Rüschlikon

Gemeinderat will Zügel bei Grossprojekt in der Hand behalten

Im Zentrum Rüschlikons sollen sechs neue Häuser entstehen. Der Gemeinderat will, dass die Gemeinde die Hälfte der geplanten Gebäude selber baut.

Heute steht auf dem Gelände des künftigen «Bahnhof Süd» unter anderem das Altersheim-Provisorium des Abegg-Huus. Das Areal zwischen Bahnhof, Gleisen, Dammweg und Bahnhofstrasse soll mit sechs Gebäuden überbaut werden.

Heute steht auf dem Gelände des künftigen «Bahnhof Süd» unter anderem das Altersheim-Provisorium des Abegg-Huus. Das Areal zwischen Bahnhof, Gleisen, Dammweg und Bahnhofstrasse soll mit sechs Gebäuden überbaut werden. Bild: Patrick Gutenberg

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Mit 67 Prozent Ja-Anteil stimmte die Rüeschliker Stimmbevölkerung im November 2017 für den Gestaltungsplan «Bahnhof Süd» und gab damit den Weg für die Umgestaltung des 6700 Quadratmeter grossen Areals seeseits der Gleise frei. Dort sind sechs vier- bis fünfstöckige Gebäude mit rund 40 preisgünstigen Wohnungen, Kleingewerbe und einem Detaillisten geplant. Die Häuser werden zwischen Bahnhof Rüschlikon und Dammweg der Bahnhofstrasse entlang angeordnet. Zudem soll der Bahnhofplatz vergrössert und aufgewertet werden. Derzeit befindet sich auf dem Gelände das leerstehende Altersheim-Provisorium des Abegg-Huus und der «Park+Ride»-Parkplatz der SBB.

Nun hat der Gemeinderat neue Details zum Zentrumsprojekt bekannt gegeben. So plant die Exekutive für die drei an den Bahnhof angrenzenden Gebäude die Bauherrschaft zu übernehmen.

Dafür gebe es verschiedene Gründe, erklärt Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP): «In diesem Baubereich ist viel Koordination mit der SBB nötig», erklärt Elsener. «Deshalb wäre es nicht zweckmässig, den Baubereich verschiedenen Bauherren zu überlassen.»

Koordination mit der SBB

Die Gemeinde sei erfahren in der Zusammenarbeit mit den Bundesbahnen. «Die SBB hat ihre eigenen Vorgaben», sagt Elsener. Besonders in Bezug auf das Behindertengleichstellungsgesetz gebe es viel zu beachten. «Zudem werden die Arbeiten zur Vergrösserung der Unterführung unter laufendem Bahnbetrieb ausgeführt. Das macht die Planung und Koordination sehr komplex.» Ein ebenfalls wichtiger Punkt sei der Übergang von den neuen Bauten zum alten Bahnhofsgebäude in dem sich heute das Restaurant Le Bistro befindet. «Die Gebäude müssen sich gut in das bestehende Ortsbild einfügen», sagt Elsener. Auch dies spreche dafür, dass die Gemeinde die Bauherrschaft für diesen Bereich übernehme. Das letzte Wort dazu habe jedoch das Volk voraussichtlich im Sommer nächsten Jahres.

Das erste Haus neben dem Bahnhof plant der Gemeinderat voraussichtlich als Gewerbebau. Im Untergeschoss werde sich ein Nahversorger einmieten. Wie die Aufteilung von Wohnungen und Gewerbe in den beiden anderen Gebäuden aussehen wird, ist noch nicht entschieden. «Diese Fragen wird der Architekturwettbewerb beantworten», sagt der Gemeindepräsident.

Bauherr gesucht

Genau für diesen Architekturwettbewerb laufen derzeit die Vorbereitungen. «Bis Anfang Juli können sich Architekturbüros um die Teilnahme im Wettbewerb bewerben. Mitte Juli wollen wir dann die fünf bis sechs Kandidaten bekannt geben, die sich für die Teilnahme qualifiziert haben», sagt Elsener. Die Jurierung des Wettbewerbs ist für Anfang Dezember vorgesehen.

Parallel dazu laufe die Suche nach einem Bauherren für den restlichen Gestaltungsplanperimeter. Ein Verkauf des Areals zieht der Gemeinderat nicht in Betracht. Das Land soll im Baurecht abgegeben werden. «Der Gemeinderat will der Bevölkerung im nächsten Jahr den Baurechtvertrag inklusive Siegerprojekt zur Abstimmung vorlegen», sagt Elsener. Mit dem Baubeginn rechne man ab 2023. «Unser Ziel ist, dass alle Vorbereitungen in der laufenden Legislatur abgeschlossen sind.»

«Unser Ziel ist, dass alle Vorbereitungen in der laufenden Legislatur abgeschlossen sind.»Bernhard Elsener, Gemeindepräsident

Das Projekt «Bahnhof Süd» ist Rüschlikons dritter Anlauf für eine Neugestaltung des Dorfzentrums. Die beiden früheren Versuche beinhalteten primär Pläne für das Areal bergseits der Gleise an der Weingartenstrasse. 2008 scheiterte ein entsprechender Gestaltungsplan an der Gemeindeversammlung. Ein Jahr später erntete die überarbeitete Version ein weiteres Nein von der Bevölkerung. Die Kritiker monierten die Höhe der geplanten Gebäude und den in ihren Augen zu knapp bemessene Grünraum.

2012 kaufte die Gemeinde der SBB die Fläche seeseits der Gleise für 20 Millionen Franken ab. Gemeindepräsident Elsener ist überzeugt vom aktuellen Projekt: «Ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Erstellt: 05.06.2019, 17:49 Uhr

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