Horgen

Gemeinderat enthüllt erste Pläne für neues Schulhaus auf der Allmend

Die Gemeinde braucht dringend ein neues Schulhaus, um die steigenden Schülerzahlen auffangen zu können. Ein solches soll nun auf der Allmend entstehen – und zwar möglichst schnell.

Auf dieser Brache in der Horgner Allmend soll das neue Schulhaus entstehen.

Auf dieser Brache in der Horgner Allmend soll das neue Schulhaus entstehen. Bild: Sabine Rock

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Schulraum ist in Horgen Mangelware. Zwar bestehen in Horgen, Horgenberg und Hirzel mehrere Lehrstätten für die 67 Primarschulklassen, die Zahl der Schüler steigt aber stetig an. Im Schuljahr 2019/2020 besuchten inklusive Sekundarschule und Kindergarten rund 2330 Kinder die Schule. Dies waren knapp 80 mehr als im Vorjahr.

Um dem Zuwachs der letzten Jahre Herr zu werden, musste die Gemeinde trotz des Ausbaus der bestehenden Schulhäuser auch ein Provisorium im Gehren bauen. Ein neues Schulhaus soll dem Engpass nun Abhilfe leisten und die langjährige Diskussion um mehr Schulraum vorerst entschärfen.

Geplant ist das Schulhaus auf dem gemeindeeigenen Land in der Allmend. Den Planungskredit von 350'000 Franken bewilligten die Horgner an der Dezemberversammlung 2018. Am 27. September muss der Souverän an der Urne nun noch weitere acht Millionen Franken bewilligen, um das neue Schulhaus bauen zu können.

Ein Notfallprogramm

Liegenschaftsvorstand Joggi Riedtmann (SP) verrät der Zürichsee-Zeitung erste konkrete Details zum neuen Schulhaus. Entstehen sollen neun Schulzimmer, vier Gruppenräume, zwei Handarbeitszimmer und ein Werkraum, ein Mehrzwecksaal und verschiedene Therapie- und Betreuungsstrukturen. Der Mittagstisch wäre im ebenfalls auf der Allmend geplanten Garderobengebäude angesiedelt, das am 9. Februar zur Abstimmung steht. Das dreistöckige Schulhaus ohne Untergeschoss wird ein Holzbau sein und ein abgeschrägtes Dach aufweisen.

Gebaut wird es aus fertigen Gebäudeteilen in einer sogenannten Elementbauweise. Das hat zeitliche Gründe. «Wir befinden uns in Horgen in einem Notfallprogramm», sagt Joggi Riedtmann. Die Gemeinde benötige trotz des auf das Schuljahr 2020/2021 geplanten weiteren Ausbaus des Provisoriums Gehren um zwei Klassenzimmer dringend neuen Schulraum.

Normalerweise braucht der Bau eines neuen Schulhauses inklusive Planung 5,5 Jahre. «Wir realisieren den Bau nun in 2,5 Jahren», sagt er. Wegen der Elementbauweise kann die Bauzeit von 1,5 Jahren auf acht Monate verringert werden. Das neue Schulhaus soll demnach bereits für das Schuljahr 2021/2022 bereitstehen.

Riedtmann betont: Auch wenn der Bau nun sehr schnell vonstatten geht, handle es sich nicht um ein Provisorium, sondern um ein richtiges Schulhaus mit einer Nutzungsdauer von 30 Jahren.Das Schulhaus Allmend soll das Schulraumproblem mittelfristig lösen. Denn derzeit sind in Horgen mehrere Überbauungen geplant oder bereits im Bau. Das dürfte der Gemeinde in den nächsten Jahren weitere Schüler bringen.

Vorhaben scheiterte mehrmals

Sofern der Souverän im Herbst zustimmt, kommt das Schulhaus auf dem Kiesplatz westlich des Chilbiplatzes zu stehen, der heute während dem Chilbibetrieb als Parkplatz dient. Also dort, wo einst ein Hallenbad geplant war. Ein solches ist auf der Allmend vom Tisch. Auch eine Turnhalle ist nicht geplant. «Die Schüler können die Dreifachturnhalle im Waldegg benutzen, da diese nicht voll ausgelastet ist», sagt Joggi Riedtmann. Der Standort Allmend habe zudem den Vorteil, dass er nicht nur nahe am Waldegg, sondern auch nahe an den Schulhäusern Bergli und Rotweg liegt. So könne die Zuteilung der Schüler flexibel gehandhabt werden.

Geliebäugelt hatte der Gemeinderat einst auch mit einem Neubau zwischen den beiden Sekundarschulhäusern Rainweg und Berghalden. «Wir werden aber in ein paar Jahren auch weiteren Schulraum für Oberstufenschüler brauchen», sagt Riedtmann. Deshalb wolle man sich diesen Platz für ein mögliches drittes Sekundarschulhaus offen halten. Ein Projekt, das jedoch erst in die kommende Legislatur fallen dürfte.

Es ist nicht der erste Versuch, den der Gemeinderat unternimmt, um auf der Allmend ein Schulhaus zu bauen. 2009 scheiterte ein erstes Projekt wegen eines umstrittenen Baurechtsvertrages mit der Allmendkorporation. Die Stimmbürger lehnten das Vorhaben wegen zu hohen Baurechtszinsen ab. 2013 kippte der Gemeinderat ein zweites Projekt gleich selbst.

«Wir werden aber in ein paar Jahren auch weiteren Schulraum für Oberstufenschüler brauchen»Joggi Riedtmann

Grund dafür waren neue Erkenntnisse bei den Schülerzahlen. Diese stiegen damals nicht so rasant an, wie dereinst befürchtet. Die Schulpflege und der Gemeinderat wechselten ihre Strategie und setzten auf einen Ausbau der bestehen Schulhäuser statt auf einen Neubau. Später, als die Schülerzahlen dann doch weiter zunahmen, kam die Allmend als Standort für eine mögliche Mittelschule in Frage, was einen neuen Anlauf für eine Primarschulhaus erneut verzögerte.

Inzwischen ist die Situation anders: Das Gymnasium kommt in der Au zu stehen und die Bauzonen auf der Allmend wurden inzwischen angepasst. Weil die gemeindeeigenen Flächen des Areals von der einstigen Erholungszone in die Zone für öffentliche Bauten umgezont worden sind, kann Horgen heute einen Schulhausneubau ohne einen Baurechtsvertrag mit der Allmendkorporation realisieren.

Erstellt: 27.01.2020, 15:26 Uhr

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