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Filmpodium schnappt sich den Schriftzug des Kinos Speer

Am Montag hat das Filmpodium Thalwil den Kinoschriftzug des ehemaligen Kinos Speer im Zentrum abmontieren lassen. Neu könnte er am Schulhaus Feld angebracht werden, wo der Verein Filme zeigt.

Nicht ganz zwei Stunden brauchten die beiden technischen Monteure für die Demontage des Schriftzugs.
Nicht ganz zwei Stunden brauchten die beiden technischen Monteure für die Demontage des Schriftzugs.
Manuela Matt
Neu könnte der ikonische Schriftzug am Schulhaus Feld angebracht werden, wo der Filmpodium Thalwil zeigt.
Neu könnte der ikonische Schriftzug am Schulhaus Feld angebracht werden, wo der Filmpodium Thalwil zeigt.
Manuela Matt
Die Liegenschaft, in der sich das ehemalige Kino Speer befindet, wurde vor einigen Jahren verkauft. Der neue Eigentümer will das Haus abreissen und eine neue Überbauung realisieren.
Die Liegenschaft, in der sich das ehemalige Kino Speer befindet, wurde vor einigen Jahren verkauft. Der neue Eigentümer will das Haus abreissen und eine neue Überbauung realisieren.
Manuela Matt
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Bis 1978 flimmerten im Kino Speer in Thalwils Zentrum ­Filme über die Leinwand. Das Filmpodium Thalwil hat sich damals auch immer wieder im Kino einge­mietet. Seit fast 40 Jahren zeigt der Verein regelmässig Filme im Singsaal des Schulhauses Feld. «Der neue Eigentümer der Liegenschaft hat mich kontaktiert und gefragt, ob wir den Ki­no­schriftzug haben möchten», erzählt Verena Biedermann, Präsidentin des Filmpodiums.

Die Liegenschaft, in der sich das ehemalige Kino Speer befindet, wurde vor einigen Jahren verkauft. Der neue Eigentümer will das Haus abreissen und eine neue Überbauung realisieren. Den leuchtenden Schriftzug schenkt er dem Filmpodium. Unter zwei Voraussetzungen: «Wir müssen ihn selber abmontieren, und dies bis Ende April», so Biedermann.

Alles blieb heil

Gestern hat eine spezialisierte Firma, die in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Eigentümer und der Gemeinde Thalwil ausfindig gemacht werden konnte, den Schriftzug abmontiert. Die Demontage sowie die Zwischenlagerung seien finanziell gesichert, sagt Biedermann. Ein Spender, der anonym bleiben möchte, kommt dafür auf. Biedermann verrät nur, dass sie den Aufwand finanziell und organisatorisch etwas unterschätzt habe. Zu den Kosten macht sie keine Angaben.

Die Demontage ging ohne Probleme über die Bühne. Nicht ganz zwei Stunden brauchten zwei technische Monteure, um den 3,5 Meter langen und etwa 1,2 Meter hohen Schriftzug zu demontieren. Zuerst mussten sie die Neonröhren auf dem Schriftzug wegnehmen, dann kam die Haube weg sowie die im Schriftzug enthaltenen Kabel und zuletzt noch der Schriftzug selber, der aus Aluminium besteht. Alles blieb heil. Ob der Schriftzug noch funktioniert oder restauriert werden muss, das wird sich noch zeigen.

Gemeinde muss entscheiden

Zwischengelagert wird der Kino­schrift­­zug bei der Firma im Lager. Doch schon bald soll er wieder zum Einsatz kommen. «Wir möchten den Schriftzug an der Nordwand des Schulhauses Feld montieren», sagt die Präsidentin. Dort, wo das Filmpodium seit bald 40 Jahren regelmässig zum Kinoabend einlädt. Das Filmpodium hat bei der Gemeinde ein Gesuch für die Montage eingereicht. Dieses ist noch hängig. Doch Biedermann ist optimistisch, dass der Kinoschriftzug bald ein neues Plätzchen haben und wieder zum Einsatz kommen wird.

Sollte das Gesuch nicht bewil­ligt werden, wissen die Verantwortlichen noch nicht, was sie mit dem Schriftzug machen würden. «Es wäre schade, wenn ­diese Tafel aus den 50er-Jahren, die meines Wissens so in der Schweiz einzigartig ist, irgendwo in einem Lager verkümmern würde», sagt Biedermann. Wenn das Gesuch bewilligt wird, muss das Filmpodium wiederum eine Lösung für die Finanzierung der Restauration und Wiedermontage finden.

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