Konfetti-Streit

Fasnächtler sehen sich nicht als Reinigungsunternehmen

Der Streit um die Reinigung nach der Fasnacht ist noch nicht ausgestanden. Die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) Wädenswil hat für einmal die Zwischenreinigung übernommen, doch im nächsten Jahr soll die Stadt Wädenswil wieder putzen.

Die Überbleibsel der Fasnacht putzte am Dienstag der Unterhaltsdienst der Stadt Wädenswil weg. Für einmal hatten die Fasnächtler Vorarbeit geleistet.

Die Überbleibsel der Fasnacht putzte am Dienstag der Unterhaltsdienst der Stadt Wädenswil weg. Für einmal hatten die Fasnächtler Vorarbeit geleistet. Bild: Dorothea Uckelmann

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Die Fasnacht ist nicht spurlos an Wädenswil vorbeigegangen. Der Regen hat sein Übriges dazu beigetragen: Auf dem Strassenbelag kleben die bunten Konfetti fest und werden zu einem Belag aus buntem Pappmaché. Am Dienstagmorgen hatte die Stadtreinigung alle Hände voll zu tun, das Wädenswiler Zentrum von den bunten Papierschnipseln zu befreien. Restlos gelungen ist dies nicht.

Vorarbeit hatte am Sonntag und am Montag, während zweieinhalb Stunden mit insgesamt acht Personen, die Neue Fasnachtsgesellschaft (NFG) Wädenswil zusammen mit Leuten von Wädi rollt und der Jugendarbeit geleistet. Das war Teil des Kompromisses, den die NFG mit der Stadt Wädenswil eingegangen ist, nachdem diese den Fasnächtlern aus Spargründen die Reinigungskosten von rund 25 000 Franken aufbrummen wollte. Geeinigt hatten sich Stadt und Fasnächtler darauf, dass die Stadt die Endreinigung mit Kosten von bis zu 6000 Franken übernimmt und die NFG sich mit 1000 Franken beteiligt.

«Eine einmalige Sache»

Nach dieser erstmaligen Zwischenreinigung durch die Fasnächtler ist für Christoph Lehman, Präsident der NFG jedoch klar: «Wir sind eine Fasnachtsclique und kein Reinigungsunternehmen.» Die Zwischenreinigung durch die NFG ist für ihn «eine einmalige Sache» gewesen. In Zukunft müsse die Stadt die gesamte Reinigung wieder selbst übernehmen. «Wir können nicht die Glärnischhalle für den Maskenball vorbereiten mit 30 Mann und dann noch 10 Personen zum Putzen abbeordern», sagt Lehmann. Es gehe ausserdem nicht, dass die NFG die Fasnacht vorbereitet und dann selbst nicht dabei sein kann, weil die Mitglieder am nächsten Morgen um 8 Uhr aufstehen müssen, um Müll zu sammeln.

Einzig den mit Putzmaterial eingerichteten Wagen am Ende des Fasnachtszuges will die NFG beibehalten. «Auf diese Weise konnten wir sechs Säcke mit Müll von den Zuschauern sammeln, der sonst auf dem Gehweg liegen geblieben wäre.» Immerhin habe er positive Rückmeldungen von den Anwohnern erhalten, die sich über etwas Ruhe nach dem Fasnachtslärm freuten. Statt mit Laubbläsern und Putzmaschine war die NFG mit Handschuhen und Müllsäcken ausgerüstet. «Wir haben Flaschen, Wurstpapier und Plastiktüten eingesammelt», sagt Lehmann.

Fasnächtler kämpfen weiter

«Die Sauberkeit der Strassen ist im Bereich des Erträglichen», sagt Stadtrat Heini Hauser (SVP) und zeigt sich im Gegensatz zur NFG zufrieden mit den auf einen Tag beschränkten Reinigungsarbeiten. Seit 5.30 Uhr war am Dienstag der Unterhaltsdienst der Stadt Wädenswil im Einsatz. Bis 9 Uhr mit 15 Mitarbeitern und mit 6 Personen bis zum Mittag, wie Daniel Betschart, Mitarbeiter des Unterhaltsdienstes mitteilt. Neben der Putzmaschine der Stadt Wädenswil war auch eine des Kantons auf den Wädenswiler Strassen unterwegs. «Unsere zweite ist defekt», informiert Betschart. Dass nicht alle Konfetti beseitigt werden konnten, stört Hauser nicht: «Die Passanten sollen sich selbst die Frage stellen, wer nach der Fasnacht putzen und zahlen soll.»

Am 21. April, wenn die Zahlen und die Rechnung der Reinigung vorliegen werden Vertreter der Stadt und die Fasnächtler Bilanz ziehen. «Dann werde ich mich erneut dafür einsetzen, dass die Stadt die Reinigung wieder vollumfänglich übernimmt», kündigt Christoph Lehmann an.

Erstellt: 07.03.2017, 16:55 Uhr

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