Samstagern

Film und Theater auf dem Lande

Auf dem Bio-Bauernhof Blum findet ab Ostersamstag bis September das Plateaux-Festival statt. Unter dem Thema «Werte schaffen» zeigen Künstler ihre Werke.

Mateo Chicon-Pino, Martin Blum und Marcel Hörler (von links) stehen auf den selbstgebauten Tribünen für das Festival.

Mateo Chicon-Pino, Martin Blum und Marcel Hörler (von links) stehen auf den selbstgebauten Tribünen für das Festival. Bild: Moritz Hager

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Auf einer Anhöhe in Samstagern befindet sich der Bio-Bauernhof Blum. Rund herum liegt noch ein bisschen Schnee. Lässt man den Blick schweifen, sieht man über den Zürichsee an das rechten Seeufer. Im alten Hühnerhof, wo früher Körner gepickt und Eier gelegt wurden, steht heute die Bühne und Tribüne des Plateaux-Festivals. «Diese habe ich in den letzten Tagen zusammen gebaut», sagt Martin Blum, Bio-Bauer und Gastgeber des Plateaux Festivals.

Elf Kubikmeter Holz habe er dafür aus dem anliegenden Wäldchen geholt. Zwischen den Bänken wachsen Pflanzen hervor, wilden Zwetschge und Himbeere. Mittendrin steht ein Birnbaum. «Auf der Tribüne unter freiem Himmel ist der Zuschauer dem Wetter zu einem gewissen Grad ausgesetzt», sagt Blum. «Das ist eine tolle Analogie zwischen Kunst und Landwirtschaft.»

Im Hof Blum war schon öfters Schauplatz für Kunstprojekte. Dieses Jahr hat sich Martin Blum mit Mateo Chacon-Pino, Kurator und Kunsthistoriker und Marcel Hörler, freier Kurator, zusammengetan. «Ich fühle mich aber nicht mehr ganz am Puls der zeitgenössischen Kunstszene, deshalb leite ich das Festival nun gemeinsam mit Mateo Chacon-Pino und Marcel Hörler.», sagt er. Auf den Vorschlag von Blum haben die drei Kunstbegeisterten beschlossen, zusammen das Festival zu organisieren. Seit letztem Sommer sind sie am Planen.

Werte und Nachhaltigkeit

Unter dem Titel «Werte schaffen» präsentieren lokale, nationale und internationale Künstler ihre Werke. Behandelt werden Fragen und Lösungen der Nachhaltigkeit. «Wir fragen uns, wie Werte eigentlich geschaffen werden», sagt Mateo Chacon-Pino. «Mit Martin Blum als Bio-Bauer lagen die Themen Werte und Nachhaltigkeit recht schnell auf der Hand.» Die meisten der geladenen Künstler hatten schon ein Projekt in diese Richtung. Ein paar wenige habe ihr Projekt angepasst, oder etwas neues konzipiert.

Zusätzlich gibt es diverse Gastauftritte, welche die Thematik des Plateaux-Festivals mit einer Carte Blanche aufnehmen. Das heisst, die Künstler sollen das Thema auf ihre eigene Art reflektieren und so das kuratierte Programm etwas durcheinander wühlen. Die Organisatoren wissen zwar aus technischen Gründen, was geplant ist, haben sich aber nicht eingemischt. Vorgegeben ist nur, dass die Darbietung eine Reaktion auf das Programm des Festivals sein soll. Zum Auftakt am Samstag nehmen zwei Vorträge die Themen Werte und Nachhaltigkeit auf und dienen als Orientierung für das ganze Festival.

Johanna Bruckner stellt ihre Forschung zu den Arbeitsverhältnissen und Einkommen von Künstlern vor. Zusätzlich präsentiert Simon Würsten Marin eine kunsthistorische Perspektive zur Entwicklung der Beziehung zwischen Kunst und Landschaft. Die dritte Darbietung ist die Performance «Economies» von Johanna Kotlaris. Darin thematisiert sie Ökonomien aller Art, von der Ökonomie der Nettigkeit, bis zur Ökonomie des Mangels. Das Plateaux-Festival findet an acht Tagen statt, verteilt von April bis September. «Im Sommer wird hier alles ganz anders aussehen als jetzt», sagt Blum. Der Zuschauer soll sehen wie sich der Hof ständig verändert. Dadurch soll ein Bezug zu der Landwirtschaft entstehen.

Für gross und klein

Die Organisatoren hoffen auf ein gemischtes Publikum. Es sei spannend, wenn zum Beispiel Spaziergänger zufällig auf das Festival treffen würden, meint Blum. Auch Kinder und Familien seien herzlich willkommen. An drei Festival Tagen gibt es explizite Veranstaltungen zur Kunstvermittlung für Kinder und Jugendliche. «Der Hof ist allgemein sehr familienfreundlich, das wollen wir respektieren», sagt Chacon-Pino.

Der Eintritt in das Festival ist gratis. Unterstützt werden die Veranstalter von der Gemeinde, dem Kanton und Stiftungen. «Trotzdem könnte das Festival ohne viel freiwillige Arbeit nicht stattfinden», sagt Hörler.

Der Auftakt des Plateaux-Festivals findet am Samstag, 20. April, von 16 Uhr bis 22 Uhr auf dem Landwirtschaftsbetrieb Froh Ussicht in Samstagern statt. Weitere Daten sind zu finden auf www.plateauxfestival.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.04.2019, 18:41 Uhr

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