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Fusionswillige Gemeinderäte üben Schulterschluss

Skeptische Fragen zur Zukunft von Schönenberg und Hütten nach einer Fusion mit Wädenswil stellte die Bevölkerung am Infoanlass der Gemeinde Schönenberg. Die Vertreter der Gemeinden standen Red und Antwort.

Die Gemeindepräsidentin von Hütten, Verena Dressler, Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter und der Gemeindepräsident von Schönenberg, Lukas Matt, (von links) standen der Bevölkerung Red und Antwort zur Fusion.
Die Gemeindepräsidentin von Hütten, Verena Dressler, Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter und der Gemeindepräsident von Schönenberg, Lukas Matt, (von links) standen der Bevölkerung Red und Antwort zur Fusion.
Michael Trost

Eingemeindungen wecken Emotionen. Dessen sind sich auch die Gemeindepräsidentin von Hütten, Verena Dressler, der Gemeindepräsident von Schönenberg, Lukas Matt (FDP), und der Stadtpräsident von Wädenswil, Philipp Kutter (CVP), bewusst. Am Mittwochabend luden sie daher die Bevölkerung zu einem Infoanlass in das Dorfhuus in Schönenberg ein und präsentierten vor rund 200 Anwesenden zum wiederholten Mal die Abstimmungsvorlage zum Zusammenschluss der drei Gemeinden. Die Abstimmung dazu findet am 21. Mai statt.Die zentralen Ergebnisse, was den Berggemeinden im Fall eines Zusammenschlusses erhalten bleibt, aber auch was verloren geht, erläuterte Lukas Matt. Dennoch war die Angst der Einwohner vor der nicht bis ins Detail vorhersehbaren Zukunft der Gemeinde Schönenberg im Fall einer Eingemeindung deutlich zu spüren.

Schule wirft Fragen auf

In der anschliessenden Diskussionsrunde wurden auch skeptische Stimmen laut. Manfred Geiger aus Schönenberg wollte wissen, wie stark der Steuerfuss von Schönenberg im Fall eines Neins zur Fusion steigen würde. Die Höhe des Steuerfusses sei in diesem Fall nach oben hin offen, sagte Matt. Eine genaue Prognose könne er nicht geben.

Gar als «haarsträubend» bezeichnete Josef Kälin aus Schönenberg den Zusammenschlussvertrag. Zum Beispiel werde nicht gesagt, wie lange die Primarschule in Schönenberg erhalten bleibe. «Die Schule ist immer abhängig von der Schülerzahl», intervenierte Johannes Zollinger (EVP), Stadtrat für Schule und Jugend von Wädenswil. Ob eine Schule weitergeführt werde, habe also nichts mit der Fusion zu tun, sondern alleine mit der Anzahl Kinder. Zudem habe Wädenswil auch nicht Schulraum vorrätig, um die Schüler von Schönenberg aufzunehmen.

Die gleiche Kritik äusserte Hansheinrich Günthard, der nochmals zum Thema Schule nachhakte. Zudem äusserte er seine Befürchtungen zum Altersheim und mahnte: «Wir kaufen die Katze im Sack.» Philipp Kutter erwiderte: «Dann versuche ich mal die Katze aus dem Sack zu nehmen.» Das Altersheim Stollenweid bleibe so bestehen, wie es ist. Dies bestätige auch Astrid Furrer (FDP), Stadträtin Soziales von Wädenswil, die ebenfalls am Mittwochabend anwesend war.

Bestimmt fuhr Kutter fort: «Ich kann solche vorgeführten Sachen ohne Hand und Fuss nicht mehr hören.» Ulrich Bauer (FDP), Gemeinderat Schönenberg, warf in die Runde, dass es nicht nur um die ältere Bevölkerung gehe. Die Jugend hätte nach einer Fusion mit Wädenswil viel mehr Möglichkeiten. Man solle daher auch die Dienstleistungen bewerten.

Nicht die gleichen Probleme

Die Distanz von Schönenberg und Hütten zu Wädenswil ist eine Sorge, die Max Müller aus Schönenberg zur Fusion hegt. «Wir hier oben haben andere Probleme als die Wädenswiler», sagte er und befürchtet, dass diese von den Wädenswilern nicht wahrgenommen werden. Den Gedanken kann Lukas Matt nachvollziehen, doch seien viele Schönenberger heute schon im funktionellen Raum Wädenswil unterwegs.

Bereits vor einer Woche hatte zum gleichen Thema vom oppositionellen Lager eine Informationsveranstaltung stattgefunden, an der drei Fusionsskeptiker Vorträge hielten. Der Gemeinderat Schönenberg lud am Mittwochabend Gastredner ein, welche eine Eingemeindung vor einem Jahr über die Bühne gebracht hatten und von ihren Erfahrungen berichteten.

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