Zum Hauptinhalt springen

Fasnachtszeitung enthüllt Geheimplan für boomendes Wohnparadies

Druckfrisch und brodelnd heiss – weil direkt aus der Gerüchteküche – wird sie ab Freitag von den Schönegglern zum Kauf angeboten: die Fasnachtszeitung «G’hörscht», Horgens meistgeliebtgefürchtete Postille.

Reichlich amüsanten Lesestoff bieten die Horgner Schöneggler in ihrer am Freitag erscheinenden Fasnachtszeitung «G’hörscht».
Reichlich amüsanten Lesestoff bieten die Horgner Schöneggler in ihrer am Freitag erscheinenden Fasnachtszeitung «G’hörscht».
Moritz Hager

Gleich auf der Frontpage enthüllen die fasnächtlichen Blatt- und Plattmacher in grossen Lettern einen bislang streng gehüteten Geheimplan des Gemeinderates, der Grosshorgen nach der Eingemeindung von Hirzel zu mehr Neuzuzügern verhelfen soll. Indem das ganze Gemeindegebiet samt den noch spärlichen Industrie- und Gewerbezonen kurzerhand in eine einzige Wohnzone umfunktioniert wird und wo zu selbigem Zweck sogar Spital, Kehrichtverbrennung und Schinzenhofsaal verschwinden müssen. Logisch nur, wollte da der Gemeinderat in den Verhandlungen mit dem Kanton letzthin nicht noch unnötig Wohnungsland für ein linksufriges Gymi vergeuden.

Und ohnehin weiss der «G`hörscht» verbindlich aus solid unsicherer Quelle: «Wer das Gymi hat, kriegt auch die Deponie». Wächst Horgen tatsächlich so fulminant wie ersehnt, müssen die benachbarten Wättischwiler darüber hinaus sogar noch fürchten, dass sie bald nicht mehr die Grössten sind – im Bezirk jedenfalls und bloss einwohnermässig, versteht sich.

Schlagerschätzeliund Bestatter

Immerhin haben sich in jüngster Zeit bereits reihenweise Promis, wie etwa Schlagerschätzli Francine Jordi, Schauspieler Leonardo Nigro und auch ein national bekannter Bestatter, der offenbar mit dem Bevölkerungsboom das ganz grosse Geschäft in Horgen wittert, im Bezirkshauptort niedergelassen. Das behauptet der «G`hörscht» selbstverständlich nicht einfach nur. Sondern belegt es mit von Paparazzi geschossenen Konterfeis der neu zugezogenen Prominenz vor heimischer Kulisse.

«Wer das Gymi hat, kriegt auch die Deponie»

Und messerscharf analysiert das lokale Intelligenzblatt in seinem Wahlbarometer auch die Ausgangslage für die bevorstehende Narrenwahl. Als Dorfpräsi wieder kandidiert demnach einer, der mehr vom Verwalten als von Visionen versteht. Und zur Verjüngung des politisierenden Veteranenclubs schicken die Sozi einen 64-jährigen Jungspund als «heissen» Anwärter ins Rennen. Derweil der freisinnige Gesellschaftsvorstand, der den Bewohnern der Pflegewohngruppe Strickler keine eigenen Toiletten gönnen mag, gemäss «G`hörscht», damit nicht nur den Unmut älterer Semester fürchten muss. Und sein Parteikollege und Sport- und Liegenschaftsminister nach der katastrophalen Hallenbadabstimmung womöglich einen unliebsamen Taucher.

BildungsferneBildungsanstalt

Heiter weiter geht es etwa mit einer Eigenwerbung des orthographisch nicht ganz sattelfesten Bildungszentrums Zürichsee. Statt einer tollen Karriere wird einem dort so etwas Ähnliches wie Karies versprochen. Und natürlich werden auch in der 76. Ausgabe des «G`hörscht» noch eine ganze Reihe weiterer Fettnäpfchentreter genüsslich durch den Kakao gezogen. Da geht es dann etwa um ein Auto auf Abwegen, ein sündhaft teures Gipfeli, um volle Windeln, einen Undercover-Sheriff oder einen erleuchteten Advent.

Der «G`hörscht» ist für 5 Franken an Horgner Kiosken, in Restaurants und Geschäften erhältlich sowie im Strassenverkauf der Schöneggler.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch