Schule

Freiwilliger Schulsport ist beliebt, aber auch bedroht

Sparmassnahmen im Bildungswesen haben Auswirkungen auf das Angebot des freiwilligen Schulsports der Gemeinden im Bezirk. Die Schulen bekommen den finanziellen Druck unterschiedlich stark zu spüren. Gleich bleibt, dass die angebotenen Kurse weiterhin zahlreich besucht werden.

Ballspiele und viele weitere Sportarten stehen im Schulsportangebot der Gemeinden. Diese versuchen die zahlreich besuchten Kurse im Schatten der kantonalen Sparmassnahmen zu verteidigen – mit unterschiedlichem Erfolg.

Ballspiele und viele weitere Sportarten stehen im Schulsportangebot der Gemeinden. Diese versuchen die zahlreich besuchten Kurse im Schatten der kantonalen Sparmassnahmen zu verteidigen – mit unterschiedlichem Erfolg. Bild: Symbolbild/Keystone

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Der freiwillige Schulsport gibt Kindern und Jugendlichen zwischen Kindergarten und Ende Oberstufe die Möglichkeit, Sport zu betreiben ohne sich einem Sportverein zu verpflichten. Die Teilnehmer kennen sich oft von der gleichen Schule oder Klasse und der Spass steht im Vordergrund. An vielen Orten im Bezirk Horgen ist die Begeisterung gross für das Angebot, welches die Schulen zusammen mit der Gemeinde zusammenstellen.

Allerdings sind die freiwilligen Sportkurse gefährdet, von den Sparbemühungen des Kantons und der Gemeinde getroffen zu werden. Die Gemeinde Küsnacht gab im vergangenen Sommer bekannt, Freifachkurse sowie den freiwilligen Schulsport einzuschränken. Auch am linken Zürichseeufer müssen die Verantwortlichen das Angebot laufend anpassen.

Angebot möglichst bewahren

An der Primarstufe Wädenswil finden im aktuellen Schuljahr 24 Kurse statt. Ähnlich viele waren es auch in den vergangenen Jahren gewesen, sagt Nicole Lardi, Sachbearbeiterin der Schulverwaltung Wädenswil. Für das Jahr 2017 sind allerdings Kürzungen im Budget vorgesehen. «Was das für das Angebot im nächsten Schuljahr bedeutet, ist zurzeit noch unklar», erklärt Lardi. Weil die Primarstufe Wädenswil ausschliesslich Kurse für das ganze Schuljahr anbietet, haben die neusten Sparmassnahmen keinen Einfluss auf das laufende Angebot. Laut Lardi beschäftige sich derzeit eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie im neuen Schuljahr weiterhin ein vielfältiges Programm angeboten werden kann.

In Thalwil wurden aufgrund des Spardrucks bereits auf das Schuljahr 2015/2016 die Kursgebühren verdoppelt. Möglicherweise sind die Teilnehmerzahlen in Thalwil deshalb rückläufig. Haben 2014 noch 355 Kinder ein Schulsportangebot genutzt, sind es 2017 noch 260, sagt Heidi Egli, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Thawil. Gewisse Kurse konnten nicht durchgeführt werden, weil es zu wenig Teilnehmer gab. Für neue Kurse fehlten Eingaben von Kursleitern. Kanton spart und unterstützt

Es gibt jedoch weiterhin Gemeinden, die trotz den kantonalen Sparmassnahmen keine Auswirkungen im Schulsportangebot spüren. An der Oberstufe Wädenswil werde das Schulsportangebot gut genutzt, sagt Martin Gross, Schulsportkoordinator der Oberstufe Wädenswil. Es gab kaum Kurse, die aufgrund zu wenigen Anmeldungen nicht durchgeführt werden konnten.

Ähnlich tönt es in Adliswil: «Wir können alle Sportarten durchführen und zum Teil gibt es Wartelisten», sagt Petra Degonda, Leiterin Schulergänzende Angebote. In den letzten sechs Jahren haben sich die Anmeldungen verdoppelt, unter anderem auch weil Kurse für Kindergärtler in das Angebot aufgenommen wurden. Kürzungen gab es in Adliswil keine, sagt Degonda und verweist auf die finanzielle Hilfe des Kantons. Trotz Sparbemühungen unterstütz dieser weiterhin freiwillige Schulsportkurse im Rahmen von Jugend + Sport mit Geld aus dem Sportfonds.

Absagen und fehlende Hallen

In Horgen sind die Schulsportverantwortlichen ebenfalls zufrieden mit der Nutzung des Angebots. «Alle angebotenen Kurse werden durchgeführt», sagt Ursula Frieden, stellvertretende Abteilungsleiterin auf dem Schulsekretariat Horgen. Weil gewisse Kurse ausgebucht waren, mussten sogar Absagen erteilt werden. «Aus diesem Grund führten wir in diesem Schuljahr zum ersten Mal Semsterkurse ein. Wer im ersten Semester nicht berücksichtigt werden konnte, wird dafür im zweiten Semester bevorzugt», sagt Frieden. Mit 13 Kursen ist das Horgner Angebot zwar vergleichsweise klein, jedoch baut es die Gemeinde in der Vergangenheit laufend aus. Ein dritter Schwimmkurs und ein Tischtenniskurs werden neu angeboten.

In Horgen tangieren die Sparbemühungen den freiwilligen Schulsport nicht, sagt Frieden und nennt dabei ebenfalls die J+S Subventionen. Vielmehr ist es der Platzmangel, der den Schulsport einschränkt. Freie Hallen zu finden, bleibt aber ein horgen-spezifisches Problem.

Erstellt: 19.01.2017, 16:20 Uhr

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