Kilchberg / Horgen

Für Belegärzte am See-Spital zählt jede Operation

Fachärzte müssen eine Mindestanzahl an Eingriffen durchführen, um in bestimmten Bereichen tätig sein zu können. Noch ist nicht klar, ob alle Ärzte des See-Spitals die Auflagen erfüllen.

Auch Belegärzte am Seespital sind wohl von den neuen Fallzahlen für Operateure betroffen.

Auch Belegärzte am Seespital sind wohl von den neuen Fallzahlen für Operateure betroffen. Bild: Keystone

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Ein Arzt, der künftig bestimmte stationäre Behandlungen im Kanton Zürich durchführen will, muss bis zum 1. Januar 2019 eine gewisse Anzahl entsprechender Fälle übernommen haben. Nur wer in diesem Jahr das Soll an Operationen erreicht hat, darf ab nächstem Jahr im betreffenden medizinischen Gebiet praktizieren.

Die Anforderungen gelten in sechs Bereichen und varieren. So muss ein Chirurg beispielsweise 20-mal im Jahr einen gynäkologischen Tumor behandeln, 30-mal Brustkrebs operieren oder 15-mal Knieprothesen implantieren. Die Zürcher Regierung hat nun eine Liste mit Namen von Medizinern publiziert, welche die Vorgaben erfüllen. Über den ganzen Kanton gerechnet dürfen 55 Ärzte eine Erstprothese an der Hüfte einsetzen und 50 eine am Knie. Eine Wechselprothese an diesen Stellen dürfen 46 Praktizierende durchführen.

Auf der Liste sind 28 Ärzte verzeichnet für Operationen am Brustzentrum und 10 für Eingriffe wegen gynäkologischen Tumoren. 27 Ärzte konnten sich für die Leistungsgruppe «radikale Prostatektomie» qualifizieren, die sich mit der Prostataentfernung befasst. Da noch Anträge von Ärzten hängig sind, ist die Liste noch nicht definitiv und kann in den nächsten Wochen noch aktualisiert werden. Wie viele Ärzte ein Fachgebiet aufgeben müssen, ist daher noch nicht klar. Betroffen sind aber wohl auch einzelne der 190 Belegärzte des See-Spitals am Standort Kilchberg.

Transparenz für Patienten

«Unsere aktivsten Ärzte können ihr Leistungsspektrum weiterhin anbieten», sagt Manuel Zimmermann, Leiter Kommunikation und Marketing des See-Spitals. Die Liste habe keinen Einfluss auf das Angebot. «Wir können unseren Leistungsauftrag nach wie vor wahrnehmen.» Für Patienten sieht Zimmermann einen Vorteil in der Liste qualifizierter Ärzte: «Die Patienten haben die Sicherheit, dass die für sie vorgesehenen Operationen nur noch von Kernoperateuren mit spezifischer Erfahrung durchgeführt werden.»

Die Qualität zu steigern, ist auch die Idee des Kantons. Mit den Vorgaben möchte der Regierungsrat «Gelegenheitseingriffe» verhindern, wie er in einer Mitteilung schreibt. Daniel Winter, Sprecher der Gesundheitsdirektion, ergänzt: «Die publizierte Liste soll für die Patienten Transparenz schaffen.» Aber auch für die Spitäler sei die Publikation wichtig, um sicherstellen zu können, welche Ärzte künftig in welchen Gebieten praktizieren dürfen.

Doch was geschieht mit Ärzten, die ihr Soll nicht erfüllen konnten und deshalb für eine bestimmte Operation ab dem nächsten Jahr nicht zugelassen werden? Daniel Winter sagt: «Die betroffenen Ärzte können die Eingriffe unter Supervision eines zugelassenen Operateurs durchführen» So könne der Chirurg die erforderliche Fallzahl erreichen und damit die Zulassung für das Folgejahr erhalten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.09.2018, 17:43 Uhr

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