Horgen

Fischenrüti soll sich bald mit Leben füllen

Der Bau der vier Wohnungen, sieben Ateliers, eines Spielgruppenraums sowie der Gemeinschaftsräume ist fast vollendet. Spätestens im April sollen die Mieter die neuen Räume in der Fischenrüti beziehen.

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Wo früher ein Kuhstall war, in der alten Scheune, ist heute ein schöner Gemeinschaftsraum mit Küche. Im selben Gebäude sind vier Wohnungen entstanden, in der Remise wird bald künstlerisch gearbeitet, und Kinderstimmen und Lachen werden zu hören sein. Der Umbau der Fischenrüti von der Architektin Noëmi Züst ist in den letzten Zügen. Anfang März, spätestens im April, sollen die neuen Räume bezogen werden können. Ein friedlicher Ort, an dem Begegnungen zwischen verschiedenen Kulturen und Generationen möglich sind, das soll die Fischenrüti sein.

Susanna Züst, Präsidentin Verein In der Fischenrüti, hat für den Umbau mit der Stiftung Edith Maryon den idealen Partner gefunden. «Ich habe einen Partner gesucht, der meine Visionen eines Begegnungs- und Integrationsorts in der Fischenrüti teilte.» Auch Michael Riggenbach, Präsident und Gründer der Stiftung Edith Maryon, spricht von einer schönen und fruchtbaren Zusammenarbeit. Beide sind mit dem Projekt sehr zufrieden und freuen sich, dass in die Fischenrüti bald Leben einkehren wird.

Vision mittragen

Zwei 3,5-Zimmer-Wohnungen, eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit Galerie, eine Familienwohnung mit 4,5 Zimmern sowie ein Studio sind in der alten Scheune entstanden. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung zwischen 79 und 83 Quadratmeter kostet 2325 Franken, die 2,5 Zimmer mit Galerie sind für 2340 Franken zu mieten. Laut Geschäftsführerin Belinda Inglin sind bis auf die 2,5-Zimmer-Wohnung alle Wohnungen vermietet. Sie hätten viele Bewerber gehabt. Bewerben konnte sich jeder. Aber für die Verantwortlichen ist eines wichtig: «Die Mieter – ob von Wohnung oder Ateliers – müssen sich mit der Vision der Fischenrüti identifizieren können und sich hier einbringen», erklärt Inglin. So würden die Wunschkandidaten nicht nur eine Wohnung mieten, sondern auch gleich noch ein Atelier. Dem stillen Handwerk stehen sieben Ateliers zur Verfügung. Zwei davon sind mit Beton-, die anderen mit Holzboden ausgestattet. Noch sind nicht alle Ateliers vermietet.

In der alten Remise wird es im oberen Stock bald eine Spielgruppe mit Sprachförderung in zwei Räumen geben. Marija Lardori ist die Leiterin und freut sich schon sehr auf ihre neue Aufgabe in der Fischenrüti. Sie könne es kaum erwarten, endlich die ersten Kinder in den neuen Räumen zu begrüssen. Kinder von zwei Jahren bis zum Kindergarteneintritt finden hier viel Platz zum Spielen. Die Nachfrage sei gross, freut sich Lardori. Sie plant, ab nächstem Jahr nicht nur Betreuung, sondern auch einen Mittagstisch anzubieten. Wenn der eine Raum nicht von Lardori für ihre Spielgruppe gebraucht wird, kann er von der Öffentlichkeit gemietet werden. «Hier können zum Beispiel Seminare, Töpfer- oder Bewegungskurse stattfinden», sagt Susanna Züst. Auch der Gemeinschaftsraum mit Küche und Vorplatz kann von Externen gemietet werden. Die Verantwortlichen stehen Ideen offen gegenüber.

Spielgruppe in der Remise

Noch sind die Umbauarbeiten nicht ganz abgeschlossen. In einigen Wohnungen müssen noch die Böden sowie Sanitäreinrichtungen gemacht werden. Trotz etwas Verzögerung – geplant war der Einzug der Mieter Ende 2018 – sind die Verantwortlichen sehr zufrieden. Laut Riggenbach hätten gewisse Arbeiten mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet. So war zum Beispiel die Kanalisation komplexer als gedacht. «Wenn alte Bausubstanzen umgebaut werden, braucht das manchmal länger Zeit», sagt Riggenbach. Er und Susanna Züst freuen sich, dass bald die Mieter in die Fischenrüti einziehen und der Begegnungsort von Leben erfüllt wird.

Erstellt: 01.03.2019, 09:20 Uhr

Nachgefragt

«Ich wünsche mir Achtung untereinander»

Susanna Züst, der Umbau der Fischenrüti ist fast beendet, die Räume werden bald bezogen. Ein grosser und wichtiger Schritt für den Verein. Wie fühlen Sie sich?
Ich freue mich, dass ein lebendiger Ort der Begegnung, des gegenseitigen Interesses an Menschen und der Umwelt in der Fischenrüti entstehen kann. Sei dies im gemeinsamen Tun wie Werken, Kochen, Singen, Pflegen, Spielen oder Wohnen, im Gespräch oder im aufmerksamen Miteinander-verbunden-Sein.

Wieso ist der Ort wichtig?
Fischenrüti ist ein Horgner Flurname. Sie liegt auf der obersten Geländeterrasse an einem steil ansteigenden Ast des Säumerwegs – ein historisch interessanter Ort. Sie ist deshalb im Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgeführt. Die Scheunen des ehemaligen Bauernhofs dürfen nicht verschwinden, sondern sollen als lesbare Oase erhalten bleiben und im Ortsbild weckend wirken. Nun sind die zwei von der Stiftung Edith Maryon umgebauten Scheunen mit Wohnungen, Ateliers für stilles Handwerk und Projekten für Integration ab April bezugsbereit.

Wie soll sich die Fischenrüti weiterentwickeln?
Für diesen Begegnungsort für Integration von Menschen verschiedener Herkunft, Kulturen und Religionen wünsche ich mir Achtung untereinander. Annäherung, sich verstehen lernen. Zum Beispiel in der Spielgruppe mit Sprachförderung: Auch hier wünsche ich mir für die Kleinen ein frühzeitiges Üben, im Spiel voneinander zu lernen, sich verstehen zu lernen. Die Fischenrüti birgt mit ihren vielseitigen Möglichkeiten Synergien, die sich entwickeln und befruchten mögen.

Susanna Züst ist Präsidentin des Vereins In der Fischenrüti.

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