Wildnispark

Gemeinden erneuern Bekenntnis zum Wildnispark

Die Gemeinden des Bezirks Horgen haben sich verpflichtet, den Wildnispark Sihlwald für weitere zehn Jahre mitzufinanzieren. Dieses Bekenntnis ist der erste Schritt zur Erneuerung des Gütesiegels «Park von nationaler Bedeutung».

Wegweisender Akt: Die Gemeinden des Bezirks Horgen haben am Dienstag den Verpflichtungsvertrag für den Wildnispark Zürich erneuert.

Wegweisender Akt: Die Gemeinden des Bezirks Horgen haben am Dienstag den Verpflichtungsvertrag für den Wildnispark Zürich erneuert. Bild: Moritz Hager

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Mit dem Label «Park von nationaler Bedeutung» fördert das Bundesamt für Umwelt (BAFU) Schweizer Pärke, die sich durch schöne Landschaften, reiche Biodiversität und hochwertige Kulturgüter auszeichnen. 2009 erhielt der rund 12 Quadratkilometer grosse Wildnispark Sihlwald dieses Gütesiegel und wurde damit zum ersten — und bislang einzigen — national anerkannten Naturerlebnispark der Schweiz.

Nun steht die Erneuerung der zehn Jahre geltenden Zertifizierung an. Am Dienstag traf sich die Trägerschaft der Stiftung Wildnispark Zürich, bestehend aus den Gemeinden des Bezirks Horgen, Stadt und Kanton Zürich, sowie Pro Natura Zürich, im Alterszentrum Serata in Thalwil, um ihr Bekenntnis zum Wildnispark zu erneuern. Es galt, den Verpflichtungsvertrag für das nächste Jahrzehnt zu unterzeichnen und damit dem Bund die Solidarität der Bevölkerung für den Wildnispark zu signalisieren. Ein entscheidender Schritt, um erneut das Label «Park von nationaler Bedeutung» zu erlangen. Zudem verpflichten sich die Gemeinden gemeinsam den Unterstützungsbetrag von 300 000 Franken zu stemmen.

«Ein Juwel des Bezirks»

Der Wildnispark ist das Aushängeschild der Region», sagte etwa Langnaus Gemeindepräsident Reto Grau (FDP) an der Versammlung. Deshalb sei die Erneuerung des Vertrags wichtig. Auch Farid Zeroual (CVP), Stadtpräsident von Adliswil, bekräftigte die Bedeutung des Wildnisparks. Er sei ein Identitätsträger und mit dem Turbinentheater und dem Kino im Sihlwald auch Teil des kulturellen Lebens im Bezirk. Für Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) gehört der Sihlwald zu den Juwelen des Bezirks.

Die Erneuerung des BAFU-Gütesiegels sei für den Wildnispark von grosser Bedeutung. Martin Kilchenmann, Mediensprecher des Wildnisparks erklärt: «Dank dem Label sind wir Teil des Netzwerkes Schweizer Pärke.» Der dadurch ermöglichte Austausch zwischen den derzeit 17 Pärken sei sehr wertvoll. Ausserdem erhielten die Pärke so eine gemeinsame Stimme gegenüber dem Bund.

«Ein massgebender Betrag»

Hinzu komme die finanzielle Unterstützung durch das BAFU. Rund eine halbe Million Franken erhalte der Park jährlich vom Bund für Unterhalt und Betrieb. «Dieser Betrag ist für uns massgebend», sagt Kilchenmann. Das Geld werde dafür eingesetzt, die mit dem Bund vereinbarte Indikatoren wie beispielsweise das Bildungsangebot im Wildnispark oder die Öffentlichkeitsarbeit zu finanzieren.

2007 rief der Bund das Label zur Förderung Schweizer Pärke ins Leben. Entscheidend, ob ein Park mit dem Label ausgezeichnet wird, ist, «dass die Bevölkerung, die Gemeinden und die Kantone diese Entwicklung wollen, aktiv unterstützen und sich finanziell beteiligen», schreibt das BAFU auf seiner Website. Ausserdem müssten die Ziele des Parks in einer Charta festgeschrieben, die räumliche Ausdehnung, sowie die Finanzierung gesichert sein.

Das BAFU hat die Pärke in drei Kategorien eingeteilt: Nationalpärke, wie jener im Engadin, Regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke. Zu Letzteren gehört der Wildnispark Sihlwald. Wie Nationalpärke verfügen solche Pärke über eine der Natur überlassene Kernzone. Diese ist umgeben von einer Übergangszone, welche Bildungs-, Erlebnis- und Erholungsmöglichkeiten bietet. Da Naturerlebnispärke auch die Lebensqualität der städtischen Bevölkerung verbessern sollen, darf das nächste Agglomerationszentrum höchstens 20 Kilometer entfernt sein. Des Weiteren müssen diese Pärke mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.12.2018, 21:36 Uhr

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