Schönenberg

Doch noch genügend Kandidaten für den Gemeinderat Schönenberg

Die Wahlvorschläge für die Schönenberger Behörden stehen: Es zeichnet sich ab, dass im Gemeinderat ruhigere Zeiten anbrechen als nach den letzten Wahlen.

Sechs Personen kandidieren in Schönenberg für den Gemeinderat. Sie werden wegen des Zusammenschlusses mit Wädenswil voraussichtlich nur für ein halbes Jahr gewählt.

Sechs Personen kandidieren in Schönenberg für den Gemeinderat. Sie werden wegen des Zusammenschlusses mit Wädenswil voraussichtlich nur für ein halbes Jahr gewählt. Bild: Archiv Patrick Gutenberg

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Die zweite Frist, in der sich Kandidaten zur Wahl in eine Schönenberger Behörde aufstellen lassen konnten, ist am Montag verstrichen. Für den Gemeinderat ist in dieser Zeit der sechste und letzte Wahlvorschlag eingetroffen. Neu kandidiert Michael Böniger. Er arbeitet als Kadermitarbeiter bei einer Bank, ist 41-jährig und parteilos. Mit ihm kandidieren so viele Personen für den Gemeinderat, wie Sitze zu vergeben sind.

Michael Böniger sagt, er möchte einen konstruktiven Beitrag leisten. Der von der Bevölkerung beschlossene Zusammenschluss mit Wädenswil und Hütten soll jetzt gut über die Bühne gebracht werden. Er stehe zur Fusion, ihm seien aber auch die Vorbehalte der Kritiker bewusst. «Ich bin motiviert, der Gemeinde, die schön ist und in der er mit meiner Familie gerne lebe, etwas zurückzugeben», sagt er. Michael Böniger war bisher politisch nicht aktiv. Er ist parteilos, wurde bei der Kandidatur von der FDP unterstützt, wie er sagt.

Interessant an den Schönenberger Wahlvorschlägen ist nicht nur, wer antritt, sondern auch, wer von den Bisherigen nicht wieder kandidiert. Dies, weil nach den letzten Erneuerungswahlen im Jahr 2014 der Gemeinderat in zwei zerstrittene Lager gespalten war: Auf der einen Seite standen jene, die einer Fusion offen gegenüberstanden, auf der anderen Seite die Kritiker, die bis zum Tode von Gemeinderat Georg Müller (SVP) die Mehrheit stellten. Mit der Ersatzwahl von Willi Schilling (FDP) kippten dann die Mehrheitsverhältnisse.

Felix Meier kandidiert nicht

Von den verbliebenen Fusions-Kritikern kandidiert nun einzig Renata Götschi (parteilos) wieder. Felix Meier (parteilos) und Kurt Locher (SVP) treten hingegen nicht mehr an. Bei dieser Ausgangslage stehen dem Gremium wohl ruhigere Zeiten bevor als nach den letzten Wahlen.

Willi Schilling (FDP) ist der einzige Kandidat für das Gemeindepräsidium. Für den Gemeinderat kandidieren drei Bisherige erneut: Nebst Willi Schilling und Renata Götschi auch Ulrich Bauer (FDP). Die neu antretenden Antoine Schuler (FDP) und Paul Chautems (parteilos) haben ihre Kandidatur bereits in der ersten Frist eingereicht.

Den siebten Sitz belegt von Amtes wegen der oder die Präsidentin der Schulpflege. Einzige Kandidatin dafür ist die bisherige Schulpräsidentin Brigitte Käser Hägin (parteilos). Mit ihr treten auch die anderen vier Mitglieder der Schulpflege zu den Erneuerungswahlen an.

Fehlender RPK-Kandidat

Im Gegensatz zum Gemeinderat und der Primarschulpflege interessieren sich für die Wahlen in die Rechnungsprüfungskommission (RPK) nicht genügend Kandidaten. Für die fünf Sitze sind lediglich vier Vorschläge eingegangen. Es sind dies die bisherigen Mitglieder Thomas Truog (Präsident, FDP), Michael Müller und Monika Pfister (beide parteilos) und Christopher Tattersal (SVP).

Für die Erneuerungswahlen werden in Schönenberg gemäss der Gemeindeordnung gedruckte Wahlvorschläge angewendet. Das bedeutet, dass die Personen, die sich auf die Wahlausschreibung gemeldet haben, in alphabetischer Reihenfolge auf den Wahlzetteln aufgeführt werden. Somit ist eine Wahl wahrscheinlich.

Die Schönenberger Behörden werden voraussichtlich nur für ein halbes Jahr gewählt. Denn es ist vorgesehen, dass Schönenberg und Hütten Ende 2018 in Wädenswil eingemeindet werden. Der Zusammenschluss war ursprünglich auf Ende 2017 geplant, nachdem die Stimmberechtigten aller drei Gemeinden die Fusion an der Urne angenommen hatten.

Vier Schönenberger Stimmberechtigte, unter ihnen der noch amtierende Gemeinderat Felix Meier, haben eine Gemeindebeschwerde eingereicht und den Zusammenschluss damit verzögert. Das Bezirksgericht erteilte ihnen zwar eine Abfuhr. Die Beschwerdeführer zogen den Rechtsstreit aber weiter. Er ist jetzt beim Verwaltungsgericht hängig.

Erstellt: 17.01.2018, 14:49 Uhr

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