu verhindern. Das Baurekursgericht hat die Einwendung abgelehnt.

Der Bau von Handyantennen sind in der Bevölkerung seit jeher ein Stein des Anstosses.

Der Bau von Handyantennen sind in der Bevölkerung seit jeher ein Stein des Anstosses. Bild: Symbolbild/Keystone

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Viereinhalb Meter hoch wird die Antenne auf dem Dach der Alterssiedlung «Bin Rääbe» in Wädenswil. Hinzu kommt ein Blitzableiter von nochmals einem Meter. An der Grösse der Mobilfunkantenne sowie deren Strahlung störten sich mehrere Wädenswiler. Sie schlossen sich zur Interessengemeinschaft (IG) «Nein zur Mobilfunkantenne bin Rääbe» zusammen und übergaben dem Stadtrat im letzten November eine Petition mit rund 300 Unterschriften.

Auch auf rechtlichem Weg versuchten 15 Anwohner Sunrise am Bau der Antenne zu hindern und reichten einen gemeinsamen Rekurs beim Baurekursgericht ein. Dieses hat die Einwendung nun abgewiesen, Sunrise kann mit dem Bau der Antenne beginnen.

Bemängelt hat die IG unter anderem, dass die nationalen Grenzwerte für Strahlenbelastung nur knapp eingehalten würden und keine Rücksicht auf besonders sensible Bevölkerungsgruppen genommen werde. «Die Bewohner der Alterswohnungen werden durch die neue Antenne besonders belastet, weil sie meistens den ganzen Tag zu Hause sind», sagte IG-Sprecher Florin Bircher bei der damaligen Petitionsübergabe. Von diesem Argument lässt die IG nach wie vor nicht ab, wie ihrer Medienmitteilung vom Freitag zu entnehmen ist.

Noch keine 5G-Antenne

Die gesetzlichen Auflagen würden von der Anlage eingehalten werden. Auf dieses Argument stützt sich nicht nur der Stadtrat, sondern auch das Baurekursgericht. «Entspricht ein Projekt den öffentlich-rechtlichen Vorschriften, hat die Bauherrschaft Anspruch auf Erteilung der Baubewilligung», heisst es im Urteil, das dieser Zeitung vorliegt.

Der Stadtrat reagierte auf die Vorwürfe bereits im Februar in seiner Antwort auf eine Interpellation von Gemeinderat Pierre Rappazzo (GLP), der die Antenne ebenfalls zu bekämpfen versuchte. Den Bewohnern der Alterssiedlung sei der Typ der neuen Antenne erläutert und dabei aufgezeigt worden, dass Bedenken gegen die Anlage abgelegt werden könnten, schrieb der Stadtrat. «Es ist von keiner sehr hohen Strahlenbelastung auszugehen.»

«Es ist von keiner sehr hohen Strahlenbelastung auszugehen.»Aus der Interpellation

Sunrise ergänzt auf Anfrage: «Bei der Bestimmung der Grenzwerte hat der Bundesrat dem Schutzbedürfnis von Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit wie Kindern, Schwangeren und Kranken Rechnung getragen, so dass diese jederzeit geschützt sind.»

Die Antenne unterstützt die Technologien 3G und 4G – die neuste und umstrittene Mobilfunkgeneration 5G hingegen noch nicht. Diese könnte dereinst noch hinzukommen, würde jedoch ein neues Baubewilligungsverfahren bedingen.

IG zieht Urteil nicht weiter

Die Antenne wird errichtet, weil jene auf dem Gebäude an der Seestrasse 100 im Zuge eines Umbaus des Hauses abgerissen wird. «Die aktuelle Situation zeigt bereits heute, vor dem Abbau der Anlage an der Seestrasse, eine Unterversorgung in den Gebieten Rothus, Spital, Meierhof und im Bereich der Forschungsanstalt», schrieb der Stadtrat im Februar. Mit der Antenne auf der Alterssiedlung Bin Rääbe könne das Gebiet ausgedehnt und besser versorgt werden als bisher. Der Vertrag, den die Stadt Wädenswil mit Sunrise hat, läuft bis Ende Juni 2027. Die Stadt erhält von der Mobilfunkbetreiberin jährlich 7000 Franken.

Einen Termin für den Baustart kann Sunrise noch nicht bekannt geben, da die Rekurrenten das Urteil des Baurekursgerichts noch weiterziehen könnten. «Dies ergibt aufgrund der Sachlage im vorliegenden Fall jedoch keinen Sinn», schreibt die IG.

Erstellt: 16.08.2019, 17:31 Uhr

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