Thalwil

FC Thalwil übernimmt Zuschauertribüne aus Schaffhausen

Neben dem Hauptspielfeld des FC Thalwil wird zurzeit eine Zuschauertribüne mit 480 Sitzplätzen errichtet. Die ehemalige Tribüne des FC Schaffhausen soll in Thalwil als Publikumsmagnet wirken.

Mit Hilfe aus der Luft und vereinten Kräften setzen die Spezialisten die verschiedenen Tribünenelemente zusammen.
Video: Martin Steinegger / Patrick Gutenberg / Hannah Scharnagl

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Das Rauschen der Autobahn ist an diesem Mittwochvormittag kaum mehr zu hören. Zu laut rattert der Helikopter, der hoch über dem Fussballplatz Brand 2 schwebt. An seinem 50 Meter langen Seil hängt ein Stahlgerüst. Direkt über der schmalen Böschung zwischen Spielfeld und Autobahn zirkelt der Pilot das Element nun fast zentimetergenau auf eine Stahlkonstruktion.

Was hier seit Montag entsteht, ist eine gedeckte Zuschauertribüne mit 480 Sitzplätzen. «Die Tribüne ist das Element, das uns noch gefehlt hat für eine perfekte Anlage», sagt Roger Leutwyler, Vereinspräsident des FC Thalwil. Von der Clubhausterrasse aus beobachtet er die spektakulären Arbeiten. Erst letztes Jahr hatte der Verein dieses neue Clubhaus in Betrieb genommen. Zudem liess die Gemeinde das Hauptspielfeld mit neuer Beleuchtung und Einzäunung aufrüsten.

Auch der Rasen ist in tadellosem Zustand. Die Tribünenelemente per Lastwagen über diesen Platz zu schleppen, kam nicht infrage. Zu gross wäre der Schaden. Darum wurde die Transportfirma Central Heli engagiert. Mit ihrem Helikopter befördert sie die bis zu einer Tonne schweren Elemente von der einen Seite des Platzes auf die andere.

Attraktiv für den FCZ

Neu ist die Stahlrohrtribüne nicht. Sie gehörte zuvor zum Stadion Breite in Schaffhausen. Seit der FC Schaffhausen im Jahr 2017 von dort in seine neue Fussballarena umzog, fristete sie ihr Dasein. Dass die Tribüne nun beim Erstligisten Thalwil aufgebaut wird, sei «ein Glücksfall», sagt Leutwyler. Einen Club mit vergleichbarer Tribüne gebe es in der Region, mit Ausnahme von Freienbach, nirgends.

Zustande gekommen ist der Deal zwischen dem Challenge-League-Club aus Schaffhausen und dem FC Thalwil unter anderem dank Kontakten zur Besitzerfamilie des FC Schaffhausen. In Fussballkreisen waren die Pläne der beiden Clubs schon seit Monaten bekannt. Die Baufreigabe habe man aber erst letzten Freitag erhalten. Nun also ist die Sache definitiv. Und die Tribüne ist nicht die einzige Anschaffung aus Schaffhausen: Auch gepolsterte Sitze für die Spielerbänke und einen Spielertunnel konnte man von den Munotstädtern übernehmen. Die Kaufsumme für alles zusammen betrage 70'000 Franken.

Doch wozu braucht ein Verein, dessen Heimspiele jeweils von rund 150 Zuschauern verfolgt werden, eine so grosse Tribüne? Einerseits werde dadurch der Matchbesuch für die Zuschauer angenehmer, erklärt Roger Leutwyler. So soll sie zum Publikumsmagnet werden. «Andererseits ist ein Club mit einer solchen Infrastruktur auch für junge Talente interessanter.»

Zudem hoffe man, dank der Tribüne Austragungsort für Testspiele von grossen Clubs wie dem FC Zürich zu werden. Auch ermögliche es beispielsweise, den Junioren-Cup-Final durchzuführen.

Höherer Ticketpreis

An der Finanzierung der Tribüne beteiligt sich auch die Gemeinde Thalwil. 30000 Franken steuert sie bei, wie Liegenschaftenvorstand Andreas Federer (CVP) bestätigt. «Dieser Betrag entspricht dem Budget, das die Gemeinde ursprünglich für den Bau von Sitzstufen an gleicher Stelle vorgesehen hatte.» Die Idee für solche Stufen, wie sie es an der Rundbahn im Brand 1 gibt, wurde aber wieder verworfen, als der FC mit dem Vorschlag der Schaffhauser Tribüne kam.

Am Freitag sollen die letzten Arbeiten an der Tribüne fertig sein. Beim ersten Heimspiel der neuen Saison wird sie aber noch leer bleiben. «Die Bauabnahme findet erst später statt», erklärt Roger Leutwyler. Erstmals zum Einsatz kommt die neuste Anschaffung des FC Thalwil deshalb am 24. August, beim Spiel gegen den FC Kosova. Gedecktes Sitzen bedeutet ab dann auch ein etwas teureres Eintrittsticket: Statt 10 Franken kostet ein Matchbesuch fortan 15 Franken, inklusive Getränk.

Erstellt: 24.07.2019, 22:40 Uhr

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