Thalwil

Gattiker Regisseur bringt seinen ersten Film ins Kino

Der in Gattikon aufgewachsene Autor, Regisseur und Produzent Lorenz Suter bringt mit «Strangers» seinen ersten Langspielfilm auf die Kinoleinwand.

Lorenz Suter aus Thalwil bringt mit «Strangers» einen «originellen, frischen und überraschenden Schweizer Film» in die Schweizer Kinos.

Lorenz Suter aus Thalwil bringt mit «Strangers» einen «originellen, frischen und überraschenden Schweizer Film» in die Schweizer Kinos. Bild: Patrick Gutenberg

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Seine Anfänge als Filmer und Regisseur gehen zurück nach Thalwil. Denn seinen ersten Kurzfilm «Noah» drehte er dort noch als Jugendlicher. Mit Unterstützung der Gemeinde und verschiedener Thalwiler Gönner. Der Kurzfilm war eine Komödie über ein turbulentes Rendez-vous. «Beim Machen dieses Films habe ich gemerkt, dass dies nicht nur ein Hobby für mich ist, sondern ich es ernsthaft und professionell machen möchte», erinnert sich der heute 35-Jährige.

Nach dem Gymnasium schloss er sein Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Während des Studiums schrieb er verschiedene Drehbücher und stand als Regisseur hinter der Kamera. Er wagte sich aber ­immer nur an Kurzfilme heran. Dass er nun eines seiner grossen Ziele erreicht hat, einen Kinofilm zu machen, macht den in Gattikon aufgewachsenen Lorenz Suter stolz. «Ich habe lange darauf hingearbeitet und freue mich nun sehr, dass es der Film nun auf die Kinoleinwand geschafft hat.»

Mit wenig finanziellen Mitteln, viel Herzblut und Leidenschaft hat er den Film «Strangers» während der vergangenen fast drei Jahre geschrieben und gedreht. Nicht nur für ihn sei der Film eine Herzensangelegenheit. Sondern für alle Beteiligten. Seien dies die Schauspieler oder Mitarbeitende hinter der Kamera. Da eben das grosse Geld fehlte, wurde zum Beispiel in den eigenen vier Wänden gedreht.

«Als mir meine Wohnung gekündigt wurde, musste die Figur im Film eben auch die Kündigung erhalten», erzählt er, wie er das Drehbuch während der Dreharbeiten immer mal wieder umschreiben und die Handlungen den Gegebenheiten anpassen musste. «Wohin diese eigenwillige Reise führen würde, das wussten weder ich noch die Schauspieler.»

Film als Ausdruck

Leben und Fantasie seien gewachsen und hätten sich in seltsamster und schönster Weise zu diesem Film entwickelt, so der Regisseur. Die Faszination für den Film hat Lorenz Suter schon früh gepackt. Er sei schon immer gerne selber ins Kino gegangen, das Virus hätte ihn schon als Kind erreicht. «Auch heute gehe ich noch sehr gerne ins Kino. Ich finde, einen Film im Kino zu erleben, ist durch nichts zu ersetzen.»

Durch seine Filme drückt sich Lorenz Suter aus. «Filme sind für mich eine Form, etwas mitzuteilen, das ich nicht in Worte fassen kann», erklärt er.

Der Film «Strangers» ist eine fiktive Geschichte. «Jedoch ist die Handlung auch stark von unserem Leben geprägt», so der Drehbuchautor, der auch Regie führte und als Co-Produzent tätig war. Mit «unsere» meint er sich selber und alle am Film Beteiligten.

«Strangers» ist eine Hommage und eine Liebeserklärung an den Film noir und seine melancholischen Antihelden – Lorenz Suters grosse Leidenschaft. Der ­Autor bezeichnet sein Werk ­selber als «originellen, frischen und überraschenden Schweizer Film». Es geht darin um Eifersucht und Intrigen, darum, wie wir zwischenmenschlich mit­ein­ander umgehen und wie ehrlich wir zu uns selbst sind. Die Handlung bleibe unsicher und ambivalent, die eigene Fantasie des Zuschauers werde angeregt, verrät Lorenz Suter.

Der Kino-Trailer zu Lorenz Suters neuem Film. Quelle: Facebook.

Oberhalb des Kinos gewohnt

Der Film spielt in der Stadt Zürich, hauptsächlich in den Kreisen 1 und 4. «Strangers», auf Englisch und Deutsch mit deutschen Untertiteln, ist ab 12. April in Kinos unter anderem in Bern, Basel, Luzern und Winterthur zu sehen. In Zürich läuft er im Kino Arthouse Uto. Zu Letzterem hat Lorenz Suter eine spezielle Beziehung. Während der Dreharbeiten wohnte er oberhalb des Kinos, wo er auch als Kinooperateur arbeitete – und schon bald sein Werk höchstpersönlich den Kino­gängern vorführen wird.

Dieser Langzeitfilm soll nicht der einzige Kinofilm von Lorenz Suter bleiben. Der 35-Jährige, der heute in Zürich wohnt, aber immer noch oft zu Besuch im Elternhaus in Gattikon ist, sitzt schon am nächsten Drehbuch. Es soll eine Komödie werden, in der es auch um Nähe und Einsamkeit geht. «Dies sind für mich die grossen menschlichen Themen, über die ich Filme machen möchte.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.04.2018, 14:49 Uhr

Der Film «Strangers»

Als Ghostwriter schreibt der wortkarge Tamás (Nicolas ­Batthyany) regelmässig Arbeiten für Studentinnen. Der Fremde wohnt abgeschieden und lässt niemanden an sich heran – mit Ausnahme der ambitionierten Assistenzärztin Norika (Jeanne Devos), mit der er öfter die Nächte verbringt. Als Norikas reizende Schwester Annika (Marina ­Guerrini) ebenso Gefallen an dem mysteriösen Mann findet, wird das stille Liebesverhältnis zu einer fatalen Dreiecks­beziehung.

Schon bald sitzt Tamás sprachlos bei der Polizei. Norika ist verschwunden, und Tamás steht unter Verdacht. Er habe die Schwestern auf Schritt und Tritt verfolgt – so lautet Annikas Aussage. Tamás zweifelt an ihrer «Wahrheit» und immer mehr auch an seiner eigenen. Kann es sein, dass er den Schwestern zu nahe kam? ­Tamás tappt im Dunkeln und merkt, dass es keine Wahrheit zu finden gibt – nur Spuren der Sehnsucht, die die drei ­miteinander verbindet.

Alle drei Schauspieler kannte Lorenz Suter schon vorher. Marina Guerrini, welche Annika spielt, ist seine Freundin, mit Nicolas Batthyany war er im Studium. Batthyany stand schon bei Lorenz Suters Bachelor-Abschlussfilm «Der Mann, der nichts wollte», vor der Kamera. Mit Jeanne Devos hatte der Regisseur zwar vorher noch nicht gearbeitet, er kannte sie aber aus verschiedenen Filmen und Theaterstücken. Produziert wird «Strangers» von Langfilm.

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