Richterswil

Richterswil wappnet sich gegen Schliessung der Postfiliale

Die Stimmbürger entscheiden an der Gemeindeversammlung im Dezember über einen Gestaltungsplan, der Einfluss auf die Zukunft der Poststelle haben könnte.

Die Lagerräume in der Richterswiler Postfiliale stehen schon seit einiger Zeit leer, weil ein öffentlicher Gestaltungsplan eine anderweitige Nutzung untersagt.

Die Lagerräume in der Richterswiler Postfiliale stehen schon seit einiger Zeit leer, weil ein öffentlicher Gestaltungsplan eine anderweitige Nutzung untersagt. Bild: Manuela Matt

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Steht die Zukunft der Steinburg-Post an der Seestrasse in Richterswil auf der Kippe? Die Lagerräume im Erdgeschoss stehen schon seit einiger Zeit leer. Eine Formulierung im öffentlichen Gestaltungsplan verhindert jedoch, dass die Räume anderweitig genutzt werden können. Aktuell heisst es dort: «Im Erdgeschoss längs der Seestrasse zulässig sind Postlokalitäten mit den notwendigen Neben- und Lagerräumen.»

An der Gemeindeversammlung am 4. Dezember ist deshalb die Änderung des Gestaltungsplans traktandiert. Bereits im November 2016 hatte die Post eine Änderung der Formulierung beantragt. Sie stellte den Antrag die zulässige Nutzung des Erdgeschosses in «Büros und Dienstleistungen» anzupassen. Das Wort «Post» wäre damit aus dem Text gestrichen worden. In der öffentlichen Auflage, wurde diese Formulierung verwendet.

Gestaltungsplan als Druckmittel

Anlass zur Annahme, dass der Gemeinderat um die Zukunft der Steinburg-Post besorgt ist, gibt der Umstand, dass im Weisungstext die Post wieder explizit erwähnt wird. Demnach sollen die Postlokalitäten mit den notwendigen Neben- und Lagerräumen im südöstlichen Teil, Büro- und Dienstleistungsbetriebe in den übrigen Bereichen zulässig sein.

Gemeindepräsident Marcel Tanner (FDP) bestätigt, dass die Passage im Hinblick auf eine allfällige Postschliessung geändert wurde. «Sollte die Post irgendwann wegziehen, müsste der Gestaltungsplan erneut angepasst werden», sagt er. «Der Gemeinderat will der Post keinen Freipass geben.» Jene Räume, welche derzeit noch von der Post genutzt werden, sollen somit nicht ohne Weiteres für eine anderweitigen Zweck zur Verfügung stehen – obwohl sie Eigentum der Post sind, wie Gemeindeschreiber Roger Nauer auf Anfrage sagt. «Der Gemeinderat will den Gestaltungsplan als politisches Druckmittel nutzen», sagt er.

Die zweite Filiale auf dem Gemeindegebiet in Samstagern wurde 2016 geschlossen, weil sie nicht mehr rentierte. Damals hiess es, die Post erfülle aus rechtlicher Sicht ihren Grundversorgungsauftrag bereits durch den Betrieb der Hauptpoststelle Richterswil und wäre nicht verpflichtet, weitere Dienstleistungen in Richterswil und Samstagern anzubieten.

«Die Postfiliale Richterswil gehört zu den garantierten Filialen im Kanton Zürich», sagt Mediensprecher Markus Werner auf Anfrage. Es gebe keine Pläne, die Filiale aufzulösen. Im Gegenteil: Es werde derzeit gar die Möglichkeit geprüft, das Angebot durch einen Automaten zu erweitern, an dem Pakete rund um die Uhr aufgegeben und abgeholt werden können. Mit der neuen Formulierung könne die Post denn auch gut leben: «Uns geht darum, die Räumlichkeiten, die nicht mehr für den Postbetrieb benötigt werden, einer attraktiven neuen Nutzung zuzuführen.» Um was für Betriebe es sich dabei handelt ist noch unklar.

Steuerfuss steht zur Debatte

An der Gemeindeversammlung am 4. Dezember entscheiden die Richterswiler zudem über das Budget und den Steuerfuss für das kommende Jahr. Dieser soll um drei Prozentpunkte auf 101 Prozent gesenkt werden. Zur Debatte steht weiter eine Änderung in der Abfallverordnung.

Die Gemeindeversammlung findet am 4. Dezember um 20 Uhr in der reformierten Kirche statt.

Erstellt: 22.11.2018, 17:42 Uhr

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