Kilchberg

Für die Feuerwehr ist der Standort im Tal «die zweitbeste Variante»

Noch vor zweieinhalb Jahren wünschte sich die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon für ihr neues Depot den neuen Standort im Tal. Nun plädiert sie für einen Ausbau ihres aktuellen Standorts.

Ein Ausbau des Standorts an der Alten Landstrasse 166 würde knapp 12 Millionen Franken kosten.

Ein Ausbau des Standorts an der Alten Landstrasse 166 würde knapp 12 Millionen Franken kosten. Bild: Visualisierung: Fiechter & Salzmann Architekten

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Soll die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon ihr neues Depot am peripheren Standort im Tal, sihltalseits der A3, bekommen? Oder soll ihr aktuelles Depot an zentraler Lage saniert und ausgebaut werden? Darüber entscheiden die Kilchberger am kommenden Sonntag an der Urne.

Die Feuerwehr hat eine klare Präferenz. Sie favorisiert den Ausbau ihres aktuellen Standorts an der Alten Landstrasse 166. Das ist bemerkenswert. Denn noch im Sommer 2016 sprach sie sich für den Standort im Tal aus. Feuerwehrkommandant Beni Burri sagte damals, «eine Sanierung oder einen Umbau während des laufenden Betriebs stelle er sich sehr schwierig vor».

«Zeittechnisch besser»

Beni Burri ortet keinen Sinneswandel, sondern vielmehr eine veränderte Ausgangslage. Er sagt: «Seit sich die Feuerwehr mit dem Thema Feuerwehrdepot und Werkhof beschäftigt, hat die Prüfung von möglichen Standorten immer wieder ergeben, dass der jetzige Standort an der Alten Landstrasse 166 der bestmögliche ist. Nur stand uns dieser Standort zu Beginn der Planung 2012 nicht als Option zur Verfügung.»

Ein Ausbau des aktuellen Standorts sei erst nach der Sistierung des Projekts im Tal Thema geworden. Die Feuerwehr habe sich mit anderen Worten damals mangels Alternative für das Projekt im Tal ausgesprochen. «Obwohl wir bereits damals die Verschlechterung der Einsatzzeiten für gewisse Gebiete in Kilchberg und Rüschlikon erwähnten», sagt Burri.

Der Feuerwehrkommandant betont, beide Projekte erfüllten die Anforderungen an ein zeitgemässes und modernes Feuerwehrdepot betreffend Quadratmetervorgaben, Ausstattung, Organisation und Grundriss. Aber der Standort an der Alten Landstrasse 166 biete die besseren Voraussetzungen für die Feuerwehr zur Erreichung der Einsatzzeiten von zehn Feuerwehrleuten in zehn Minuten. «Bei Rettungs- und Brandeinsätzen können Sekunden bis Minuten entscheidend für den Einsatzerfolg sein», sagt Burri und fügt an: «Da wir nun eine Alternativabstimmung haben, muss und will sich die Feuerwehr klar für den zeittechnisch besseren Standort aussprechen.»

Der Neubau im Tal neben der A3 würde knapp 16 Millionen Franken kosten. Visualisierung: Nightnurse Image

Sollte das Feuerwehrdepot künftig im Tal stehen, würden sich die Ausrückzeiten laut Burri um eine bis drei Minuten verlängern. Zeitkritisch wären einerseits Einsätze in der oberen Zone Kilchbergs, namentlich im Gebiet Stockengut, Breitloo, Bächler und der gesamten Hornhaldenstrasse bis zur Stadtgrenze, andererseits aber auch die gesamte Seestrasse auf Gemeindegebiet Kilchberg und Rüschlikon, inklusive Bendlikon und alten Dorfkerns von Rüschlikon.

Ausbau in Etappen

Der Feuerwehrkommandant gibt ein Beispiel. Die reine Fahrzeit vom Standort im Tal an die Hornhaldenstrasse 1 würde sechs bis sieben Minuten betragen. Vom heutigen Standort aus lediglich drei bis vier Minuten. Burri fügt an, die Einrückzeit von Feuerwehrleuten, die zum Beispiel an der Bächlerstrasse wohnen, würde sich ebenfalls entsprechend verlängern. Die Einsatzzeit würde sich mit anderen Worten nahezu verdoppeln.

Die Sanierung unter laufendem Betrieb erachtet Beni Burri mittlerweile übrigens als lösbar: Es würde in Etappen gebaut respektive saniert. Zuerst würde die neue Fahrzeughalle unter dem Park erstellt. Während dieser Zeit blieben die Ersteinsatzfahrzeuge am jetzigen Standort. Nach Fertigstellung der neuen Halle könnten diese dort eingestellt werden und die Sanierung der bestehenden Halle beginnen. Einsatzfahrzeuge und Material, das nicht für den dringlichen Rettungs- und Löscheinsatz gebraucht wird, würden in dieser Zeit im bestehenden Aussendepot und Materiallager beim Hunziker-Areal in Rüschlikon eingestellt. «Für Fahrzeuge und Material bedürfte es somit keiner Provisorien», sagt Burri. Für die Garderoben und das Büro des Materialwarts dagegen schon.

Der Feuerwehrkommandant betont gleichzeitig, der Standort im Tal sei aus Sicht der Feuerwehr der zweitbeste. Und er deutet an, dass durch die Öffnung der Nidelbadstrasse die Ein- und Ausrückzeiten in den oberen Zonen Kilchbergs wesentlich verbessert werden könnten. Die Strasse ist seit 2010 unterbrochen, um den Schleichverkehr zu unterbinden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.02.2019, 19:07 Uhr

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