Forstreviere

Gemeinden ändern Waldbewirtschaftung

Die Waldbewirtschaftung ist administrativ komplex. Eine Neustrukturierung soll Abhilfe schaffen. 2019 folgen erste Änderungen, obwohl private Waldbesitzer sich vor Gericht wehren.

An einer Wegkreuzung im Oberriedner Wald liegt die Holderhütte (links). Hier ist die Forstbetrieb Landforst GmbH einquartiert, die den Wald in Thalwil, Oberrieden und Langnau bewirtschaftet. Ihre Arbeit soll sich ab 2019 vereinfachen.

An einer Wegkreuzung im Oberriedner Wald liegt die Holderhütte (links). Hier ist die Forstbetrieb Landforst GmbH einquartiert, die den Wald in Thalwil, Oberrieden und Langnau bewirtschaftet. Ihre Arbeit soll sich ab 2019 vereinfachen. Bild: Manuela Matt

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Spaziergänger, Reiter, Mountainbiker. Bei ihnen allen ist der Wald der Zimmerbergregion beliebt. Denn die zahlreichen Waldstrassen und -wege sind in gutem Zustand, Feuerstellen und Sitzgelegenheiten werden regelmässig unterhalten. Zuständig dafür ist im Forstrevier Thalwil-Ober­rieden-Langnau die Landforst GmbH. Dieser Forstbetrieb mit Revierförster Eugen Carisch bewirtschaftet den Wald im Auftrag der drei Gemeinden und der beiden Korporationen Landforst und Bannegg.

Doch welche Leistungen soll der Betrieb zu welchem Preis für welche seiner verschiedenen Auftraggeber genau erbringen? Keine leichte Frage. Schon letztes Jahr hiess es vonseiten der Gemeinden, dass die Vereinbarungen zu wenig klar geregelt seien. Und auch die Verrechnung der einzelnen Leistungen sei zu komplex. «Die Zusammenarbeit in der Forstbetrieb Landforst GmbH ist aus betrieblicher Sicht schwerfällig und vor allem administrativ sehr aufwendig», schreiben die Gemeinden Thalwil, Langnau und Oberrieden nun in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Neue Struktur, neuer Name

Um klare Verbindlichkeiten zu schaffen, soll der Forstbetrieb neu strukturiert werden. So sollen künftig alle drei Gemeinden und die beiden Korporationen am Betrieb beteiligt sein: Zu über 50 Prozent wird er den Kommunen gehören. Den Korporationen kommt der kleinere Anteil zu. Zudem sollen konkrete Leistungsvereinbarungen abgeschlossen und die Leistungen in einem Pauschalsystem abgerechnet werden. Nicht zuletzt erhält die umstrukturierte GmbH einen neuen Namen: Forstbetrieb Zimmerberg GmbH.

Was von einer Arbeitsgruppe seit 2014 geplant wird, führen die Gemeinden und Korporationen ab 1. Januar 2019 ein. Allerdings nur in Form eines provisorischen Testbetriebs. «Damit können wir vor der definitiven Einführung mit den neuen, detaillierten Leistungsvereinbarungen Erfahrungen sammeln», sagt Wilfried Kniestedt, Präsident der Forstrevierkommission Thalwil-Oberrieden-Langnau, der auch die Arbeitsgruppe präsidierte.

Doch gewollt ist die Testphase eigentlich nicht. Sie ist nur eine Übergangslösung. Denn die definitive Umstrukturierung, die eigentlich schon per 1. Juli 2018 erfolgen sollte, ist auf dem Rechtsweg blockiert. Dies, obwohl die beiden Korporationen dem Projekt letzten Herbst an ihren Versammlungen grossmehrheitlich zugestimmt hatten. Doch je zwei Mitglieder der Landforstkorporation (LFK) und der Holzkorporation Bannegg legten gegen die Versammlungsbeschlüsse beim Bezirksgericht Horgen Rekurs ein. Sie würden den Statuten widersprechen, lautet die Kritik der Rekurrenten.

Einer von ihnen ist LFK-Mitglied Kaspar Wälti. Zur Einführung des Testbetriebs wollte sich Wälti gegenüber der ZSZ wegen des laufenden Gerichtsverfahrens nicht äussern.

Mitentscheid des Souveräns

Fest steht: Sollten Wälti und seine Mitstreiter vor Gericht recht erhalten, kann die geplante Neustrukturierung des Forstbetriebs nicht vollzogen werden. «Dann müssten wir den Testbetrieb einstellen und alles wieder rückgängig machen», sagt Wilfried Knie­stedt. Doch die drei Gemeinden schauen dem Gerichtsentscheid zuversichtlich entgegen. Bis dahin könne die Zeit dank dem Testbetrieb genutzt werden, meint Kniestedt.

Wann die Richter einen Entscheid fällen werden, ist offen. Sollte der Entscheid zugunsten der Gemeinden ausfallen, werden in Oberrieden und Langnau noch die Stimmbürger über die Neustrukturierung befinden. In Thalwil obliegt der Entscheid dem Gemeinderat. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.06.2018, 11:08 Uhr

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