Wädenswil

Fotografien im Hier und Jetzt

Die neue Ausstellung auf dem Campus Grüental der ZHAW widmet sich der Fotografie. Ab Mittwoch zeigen drei Künstler ihre Aufnahmen. Ergänzt werden sie von einem aussergewöhnlichen Objekt.

Die Fotografien von Audrey Solomon sind nicht gleich als solche erkennbar.

Die Fotografien von Audrey Solomon sind nicht gleich als solche erkennbar. Bild: PD

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«Wir wollten mal etwas ganz anderes machen», sagt Oya Onis, «darum zeigen wir diesmal nur Fotografien.» Oya Onis ist mit ihrem Team für die neue Ausstellung auf dem Campus Grüental der Fachhochschule ZHAW verantwortlich. Und damit auch für die Wahl der Künstler. Drei sind es nun, die ab Mittwoch ihre Fotografien unter dem Titel «You Are Here» ausstellen.

Bei der Auswahl der Werke hatten die Künstler freie Hand. Es gab kein Motto, keine Vorgaben. Dennoch hat Onis mitgeholfen, die ausgestellten Fotografien auszusuchen. Aus diesem Prozess heraus sei auch der Titel der Ausstellung entstanden. «Es geht darum, im Hier und Jetzt zu sein, sich selber zu beobachten, wenn man diese Fotografien betrachtet, zu sehen, welche Gefühle die Werke in einem auslösen», erklärt die Ausstellungsverantwortliche.

Bilder im Panoramaformat

Einer der Fotografen ist Charlie Eady. Von ihm stammt das Titelbild der Ausstellung: ein roter Kreis, der vermeintlich irgendwo im Nirgendwo steht. Eady ist in England aufgewachsen, lebt aber schon länger in Richterswil.Zuvor verbrachte er auch sechs Jahre in Hongkong. Auch aus jener Zeit stammen einige seiner ausgestellten Aufnahmen. «Ich verbrachte viel Zeit damit, Hongkongs Seitenstrassen zu durchstreifen.» Die Stadt werde zwar mit Reichtum und Prasserei assoziiert, aber hinter den Kulissen sei sie vielerorts verwahrlost. Mit seiner Fotografie «Brief Respite», auf der ein Obdachloser eine Holzpalette zu seinem Bett gemacht hat, wolle er auf diese Problematik aufmerksam machen.

«Ich möchte meine Bilder den Menschen zeigen und nicht nur auf meiner Festplatte haben.»Urs Oettli, Fotograf

Audrey Solomons Fotografien sind auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar. Die Nidwalderin präsentiert hier ihre Abschlussarbeit ihres Studiums in visueller Kommunikation. «You Were Here» heisst diese. Entstanden ist die Arbeit aus ihrem Interesse an Luftbildfotografie und Satellitenbildern. «Ich versuche, mit Fragmenten von Satellitenbildern die Darstellung unserer heutigen Welt und deren Konventionen zu hinterfragen», erklärt sie. Aus ihrer Recherche ist ein Atlas entstanden, der keine geografisch korrekte Welt darstellt und den wichtigsten Anhaltspunkt zur Orientierung wegnimmt: die geografischen Koordinaten.

Zürichsee im 270-Grad-Winkel

Der dritte Fotograf im Bunde ist Urs Oettli aus Schübelbach. Es ist seine allererste Ausstellung. Der leidenschaftliche Hobbyfotograf zeigt Landschaftsbilder im Panoramaformat. So zum Beispiel den Zürichsee im 270-Grad-Winkel, einen See mit einem Holzsteg in Finnland oder die Stadt Luzern. «Ich möchte meine Bilder den Menschen zeigen und nicht nur auf meiner Festplatte haben», sagt Oettli. Er wünscht sich auch, dass die Betrachter seiner Werke ihre Gedanken und Erinnerungen mit ihm und anderen Besuchern teilen. «Meine Fotografien sollen zum Diskutieren, Erzählen und Mitdenken anregen.»

Gerhard Lustenberger bildet die Ausnahme unter den Ausstellern: Er ist kein Fotograf, sondern ein Tüftler, wie er sich selber nennt. Der Willisauer, dessen Tochter an der ZHAW studiert, präsentiert ein bewegliches Objekt, das er aus dreizehn verschieden grossen Velorädern gefertigt hat. Die Räder sind mit Jasskarten, alten CDs oder Teilen aus einem Fernsehgerät geschmückt. Ausgestattet ist das Objekt mit einem Bewegungssensor: Jedes Mal, wenn ein Besucher vorbeigeht, fängt es an zu drehen. Er wolle damit anregen, über Vergänglichkeit, Anfang und Ende nachzudenken. «Zu Hause steht ein ähnliches Konstrukt. Das ist wie unser Wachhund», sagt Lustenberger.

Ausstellung, 13. März bis 30. Mai, jeweils Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, ZHAW-Campus Grüental, Grüentalstrasse 14, Wädenswil. Vernissage: 13. März, 17 Uhr.

Erstellt: 12.03.2019, 17:53 Uhr

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