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Gemeinden helfen Selbstständigen in der Corona-Zeit

Selbstständige sollen liquide bleiben, auch wenn die Aufträge fehlen. Der Regierungsrat hat die Gemeinden angewiesen, die Rechnungen des lokalen Gewerbes sofort zu begleichen.

Daniel Stehula
Auch in der Bauchbranche hat sich die wirtschaftliche Lage massiv verschlechtert.
Auch in der Bauchbranche hat sich die wirtschaftliche Lage massiv verschlechtert.
Symbolbild, Keystone

Gewerbler befinden sich in einer schwierigen Situation. Seit mehr als einer Woche hat der Bundesrat das öffentliche Leben stark eingeschränkt wegen des Coronavirus. Arbeitnehmer sollen wenn möglich von zu Hause aus arbeiten. Restaurants, Coiffeursalons, Läden, Sporteinrichtungen und vieles mehr sind geschlossen. Viele Selbstständigerwerbende können deshalb nicht oder nur in eingeschränktem Mass arbeiten. Es fehlen ihnen Einnahmen und Aufträge.

Unkomplizierte Hilfe

Der Regierungsrat hat ein millionenschweres Massnahmenpaket zusammengestellt, um die Situation zu erleichtern. Banken sollen KMU unkompliziert mit Krediten versorgen und die Gemeinden sollen mithelfen. Konkret heisst das: Gemeinden sollen Rechnungen umgehend bezahlen und nicht die Frist von 30 Tagen abwarten. Stellt die Gemeinde selbst eine Rechnung, soll sie die Zahlungsfrist auf 120 Tage ausdehnen. Am Zürichsee haben die Gemeinden auf den Regierungsratsbeschluss positiv reagiert – und mitunter die Vorgaben übertroffen.

So hat zum Beispiel der Gemeinderat Stäfa am vergangenen Donnerstag – dem Tag, an dem der Beschluss erlassen wurde – an einer Sitzung gleich die nötigen Entscheide getroffen. Zahlungen werden unverzüglich ausgelöst und Fristen erstreckt. Doch damit nicht genug, sagt Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger: «Der Gemeinderat hat einen Rahmenkredit von 400’000 Franken bewilligt, um wirtschaftliche Schäden aufzufangen.» 250’000 Franken davon sind für Selbstständigerwerbende gedacht, 150’000 Franken für Vereine und Institutionen, die wegen der aktuellen Situation in finanzielle Schieflage geraten.

Der Gemeinderat von Oberrieden wird am Dienstagabend über das weitere Vorgehen beschliessen. Gemeindeschreiberin Priska Altherr geht davon aus, dass die umgehenden Zahlungen und die Fristverlängerung auf 120 Tage bei Rechnungen umgesetzt werden. Bereits beschlossen ist in Oberrieden, dass Renovationsarbeiten an der Schulanlage vorgezogen und durchgeführt werden, während die Kinder Fernunterricht erhalten. «Ursprünglich ging es darum, die Kapazität zu nutzen», sagt Altherr. «Jetzt dient es auch dazu, dem ortsansässigen Gewerbe zu helfen.»

Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) sagt: «Wir sind im Augenblick mit Hochdruck daran, die Voraussetzungen zu schaffen, damit wir die Vorgaben des Kantons umsetzen können.» Die Gemeinde hat eine Hotline eingerichtet für Einwohner und Gewerbetreibende.

Uetikon zieht Schulhausumbau vor

«Wir sind alle angehalten, den Geldfluss am Laufen zu halten», sagt Uetikons Gemeindeschreiber Reto Linder. Uetikon setzt die Vorgaben bereits um. Ausserdem zieht die Gemeinde auch Handwerksarbeiten an den Schulhäusern vor, hat das grosse Saubermachen aus den Sommerferien vorverlegt und lässt Arbeiten an der IT-Anlage durchführen.

Diese Initiativen stossen auf Zuspruch beim Gewerbe. Peter Vollenweider, Präsident des Gewerbeverbands des Bezirks Meilen, sagt: «Das Aufrechterhalten der Liquidität ist in Krisenzeiten zentral.» Für die rasche Bezahlung offener Rechnungen seien die KMU deshalb dankbar. Das lokale Gewerbe ist unterschiedlich stark betroffen: «Während die Geschäfte der Grundversorgung ausgelastet sind, leiden die übrigen Branchen enorm unter den angeordneten Massnahmen.» Die Selbstständigen haben laut Vollenweider ihr Angebot angepasst mit Online-Shops oder Lieferdiensten. Sein Appell: «Jeder, der kann, soll das lokale Gewerbe unterstützen.»

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