Horgen

Gemeinde sperrt Bereich um «Lottervilla» grossräumig ab

Rund um das einsturzgefährdete Haus im Horgner Ortsteil Arn wurden Sofortmassnahmen getroffen. Die Sicherheit der Kinder auf dem Bockenweg ist nun wieder gewährleistet.

Das Schutzgitter führt Schulkinder und Passanten sicher am Lotterhaus in Horgen vorbei.

Das Schutzgitter führt Schulkinder und Passanten sicher am Lotterhaus in Horgen vorbei. Bild: Manuela Matt

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Seit Donnerstag stehen in Horgen, beim Bockenweg, Absperrgitter und rot - weisse Holzlatten. Es handelt sich dabei nicht um eine neue Grossbaustelle im Quartier Arn, sondern um eine Sicherheitsmassnahme auf Seiten der Gemeinde. Das morsche Haus, «Villa heb di fest», hat in den vergangenen Wochen für viel Aufregung gesorgt.

Mit diesem Schutzzaun hat der Horgner Gemeinderat sein Versprechen gegenüber den Quartierbewohnern eingelöst. Denn seit Jahrzehnten zerfällt das ehemalige Restaurant Wiesenau im Ortsteil Arn immer mehr, Ziegel fallen durch die Dächer und mittlerweile droht gar eine Fassade einzustürzen. Die Anwohner des Quartiers waren besorgt, dass ein herabfallendes Stück des Hauses ein Kind oder einen Passanten treffen könnte.

Im Dach des Hauses klafft ein Loch. Foto:ckn

Anwohner ernst nehmen

Deshalb griffen die Quartierbewohner zu Beginn des Schulstarts zu drastischeren Massnahmen und sammelten einige Dutzend Unterschriften, welche sie dem Bauamt der Gemeinde überreichten. Wie diese Zeitung am Mittwoch berichtete, hatte sich der Gemeinderat an der letzten Sitzung entschieden, die Sicherheit rund um das alte Haus, der sogenannten Villa heb di fest, zu verbessern. «Wir wollten die Interessen der Anwohner sehr schnell ernst nehmen», sagt Gemeinderat und Hochbauvorsteher Beat Nüesch (FDP). Am Donnerstag wurde deshalb ein Gitter installiert, das Passanten mit rund zwei Meter Abstand am Lotterhaus vorbei führt. «Wenn nun ein Ziegel runterfällt, dann bleibt er hinter dem Gitter», erklärt Nüesch. Zusätzlich soll durch die geschlossene Absperrung verhindert werden, dass Privatpersonen das Gelände betreten und sich so in Gefahr begeben.

Die Aktion der Anwohner hat die Gemeinde zum Handeln bewegt. Foto:ckn

Zufrieden und dankbar

«Wir sind dem Gemeinderat sehr dankbar, dass er so schnell und effizient gehandelt hat», sagt Thomas Isler vom Quertierverein Arn. Zwar ist der Bockenweg nun an dieser Stelle nur noch zu Fuss oder mit dem Velo passierbar, doch alle Anwohner können, laut Isler, ihre Häuser noch mit dem Auto erreichen. «Der Gemeinderat hat mit dieser Sofortmassnahme den ersten nötigen Schritt erfüllt. Zu diesem Zeitpunkt kann nicht mehr unternommen werden», sagt Isler und erklärt, dass die Anwohner nun die weiteren Schritte des Gemeinderates verfolgen werden.

Zurzeit laufen Abklärungen über einen möglichen Abriss des Hauses und dessen juristische Konsequenzen. Die unzähligen Versuche der Gemeinde Horgen, mit dem im Welschland wohnenden Hausbesitzer Verhandlungen zu führen, verliefen bisher ins Leere. Bis weitere Massnahmen ergriffen werden können, sorgen nun die Absperrungen am Bockenweg dafür, dass die Kinder auf dem Schulweg oder andere Passanten nicht zu nahe an dem morschen Haus vorbeigehen. «Die Absperrung sieht nicht schön aus, doch damit ist die Sicherheit in der nächsten Zeit wenigstens gewährleistet», sagt Isler.

Erstellt: 30.08.2019, 16:29 Uhr

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