Ufenau

Gefährliche Annäherung zwischen Helikopter und Kampfjet

Der Vorfall ereignete sich 2018 über der Insel Ufenau – bekannt wurde er erst jetzt.

Die Insel Ufenau wurde Schauplatz einer gefährlichen Annäherung in der Luft.

Die Insel Ufenau wurde Schauplatz einer gefährlichen Annäherung in der Luft. Bild: Emanuel Ammon/AURA

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Wenn sich Flugzeuge zu nahe kommen, wird es schnell sehr gefährlich. Besonders dann, wenn Kampfjets auf Helikopter treffen. Genau dieses Schreckensszenario ist im Februar 2018 über der Insel Ufenau mitten im Zürichsee passiert. Wie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) in einem am Dienstag publizierten Vorbericht schreibt, ereignete sich der gefährliche Zwischenfall der Annäherung rund 300 Meter über der Insel. Beteiligt waren zwei F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe sowie ein Helikopter einer lokalen Firma.

Als Lastentransport unterwegs

Der Helikopter war am Mittwoch, 20. Februar 2018 um kurz nach 13:20 Uhr auf der Insel Ufenau gestartet und landete später in Pfäffikon. Geflogen wurde die Maschine von einem 55-jährigen Schweizer. Die beiden Jets der Luftwaffe hatten Start und Zielort Payerne im Kanton Waadt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls wurde auf der beliebten Ausflugsinsel das Gasthaus zu den zwei Raben saniert. Weil die Insel Ufenau nur auf dem See- oder Luftweg erreichbar ist, mussten viele baulogistische Transporte per Boot oder eben Helikopter ausgeführt werden.

Gemäss Sust-Untersuchungsleiter Martin Pohl war der Helikopter denn auch als Lastentransport unterwegs. Der Helikopterpilot sei bei seinem Flug von den rasch nahenden Kampfjets überrascht worden. Es sei aber kein Ausweichmanöver nötig gewesen.

Untersuchung eröffnet

Dass der Vorfall erst jetzt bekannt wird, hat laut Pohl nur formale Gründe. Die Untersuchung laufe seit 2018, habe aber wegen des untersuchungsaufwändigen JU-52-Absturzes etwas zurückgestellt werden müssen.

Die Schweizer Armee will sich zum Vorfall nicht äussern, man warte den detaillierten Untersuchungsbericht ab. Beim involvierten Helikopterunternehmen war die zuständige Person am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Weiterer Zwischenfall 2019

Gefährliche Annäherungen zwischen Kampfjets und zivilen Flugzeugen oder Helikoptern sind zum Glück selten. Allerdings kam es in der Region auch diesen Frühling nochmals zu einem Vorfall. Im Mai nährten sich südwestlich von Altendorf zwei weitere FA-18-Jets einem Propellerflugzeug. Die Sust bezeichnet den diesjährigen Vorfall gar als Fastkollission. Auch hier untersucht die Sust die Ursache.

Laut Untersuchungsleiter Pohl war der Vorfall von Altendorf in diesem Jahr deutlich gefährlicher als jener über der Ufenau. Beide Vorfälle würden auch aus präventiven Gründen untersucht. «In der Sperrzone zwischen dem Flughafen Zürich und den Alpen hat es wenig Platz», sagt Pohl. Dennoch stelle man immer wieder fest, dass es im Bereich vom Walensee über den Zürichsee Richtung Zentralschweiz viel Flugverkehr gebe. In diesem Ballungsgebiet könnten strengere Regeln für Kollisionswarngeräte in Flugzeugen zum Thema werden. Die Sust kann in ihren Untersuchungsberichten solche Sicherheitsempfehlungen aussprechen.

Erstellt: 10.09.2019, 17:39 Uhr

Sust stärkt Drohnen-Wissen

In der Region sind nicht nur viele Flugzeuge unterwegs, sondern zunehmend auch Drohnen. Auch diese Flugobjekte können Flugzeugen oder Helikoptern gefährlich werden. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) muss deshalb ihre Drohnenkompetenzen stärken, wie Untersuchungsleiter Martin Pohl gegenüber dieser Zeitung sagt. Er selber besuche noch in diesem Jahr eine Weiterbildung zum Thema Drohnen in den USA. Zudem achte man darauf, dass man die Drohnenkomptenz auch im Team der Untersuchungsbeauftragten weiter stärke. (ckn)

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