Thalwil

Rallye führt zwei Brüder bis nach Tadschikistan

Die Brüder Michael und Stephan Bischof starten am Sonntag zu einer Rallye, die sie bis nach Zentralasien, ins ferne Tadschikistan, führt. Sie verbinden Abenteuerlust mit einem guten Zweck.

Bereit für das Abenteuer: Stephan Bischof (links) und sein Bruder Michael werden als «Brothers on tour» an der Tadschikistan-Rallye teilnehmen.

Bereit für das Abenteuer: Stephan Bischof (links) und sein Bruder Michael werden als «Brothers on tour» an der Tadschikistan-Rallye teilnehmen. Bild: pd

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Stephan Bischof befindet sich zu Hause in Thalwil mitten in den Vorbereitungen für eine Reise, zu der er sagt: «Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone.» Sein Bruder Michael, wohnhaft in Adliswil, schaut bei ihm vorbei. Beide tragen ein T-Shirt mit dem Aufdruck: «Brothers on Tour 10'000 km Adventure for Charity». Die Bischof-Brüder nehmen an der Tadschikistan-Rallye teil. Allein die Distanz von 10'000 Kilometern sagt aus, dass da kein normaler Ausflug bevorsteht, und um die Route zu überblicken, lohnt sich ein Blick auf die Weltkarte.

Ziel der Tadschikistan-Rallye ist Duschanbe, die Hauptstadt der Republik, die aus der ehemaligen Sowjetunion hervorgegangen ist. Das Land liegt auf demselben Längengrad wie Afghanistan und Pakistan. Start ist am kommenden Sonntag in München, abenteuerlich wird es spätestens in Aserbaidschan. Danach folgt der Iran. «Mich macht es glücklich, wenn ich andere Regionen, Menschen und Kulturen kennenlerne», sagt Stephan und betont nochmals, wie wichtig es ihm ist, den Alltag auch mal hinter sich zu lassen. Auf Reisen in ferne Länder Neues zu entdecken, übt auch für Michael einen besonderen Reiz aus. «Damit lerne ich meine Grenzen besser kennen, ich entdecke aber auch verborgene Talente.» Seine Erkundungen führten ihn bislang nach West- und Ostafrika sowie nach Asien.

Im VW-Bus nach Zentralasien

Tempo bolzen ist bei der Rallye unnötig, es gilt nicht, möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Es gibt aber auf der ganzen Strecke weder Checkpoints noch Begleitfahrzeuge. Jedes der rund 25 Teams ist für sich selbst verantwortlich.

Die Komfortzone verlassen die Brüder in der Tat. Michael und Stephan Bischof sind mit einem, eigens für das Abenteuer über Stock und Stein auf Vordermann gebrachten, VW-Kastenwagen mit dem Kosenamen «Sunny» unterwegs. Zelt und Gaskocher gehören zur Ausrüstung. «Wir verzichten bewusst auf ein Navigationsgerät», sagt Michael. «Stattdessen haben wir sehr gutes Kartenmaterial.» Stephan fügt an: «Wir hoffen auf Einladungen der heimischen Bevölkerung. Wir wollen dann von unseren Gastgebern Fotos machen und ihnen diese als Geschenk überlassen.»

Während des Gesprächs sprühen die Brüder vor Begeisterung auf die kommenden Tage. Sie erzählen auch von den Schwierigkeiten, für einige Länder ein Visum zu beschaffen. «Der Iran wollte von uns Fingerabdrücke, nicht nur des Daumens. Wir erledigten das im forensischen Institut der Kriminalpolizei Zürich», sagt Stephan.

Die voraussichtliche Route der beiden Brüder. (für eine vergrösserte Ansicht auf die Karte klicken)

Keine Angst trotz Anschlag

An dieser Stelle kommt das Gespräch auf das Thema Sicherheit. «Syrien durchqueren wir nicht», sagt Michael. Ein mulmiges Gefühl könnte den Brüdern auch der kürzlich verübte Terroranschlag in Tadschikistan, dem Ziel ihrer Reise, bereiten. Ende Juli wurden vier Touristen auf einer Bikertour getötet, darunter ein Schweizer. Zum Anschlag bekannte sich der Islamische Staat. «Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte zeigten sich besorgt», sagt Michael. «Wir denken, das war ein Einzelfall.» Sie würden aber keine Risiken eingehen. «Angst ist ein schlechter Begleiter», ergänzt Stephan. «Wir bewahren unsere positive Haltung.»

Die Tadschikistan-Rallye steht unter dem Patronat des Deutschen Caritasverbandes, in Kooperation mit Caritas international. Die Spendenaktion kommt Caritas international zugute. Tadschikistan gilt als eines der ärmsten Länder der ehemaligen Sowjetunion. Im Vorfeld haben die Brüder via ihrer Homepage bereits 3170 Franken überwiesen. «Wir wollen diesen Betrag bis zur Ankunft in Duschanbe verdreifachen», sagt Michael. Ende September werden die Brüder in der Hauptstadt wohl von einer beachtlichen Menschenmenge empfangen. VW «Sunny» bekommt dann einen neuen Besitzer und zurück geht es konventionell mit dem Flieger.

Weitere Informationen unter www.brothers-on-tour.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.08.2018, 15:23 Uhr

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