Horgen

Gemeinderat ergreift Massnahmen wegen der «Lottervilla»

Die Proteste der Quartierbewohner im Ortsteil Arn zeigen Wirkung: Der Gemeinderat hat beschlossen, dringende Massnahmen wegen der verlotternden «Villa heb di fest» einzuleiten.

Die «Lottervilla» im Horgner Ortsteil Arn zerfällt seit Jahren. Der Gemeinderat hat nun Sofortmassnahmen beschlossen, damit die Ziegel künftig nicht mehr auf die Strasse fallen können.

Die «Lottervilla» im Horgner Ortsteil Arn zerfällt seit Jahren. Der Gemeinderat hat nun Sofortmassnahmen beschlossen, damit die Ziegel künftig nicht mehr auf die Strasse fallen können. Bild: Conradin Knabenhans

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Seit Jahrzehnten zerfällt das ehemalige Restaurant Wiesenau im Horgner Quartier Arn. Ziegel fallen durch die Dächer, Fenstergläser zersengen, und gar ein Kachelofen soll bereits durch die morschen Etagenböden gestürzt sein. Da das Haus auf dem Weg zur Schule steht, wuchs die Sorge bei den Anwohnern, ein herabfallendes Stück des Hauses könnte ein Kind oder einen Passanten verletzen.

Das Haus verlottert seit den 1970er Jahren. Damals ist der Besitzer ins Welschland gezogen. Dass die Fassade nun schief steht und einzustürzen droht, brachte das Fass für die Quartierbewohner zum Überlaufen. Sie starteten letzte Woche zu Beginn des Schulstarts eine Aktion und überreichten dem Bauamt der Gemeinde einige Dutzend gesammelte Unterschriften. Die Protestaktion der Anwohner scheint sich gelohnt zu haben. Der Gemeinderat beschloss an seiner Sitzung vom Montagabend, umgehend Massnahmen einzuleiten.

Schutz durch Absperrung

«Etwas gegen das zerfallende Gebäude zu unternehmen, war schon länger geplant», sagt Beat Nüesch (FDP), Gemeinderat und Hochbauvorsteher. Die Aktion der Quartierbewohner habe das Ganze aber forciert. «Wir haben Verständnis mit den Anwohnern und nehmen ihre Sicherheitsbedenken ernst», sagt er.

Deshalb werde in den nächsten Tagen eine Absperrung auf der Seite des Bockenwegs angebracht. «Das hindert Leute daran, das Grundstück zu betreten und die Ziegel fallen nicht mehr auf die Strasse.» Wie die Absperrung genau aussehen wird, konnte Beat Nüesch noch nicht näher erläutern. Dies werde nun mit einer Bauunternehmung besprochen.

Die Gemeinde Horgen versucht seit längerem, mit dem Hausbesitzer Gespräche und Verhandlungen zu führen. Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) ist gar schon ins Welschland gereist, um mit dem Besitzer über einen möglichen Verkauf zu sprechen. Bisher liefen die Verhandlungen aber vergebens. Daher hat der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung entschieden, Abklärungen zu treffen, was die juristischen Konsequenzen wären, wenn die Gemeinde einen Abriss verfügen würde.

«Es muss sichergestellt sein, dass auch bei Wind und Wetter keine Ziegel ausserhalb der Absperrung herunterfallen können.»Thomas Isler

Bereits letzte Woche wies Theo Leuthold gegenüber dieser Zeitung schon auf die Schwierigkeiten hin. «Ein solches Verfahren würde lange dauern und der Abriss müsste dem Besitzer erst angedroht und dann verfügt werden.» Ein Entscheid müsse zudem vor Gericht Bestand haben.

Thomas Isler, der gegenüber der «Lottervilla» wohnt und Präsident des Quartiervereins ist, freut sich, dass der Gemeinderat handelt. «Es geht mir vor allem darum, dass endlich die Sicherheit für Kinder und Passanten gewährleistet wird.» Bei der Installation einer Absperrung werde er der Gemeinde aber genau auf die Finger schauen. «Es muss sichergestellt sein, dass auch bei Wind und Wetter keine Ziegel ausserhalb der Absperrung herunterfallen können.»

Der Besitzer der Villa war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Erstellt: 27.08.2019, 16:41 Uhr

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