Zum Hauptinhalt springen

Fussballwoche in Frauenhänden

Auf der Beichlen läuft die Champions League — und das eine ganze Woche lang. Vom Dienstag bis Samstag findet nämlich die Fussballschule des FC Wädenswils statt, an der rund 150 Kinder teilnehmen. Geleitet wird die Fussballwoche in diesem Jahr von einer 19-jährigen Wädenswilerin.

Die 19-jährige Lillo Geiger leitet die Fussballschule in Wädenswil bereits zum zweiten Mal.
Die 19-jährige Lillo Geiger leitet die Fussballschule in Wädenswil bereits zum zweiten Mal.
Sabine Rock

Es sind grosse Teams, die in dieser Woche auf dem Fussballplatz Beichlen spielen. Bei der hiesigen Champions League spielen Mannschaften wie Real Madrid, Bayern München oder der FC Basel gegeneinander. Ronaldo, Ribéry oder Xhaka findet man in Wädenswil aber höchstens in den Köpfen der Spieler, reichen vielen von ihnen die Trikots noch beinahe bis zu den Knien.

Das Turnier, das nämlich gerade gespielt wird, ist Teil der Fussballschule des FC Wädenswil, die vom Dienstag bis Samstag stattfindet und an der 153 Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren teilnehmen. Am Vormittag trainieren die Kinder, die je nach Jahrgang in die Gruppen der Minis oder Maxis eingeteilt werden, mit ihren Trainern, meist selbst junge Spieler des FC Wädenswils, an der Technik am Ball, am Nachmittag steigt dann das grosse Turnier. Fussballerische Erfahrung braucht es keine, um teilzunehmen, an erster Stelle steht die Freude und Begeisterung für den Sport.

Für rund 150 Kinder steht in dieser Woche der Fussball im Fokus. Bild: Sabine Rock.
Für rund 150 Kinder steht in dieser Woche der Fussball im Fokus. Bild: Sabine Rock.

In einer Vorbildfunktion

Die Leitung der Fussballschule obliegt in diesem Jahr der 19-jährigen Lillo Geiger. Bereits zum zweiten Mal ist sie für die Organisation der Fussballschule zuständig, im letzten Jahr allerdings noch gemeinsam mit ihrem Bruder. «Für mich ist die Fussballschule immer noch die coolste Woche der Sommerferien», sagt sie, die selbst als Kind an der Fussballschule teilnahm und später mehrere Jahre als Trainerin tätig war. Nicht nur fussballerisch habe sie viel gelernt, auch mit den Leuten vom FC sei sie durch die Fussballschule näher zusammengerückt. «Vor allem als ich Trainerin wurde, spürte ich den enormen Zusammenhalt zwischen den Betreuern.»

Dass Geiger in diesem Jahr mit einem sehr jungen Team zusammenarbeitet — einige der Trainer besuchten im letzten Jahr selbst noch die Fussballschule — sieht sie nicht als Nachteil. «Klar, der erste Tag ist manchmal etwas chaotisch, aber die Fussballschule existiert mittlerweile schon seit mehr als 25 Jahren und ist also fast ein Selbstläufer.» Zudem es sei ja nicht so, als ob die Jungen den Erwachsenen in irgendetwas nachstünden. «Wir müssen uns einfach bewusst sein, dass wir in dieser Woche eine Vorbildfunktion einnehmen», sagt die junge Frau, die selbst in der zweiten Mannschaft des FC Wädenswil spielt.

Abkühlung muss sein wenn der ganze Tag Fussball gespielt wird. Bild: Sabine Rock.
Abkühlung muss sein wenn der ganze Tag Fussball gespielt wird. Bild: Sabine Rock.

Die Tatsache, dass sie als Frau einen Fussballevent leitet, findet Geiger ganz normal. «Schliesslich haben wir im FC Wädenswil mit über 100 Frauen eine der grösseren Frauenabteilungen im Bezirk und nehmen daher auch innerhalb des Vereins eine nicht unbedeutende Rolle ein.» Besonders freut sie daher, dass nicht nur im Trainerteam, sondern auch bei den Teilnehmerinnen bedeutend mehr Mädchen mit von der Partie sind, als noch in den Jahren, in denen sie selbst noch eine Teilnehmerin war.

Über Grenzen hinweg

Zum ersten Mal sind in diesem Jahr auch zwei Flüchtlinge unter den 39 Helfern zu finden. Gemeinsam mit der Deutschlehrerin der beiden wurde die Einbindung der jungen Männer organisiert. «Obwohl die zwei noch nicht sehr gut Deutsch sprechen, stellen sie ganz klar eine Bereicherung für die Fussballschule dar», sagt Lillo Geiger.

Überhaupt sei die Sprache gar nicht so wichtig. «Sie können den Kindern ja mit dem Ball zu verstehen geben, was sie ihnen sagen wollen», sagt Geiger. Für sie ist klar, dass Fussball hilft, Brücken zu schlagen und manchmal eben gar die Sprache ersetzen kann. «Es ist jedenfalls schön zu sehen, dass die beiden vollkommen ins Trainerteam eingebunden werden und auch ihren Spass an der Sache zu haben scheinen», sagt die 19-Jährige. Sie könne sich daher gut vorstellen, in Zukunft sogar noch mehr Flüchtlinge ins Team aufzunehmen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch