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Frutarom schliesst Werk in Wädenswil

Der Standort Wädenswil von Frutarom, einem international tätigen Hersteller von Aromen und Pflanzenextrakten, wird definitiv geschlossen. Drei Viertel der Mitarbeitenden verlieren ihre Stelle.

Bei Frutarom in Wädenswil werden endgültig die Tore geschlossen.
Bei Frutarom in Wädenswil werden endgültig die Tore geschlossen.
Archiv Moritz Hager

Vor einem Monat hatte Frutarom mitgeteilt, dass der israelische Konzern die Schliessung seines Standorts in Wädenswil in Erwägung ziehe. Unterdessen hat ein Konsultationsverfahren stattgefunden, in welchem das Unternehmen Vorschläge für einen allfälligen Weiterbetrieb geprüft hat. «Es konnten jedoch keine wirtschaftlich vertretbaren Optionen für die Fortsetzung der Produktion in Wädenswil aufgezeigt werden», schreibt Frutarom nun in einer Mitteilung.

In anderen Worten: Die Firma stellt ihren Standort in der Hinteren Rüti, unweit des Zürisee Centers, definitiv ein. Voraussichtlich Ende Juni 2018 beendet Frutarom in Wädenswil somit seine Herstellung von Pflanzenextrakten für die Lebensmittel-, Nahrungsergänzungsmittel- und die Pharmaindustrie.

Entlassungen in Etappen

Die 74 betroffenen Mitarbeitenden wurden am Freitag über den Entscheid informiert. Für 57 von ihnen bedeutet die Stilllegung gleichzeitig die Kündigung. Frutarom biete diesen Angestellten einen ausgebauten Sozialplan an. «Anspruchsberechtigte Mitarbeitende erhalten zum Beispiel mindestens eine Austrittsabfindung von einem Monatssälar», sagt Mediensprecher Anthony Welbergen.

Die Entlassungen geschehen in mehreren Etappen. So werden 27 Angestellte bereits Ende Januar respektive Ende Februar freigestellt, die weiteren 30 werden die Firma voraussichtlich bei der Betriebsschliessung verlassen. Die übrigen 17 Personen werden an einem anderen Standort weiterbeschäftigt. «Wo genau, wird im Verlauf des nächstes Jahres entschieden», sagt Welbergen. Frutarom betreibt in Uzwil und Reinach zwei weitere Schweizer Standorte, an denen allerdings keine Pflanzenextrakte hergestellt werden.

Nicht mehr konkurrenzfähig

Wie die börsenkotierte Firma schreibt, habe sie einsehen müssen, dass die Produkte in Wädenswil nicht mehr zu konkurrenzfähigen Kosten hergestellt werden können. Die Marktbedinungen hätten sich in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert. Dies einerseits wegen neuen Anbietern aus Asien und andererseits wegen gleichzeitig steigenden regulatorischen Anforderungen für pharmazeutische Aktivsubstanzen, wie Welbergen der ZSZ schon im Oktober sagte.

2003 hatte Frutarom das Wädenswiler Unternehmen Flachsmann AG übernommen. Nun verliert die Stadt also einen langjährigen Traditionsbetrieb. «Die Schliessung ist für die Angestellten und für Wädenswil sehr bedauerlich», sagt Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP). «Wertvolle Arbeitsplätze und Lehrstellen gehen verloren.» Er habe erst kürzlich mit einigen Firmenangestellten Kontakt gehabt. «Sie sind natürlich enttäuscht, dass keine Lösung gefunden werden konnte.»

Was ab Juli 2018 mit dem Firmengelände, den Gebäuden und Anlagen passiert, ist momentan noch offen.

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