Horgen

Gemeinderat will die Strassen im Horgner Arn auf Vordermann bringen

Die Strassen im Arn sollen sicherer für Fussgänger gemacht werden. Das Projekt, über das die Horgner am 17. November abstimmen, stösst wegen der Kosten auf Kritik.

Die Kreuzung Einsiedler-/Hüttenstrasse im Horgner Arn soll übersichtlicher und die Bushaltestelle umgebaut werden.

Die Kreuzung Einsiedler-/Hüttenstrasse im Horgner Arn soll übersichtlicher und die Bushaltestelle umgebaut werden. Bild: André Springer

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Der Horgner Gemeinderat möchte den Strassenraum im Quartier Arn neu gestalten und für Fussgänger sowie Autofahrer sicherer machen lassen. Betroffen sind die Einsiedlerstrasse und die Hüttenstrasse, die an der Bushaltestelle Hüttenstrasse zusammentreffen. 4,2 Millionen Franken lässt er sich das Strassenprojekt kosten, das die Horgner am 17. November an der Urne genehmigen sollen.

Anwohner, die mit dem Bus an der Haltestelle Hüttenstrasse aussteigen, gehen oft direkt auf der Einsiedlerstrasse nach Hause. Allerdings befindet sich auf der Strasse kein Trottoir. Mit dem Projekt will der Gemeinderat einen mindestens 1,5 Meter breiten Gehweg schaffen. Da nur bergseits der Einsiedlerstrasse Gebäude stehen, plant der Gemeinderat auch nur auf jener Seite ein Trottoir zu bauen.

Die Hüttenstrasse mündet heute mit zwei Ein- und Ausfahrten in die Einsiedlerstrasse. Weil die Gabelung der Hüttenstrasse in einem spitzen Winkel in die Einsiedlerstrasse läuft, ist die Situation für Autofahrer unübersichtlich. Nach dem Umbau soll es nur noch eine rechtwinklige T-Kreuzung geben, die übersichtlicher gestaltet wird.

Noch besteht bergseits der Haltestelle Hüttenstrasse die Haltestelle Arn, die von der Postauto-Linie 155 angefahren wird. Geht es nach den Plänen des Gemeinderats, soll es in Zukunft nur noch eine Haltestelle geben. Der Stopp Arn wird in die Haltestelle Hüttenstrasse integriert. Der Bus der Linie 131 sowie das Postauto werden künftig dort halten. Dafür will der Gemeinderat die Haltestelle Hüttenstrasse ausbauen. Wenn heute ein Bus an der Haltestelle Hüttenstrasse hält, dann können keine anderen Fahrzeuge an ihm vorbeifahren. Neu soll eine Haltebucht geschaffen werden. Um dies zu realisieren, muss die Gemeinde allerdings Land von Dritten kaufen. Die neue Haltestelle soll zudem behindertengerechter als die heutige werden.

Im Zuge der Bauarbeiten will die Gemeinde auch gleich die Kanalisation teilweise sanieren, die Wasserleitungen erneuern und die Stromleitungen anpassen.

Lottervilla steht im Weg

Die lokale FDP stört sich an den Kosten des Projekts. Zwar verstehe die Partei, dass eine Sanierung aus Sicherheitsgründen sinnvoll sei, sie stuft sie angesichts der geplanten Steuererhöhung aber als nicht prioritär ein. «Wir erwarten, dass künftig zwischen Notwendigkeit und Wunsch klarer differenziert wird», schreibt die Partei in einer Mitteilung und empfiehlt den Stimmbürgern, das Projekt abzulehnen. Tiefbauvorsteher Markus Uhlmann (GLP) entgegnet: «Es ist die Aufgabe der Gemeinde, die Sicherheit für alle zu gewährleisten.» Die Situation an der Kreuzung Hüttenstrasse/Einsiedlerstrasse und die Strassenführung ohne Trottoir seien nicht mehr tragbar. «Aus Sicht der Betroffenen und des Gemeinderats besteht hier eindeutig eine Notwendigkeit», sagt er. Der Gemeinderat sei sich der finanziellen Lage aber bewusst und habe das Projekt möglichst schlank gehalten.

«Aus Sicht der Betroffenen und des Gemeinderats besteht hier eindeutig eine Notwendigkeit»Markus Uhlmann

Falls die Horgner das Projekt genehmigen, könnte der Bau im Frühling 2020 starten. Die Busse werden während der fünf- bis sechsmonatigen Bauzeit umgeleitet. Für den Durchgangsverkehr wird die Einsiedlerstrasse gesperrt. Eine mögliche Umleitung wäre der Bockenweg, der parallel zur Einsiedlerstrasse durch das Quartier verläuft.

Das Quartiersträsschen ist momentan allerdings für Autofahrer gesperrt, weil die Gemeinde aus Sicherheitsgründen eine verlotternde Villa mit Absperrungen umzäunt hat. «Das birgt im Moment noch etwas Konfliktpotenzial», sagt Uhlmann. Die Gemeinde führe mit dem Eigentümer des Hauses weiterhin Verhandlungen. Ob der Bockenweg bis zum Baubeginn wieder befahrbar sein wird, ist noch unklar.

Erstellt: 07.11.2019, 09:21 Uhr

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