Hütten

Frust in Hütten wegen Gemeindebeschwerde

Eine Umfrage zeigt: Die Hüttner wollen sich nach der Fusion mit Wädenswil und Schönenberg im Wädenswiler Parlament einbringen – am liebsten mit einer eigenen Partei. Die Gemeindebeschwerde von vier Schönenbergern jedoch erstickt diese Bemühungen im Keim.

Eine eigene Partei, die Hütten und Schönenberg im Wädenswiler Parlament vertritt – das hätte sich der Hüttner Ugo Kappenberger gewünscht. Dass die Stimmberechtigten der Berggemeinden jetzt weder wählen noch gewählt werden können in Wädenswil, findet er empörend.

Eine eigene Partei, die Hütten und Schönenberg im Wädenswiler Parlament vertritt – das hätte sich der Hüttner Ugo Kappenberger gewünscht. Dass die Stimmberechtigten der Berggemeinden jetzt weder wählen noch gewählt werden können in Wädenswil, findet er empörend. Bild: Michael Trost

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Ugo Kappenberger aus Hütten hätte allen Grund zur Freude: Nach der Gemeindeversammlung Mitte Juni haben er und eine Gruppe politisch Interessierter 351 Fragebogen in die Hüttner Haushaltungen verschickt. Sie wollten sondieren, ob und wie sich die Berggemeinden nach der Fusion in Wädenswil politisch Gehör verschaffen sollen.

94 der Fragebogen kamen zurück. «Dieser Rücklauf ist sensationell», findet Ugo Kappenberger. Noch mehr aber freut ihn das Resultat: 84 Prozent der befragten Hüttner wünschen sich, dass die Berggemeinden mit einer offenen Partei «Pro Berg» im Parlament Wädenswil vertreten sind. Einer Partei, die Sachpolitik betreibt und die Interessern der Bergler vertritt.

«Fünf Personen sind sogar bereit, sich auf eine Liste vom Berg zur Wahl aufstellen zu lassen», sagt Kappenberger. Darunter befinden sich zwei bisherige Gemeinderäte sowie drei Neulinge. Der Präsident der Hüttner Rechnungsprüfungskommission will sich selbst jedoch nicht für ein Amt zur Verfügung stellen.

«Mit der Beschwerde haben die Fusions­gegner genau das erreicht, was sie nie wollten: fremd­verwaltet werden von Wädenswil.»Ugo Kappenberger

Die Gemeindebeschwerde zur bereits beschlossenen Fusion setzt den politischen Bemühungen der Hüttner nun ein vorläufiges Ende. Dass die Fusion auf den 1. Januar 2018 zustande kommt, halten Kappenberger und viele Politiker aus den Fusionsgemeinden nicht für realistisch.

Nicht wählen, nicht gewählt werden

Das macht Ugo Kappenberger wütend. Denn im kommenden Frühling wird in Wädenswil das Parlament bestellt und dies, wie es aussieht, ohne dass die Hüttner und Schönenberger mitreden können. «Die perfide Attacke stiehlt den politisch Interessierten aus den Berggemeinden die Möglichkeit, sich an den Wahlen für das Wädenswiler Parlament zu beteiligen», sagt Kappenberger. Eine Bergler-Partei, wie sich die Hüttner sie wünschen, wäre nicht möglich, ebensowenig, mitzubestimmen, wer im Wädenswiler Parlament das Sagen hat. «Mit dieser unsäglichen Beschwerde haben die Fusionsgegner genau das erreicht, was sie nie wollten: Fremdverwaltet zu werden von Wädenswil», sagt Kappenberger.

Er und die Mitinitianten der Bergler-Partei sind nicht die einzigen, die sich aufregen. Wie Armin Steinmann, Präsident des Bezirksrats Horgen sagt, hat er einige Mails erhalten von Leuten, die sich schockiert und frustriert zur Gemeindebeschwerde äusserten.

Wer die Gemeindebeschwerde eingereicht hat und was deren Inhalt ist, darüber machen der Bezirksrat und der Gemeinderat Schönenberg keine Angaben. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, das nicht öffentlich sei.

Erstellt: 05.07.2017, 16:34 Uhr

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