Bahnausbau

35 Millionen reichen nicht für durchgehende Doppelspur

35 Millionen Franken will der Bundesrat der SZU AG für den Streckenausbau bereitstellen. Dafür sollen drei Doppelspur-abschnitte erweitert werden. Für den Doppelspurbau auf dem Gemeindegebiet von Langnau sind die Millionen aus Bern aber nicht vorgesehen.

Eine mögliche Doppelspur und ihre Folgen sind in der Gemeinde Langnau onehin umstritten.

Eine mögliche Doppelspur und ihre Folgen sind in der Gemeinde Langnau onehin umstritten. Bild: Manuela Matt

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Armin Hehli, der Direktor der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn AG (SZU) ist erleichtert. 35 Millionen Franken hat er mit seinem Unternehmen für den Ausbau von Doppelspurabschnitten auf dem Streckennetz beim Bund beantragt. Der Bundesrat hat nun grünes Licht dafür gegeben. Nun kommt der Ausgabenkatalog von insgesamt zwölf Milliarden Franken für Projekte auf dem Schienennetz in der ganzen Schweiz vors Parlament.

Da der Kostenpunkt der SZU mit 35 Millionen Franken in Anbetracht der Gesamtausgaben nur gering ins Gewicht fällt, dürfte die Forderung auch im Parlament zu keinen grösseren Diskussionen führen. «Wir sind erleichtert, dass unser Antrag vom Bundesrat angenommen wurde», sagt Hehli. Man sei diesbezüglich aber immer zuversichtlich gewesen. «Wir konnten aufzeigen, dass unser heutiges Angebot den steigenden Passagierzahlen nicht gerecht werden kann», sagt Hehli. «Ohne Anpassungen könnten wir irgendwann nicht mehr alle Passagiere an den Haltestellen aufnehmen.» Auf der Strecke durchs Sihltal prognostiziert man bei der SZU bis im Jahr 2030 um 80 Prozent höhere Passagierzahlen gegenüber dem Jahr 2011. Täglich wären dann an einem Werktag um die 40 000 Menschen mit der S4 unterwegs.

Eigenes Geld gefragt

Die Bundesmillionen steckt die SZU für die S4 in den Ausbau einer durchgehenden Doppelspur zwischen den Bahnhöfen Giesshübel und Manegg und eine Verlängerung der Doppelspur beim Bahnhof Leimbach in Richtung Adliswil. Für die S10 ist ein Ausbau der Doppelspur zwischen der Haltestelle Zürich Binz und dem Borrweg geplant.

Nicht verwendet wird das Geld hingegen für den viel diskutierten Bau einer Doppelspur bei der Haltestelle Wildnispark-Höfli in Langnau. Die SZU braucht diesen Ausbau nicht für ihren Plan, den Fahrplan bis 2028 zum 7,5-Minuten-Takt zu verdichtet, sondern bereits vorher , damit Verspätungen minimiert werden und alle Zügen wieder an jeder Station halten können. «Zwischen Adliswil und Langnau gibt es heute nur eine Spur», sagt Hehli. Fahre ein Zug beispielsweise in Langnau nur ein paar Sekunden zu spät los, habe das sofort Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des entgegenkommenden Zugs Richtung Langnau. «Kumuliert man diese kleinen Verzögerungen über die Stunden der Hauptverkehrszeit am Morgen oder Abend hinweg, kann es dadurch zu grösseren Verzögerungen im gesamten Bahnsystem der SZU kommen.»

Der geplante Doppelspurbau in Wildpark-Höfli sei darum nötig für die Betriebsstabilität, während die 35 Millionen vom Bund für die Kapazitätserhöhung eingesetzt würden, sagt Hehli.

Mittel aus dem Bahninfrastrukturfonds

Das heisst aber nicht, dass die Doppelspur beim Bahnhof Wildpark-Höfli komplett aus der Kasse der SZU finanziert werden muss. «Wir beantragen dafür Mittel aus dem Bahninfrastrukturfonds, welche über eine so genannte Leistungsvereinbarung geregelt werden», sagt Hehli. Die Höhe des geforderten Betrags sei noch nicht genau eruiert. Die Forderung müsse erst im nächsten Herbst eingereicht werden.

Eigentlich würde die SZU die Doppelspur in Langnau gerne so bald als möglich umsetzen. Momentan leisten aber die Gemeinde Langnau sowie Landbesitzer im anliegenden Gartendörfli Widerstand. Letztere müssten für das Projekt nämlich Teile ihrer Grundstücke zur Verfügung stellen. Im Zürcher Kantonsrat ist zudem ein Postulat von Judith Bellaiche (GLP, Kilchberg) und Davide Loss (SP, Adliswil) hängig, mit dem die beiden Politiker die Landenteignungen ebenfalls verhindern möchten und eine neue Planungsvariante fordern.

Erstellt: 02.11.2018, 16:16 Uhr

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