Zum Hauptinhalt springen

Geplanter Gewerbepark soll weitere Hürde nehmen

Der Gemeinderat bespricht an seiner Sitzung am Montag den Öffentlichen Gestaltungsplan Werkstadt Zürisee. Die Parteien stehen hinter dem geplanten Gewerbepark.

Auf dem Areal Rütihof in Wädenswil soll ein grosser Gewerbepark entstehen.
Auf dem Areal Rütihof in Wädenswil soll ein grosser Gewerbepark entstehen.
Archiv Sabine Rock

Die Stadt Wädenswil will das 40 000 Quadratmeter grosse Areal Rütihof zum Gewerbepark Werkstadt Zürisee entwickeln. Im Gebiet in der Nähe der Autobahn sollen Gewerbe-, Handels- sowie Dienstleistungsbetriebe Land kaufen und ein Gebäude errichten werden. Die Bauweise soll dicht sein, jedoch ortsbaulich verträglich. Entlang der Strasse sind höhere Bauten möglich als in Waldnähe, die Maximalhöhe beträgt 24,5 Meter.

Der öffentliche Gestaltungsplan, den die Stadt vor einem halben Jahr präsentiert hat, wird nun am Montag im Gemeinderat beraten – und kommt bei den Parteien gut an, wie sich aus den Fraktionsberichten zeigt. Der Grundtenor ist einhellig: Nach divesen Wegzügen von Gewerbe sei dies ein weiterer wichtiger Schritt, Gewerbe in Wädenswil zu halten oder allenfalls wieder neues Gewerbe in Wädenswil anzusiedeln, schreibt etwa die FDP.

Kritik hat das Projekt in den letzten Monaten seitens der Parteien immer wieder von der GLP erfahren. Sie verweist auf verpasste Chancen für modernere Bauformen, zusätzlichen Gegenwind durch einen weiteren geplanten Gewerbepark auf dem BASF-Areal oder die Frage der Finanzierbarkeit. Doch selbst die GLP wird dem Gestaltungsplan mehrheitlich zustimmen, wie es in ihrem Fraktionsbericht heisst.

Umstrittener Wärmeverbund

Abgestimmt wird auch über zwei Zusatzanträge der Raumplanungskommission. Einerseits sollen bei der Berechnung des Parkplatzbedarfs Doppelnutzungen von Parkplätzen berücksichtigt und diese wo immer möglich ausgeschöpft werden. FDP, SVP, SP und CVP haben bereits erklärt, dass sie dem Antrag zustimmen. Das BFPW bittet den Stadtrat, bei der Ausgestaltung der Parkplätze auf die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden Rücksicht zu nehmen: «Diese wollen dort arbeiten und nicht die bestimmenden Stadtvertreter.»

Andererseits will die Raumplanungskommission zwingend einen Wärmeverbund zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser vorschreiben. Eine Idee, die bei FDP, SVP und CVP schlecht ankommt. Bei einem zwingenden Wärmeverbund habe der Stadtrat gegenüber den Betreibern bei den Verhandlungen eine schlechte Stelllung, «der Preis kann in die Höhe getrieben werden», schreibt die CVP. Für einen ökologischen Wärmeverbund setzen sich die SP, die Grünen und die GLP ein. Da die Wärmeverbundlösung deutlich günstiger sei als individuelle Lösungen, werde es «für einen gewieften Auftraggeber, für den sich die Stadt ja hält, kein Problem sein, die Anbieter gegeneinander auszuspielen», findet die GLP. Einen Schritt weiter gehen die Grünen, sie wollen den Wärmeverbund notfalls mit einem Volksentscheid durchsetzen.

Weiterhin Geld für Grow

Unbestritten dürfte der Betriebsbeitrag an die Stiftung Grow sein. Alle Fraktionen sprechen sich dafür aus. Die Stiftung der Gründerorganisation Wädenswil bezweckt die Förderung und Ansiedlung von Jungunternehmen in der Region. Es werden selektiv Firmen unterstützt, die für die Entwicklung der Region interessant sind. Der Stadtrat beantragt einen Rahmenkredit von 150 000 Franken, verteilt auf drei Jahre. Bereits seit 2010 erhält Grow Beiträge, zunächst 80 000 Franken, später 60 000 Franken jährlich. Junge Start Ups verfügten oft über zu wenig Startkapital, um eine Firma zu gründen. Nicht nur für Wädenswil, auch für die Schweiz seien sie jedoch sehr wichtig, schreibt die SP. Die FDP verweist auf die Positionierung der Stadt als Hochschulstandort. Von der Hochschule Wädenswil würden direkt und indirekt viele Arbeitsplätze abhängen, weshalb ein Entzug der Unterstützung von Grow riskant wäre.

Kritische Töne sind gleichwohl zu vernehmen. Die SVP befürwortet das Kreditbegehren zwar mehrheitlich. In Anbetracht des Spardrucks stelle sich gleichwohl die Frage, ob diese Unternehmensförderung tatsächlich zu den Kernaufgaben der öffentlichen Hand zähle. Das BFPW hätte gerne gesehen, wenn man den jährlichen Beitrag auf 40 000 Franken reduziert hätte.

Auf der Traktandenliste stehen ferner diverse Ersatzwahlen, Einbürgerungen sowie die Beantwortung und Begründung parlamentarischer Vorstösse.

Montag, 18. Januar, 19 Uhr, Sitzungssaal Untermosen, Gulmenstrasse 4, Wädenswil. Die Berichte der Fraktionen sind auf den Internetseiten der Parteien einzusehen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch