Rüschlikon

Rüeschliker Gemeinderat will Wohnliegenschaften verkaufen

Gleich über zwei Vorlagen im Bereich preisgünstige Wohnungen werden die Rüeschliker in den kommenden Monaten befinden. Unter anderem über den Verkauf von gemeindeeigenen Liegenschaften.

Brisanter Verkauf: Der Gemeinderat von Rüschlikon plant, sechs Liegenschaften zu verkaufen.

Brisanter Verkauf: Der Gemeinderat von Rüschlikon plant, sechs Liegenschaften zu verkaufen. Bild: Archiv ZSZ

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Preisgünstige Wohnungen sind in Rüschlikon seit eh und je Mangelware. Deren Erhalt und Bau will der Gemeinderat explizit fördern. Wie er mitteilt, will er diesem Ziel durch den Verkauf der gemeindeeigenen Wohnliegenschaften näher kommen.

Was auf den ersten Blick paradox klingt, erklärt sich auf den zweiten Blick: Die Liegenschaften sollen nicht auf dem freien Markt verkauft werden, sondern an die Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon. Die Stiftung wurde 1971 von der Gemeindeversammlung gegründet. Seither ist sie in Rüschlikon ein wichtiger Anbieter von preisgünstigen Wohnungen. In zwölf Liegenschaften vermietet sie heute 111 Wohnungen.

Sechs Liegenschaften,30 Wohnungen

Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP) sagt, der Gemeinderat habe zwei Möglichkeiten, für Rüeschliker Verhältnisse preisgünstige Wohnungen zu fördern. Er kann Land im Baurecht abgeben – wie er das beispielsweise im Fall der Reithalle und der Baugenossenschaft Rüschlikon Land getan hat. Oder aber er arbeitet mit der Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon zusammen. «Dies schon seit bald 50 Jahren », sagt Elsener, «die Stiftung arbeitet beispielsweise mitdem gleichen Mietreglement wie wir.»

Konkret geht es um sechs Liegenschaften der Gemeinde mit rund dreissig Wohnungen. Explizit ausgenommen sind die gemeindeeigenen Liegenschaften am See, die Tracht und die Seestrasse 37 – die Liegenschaft, in welcher der Gemeindeschreiber wohnt. Elsener sieht durch den Handwechsel nur Vorteile: Erstens bestünden mit der Gemeinde und der Stiftung heute zwei parallele Strukturen, die sich um die Vergabe preisgünstiger Wohnungen kümmern. «Nachher geschieht das aus einer Hand und professioneller.» Zudem habe die Stiftung mit Maniel Grieder neu einen in Rüschlikon ansässigen Verwalter.

Zweitens werde das Portfolio der Stiftung vergrössert. «Damit hat sie mehr Handlungsspielraum, wenn sie Häuser saniert und Bewohnern eine Alternative anbieten möchte», sagt Elsener. Die Gefahr, dass die Stiftung die Wohnungen nach einem Kauf zweckentfremdet, bestehe nicht. «Die Stiftung hat den Stiftungszweck, preisgünstige Wohnungen anzubieten und darf keine Liegenschaften verkaufen.»

Ein Stück weit werde der Gemeinderat auch die Kontrolle behalten, «auch wenn die Liegenschaften nach einem Verkauf nicht mehr direkt unter unseren Fittichen wären», sagt Elsener. Stellt doch der Gemeinderat mindestens zwei Stiftungsräte und ernennt den Stiftungsrat. «Wir haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass wir den Stiftungsrat austauschen, wenn es nicht läuft wie gewünscht.»

Verkaufspreis von12,4 Millionen

Die Veräusserung der Liegenschaften kommt vom 24. September. Als Verkaufspreis nennt der Gemeinderat für den Verkauf der sechs Liegenschaften die Summe von 12,4 Mio. Franken. Das ist mehr als der Bilanzwert (10,2 Mio. Franken), aber weniger als der Marktwert (16,8 Mio. Franken). «Es geht uns nicht darum, die Gemeindekasse aufzufüllen», sagt Finanzvorstand Fabian Müller (FDP). Schliesslich würde sich ein teurer Verkaufspreis direkt auf die Mieten niederschlagen.

Den Sanierungsbedarf der sechs Liegenschaften beziffert der Gemeinderat mit mindestens 3,7 Mio. Franken. Die aktuellen Mieter wären vom Verkauf in einem ersten Schritt nicht betroffen, sondern erst nach einer allfälligen Sanierung.

Unabhängig vom Verkauf der Gemeindeliegenschaften wird die Rechtsform der Stiftung angepasst. Das neue Gemeindegesetz, welches seit Anfang Jahr in Kraft ist, sieht keine öffentlich-rechtlichen Stiftungen mehr vor. Eine solche ist die Stiftung Wohnungsbau Rüschlikon. Gemeinderat und Stiftungsrat wollen sie in eine private Stiftung umwandeln. Darüber, und die damit einhergehende Aufhebung der Defizitgarantie, werden die Rüeschliker an der Urne abstimmen. Frühester Termin wäre der 23. September. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.07.2018, 17:08 Uhr

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