Kantonsrat

Farid Zeroual gibt seinen Einstand im Zürcher Kantonsrat

Am Montag wurde Adliswils Stadtpräsident Farid Zeroual im Zürcher Kantonsrat vereidigt. Er erbt den Sitz seines Parteikollegen Philipp Kutter, der im Juni in den Nationalrat nachrückte.

Der neue Kantonsrat Farid Zeroual auf dem Weg zu seiner Vereidigung im Zürcher Rathaus.

Der neue Kantonsrat Farid Zeroual auf dem Weg zu seiner Vereidigung im Zürcher Rathaus. Bild: David Baer

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Nicht nur für die Schüler des Kantons Zürich markierte der Montag das Ferienende. Auch die Parlamentarier des Kantonsrats fanden sich für die erste Sitzung nach den Ferien im Ratshaus am Zürcher Limmatquai ein. Zum ersten Mal offiziell mit dabei war Adliswils Stadtpräsident Farid Zeroual (CVP). Er tritt die Nachfolge von Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) an, der im Juni für die zurückgetretene Barbara Schmid-Federer (CVP) in den Nationalrat nachgerückt ist.

Aufgeregt sei er nicht, sagt der 55-jährige selbständige IT-Berater vor seiner ersten offiziellen Ratssitzung. Vielmehr sehe er sein neues Amt als spannende Herausforderung. Als Gast seiner CVP-Fraktion hatte er vor den Ferien zur Vorbereitung an einer Fraktionssitzung teilgenommen. «Aber heute ist es schon ein anderes Gefühl.» Auch mit seinem Vorgänger Philipp Kutter habe er sich im Vorfeld getroffen. Dieser habe ihm einen Überblick über die anstehenden Geschäfte verschafft. «Das war sehr hilfreich», sagt Zeroual. Für seine Premiere im Rat habe er zudem die Traktandenliste angeschaut und sich in einige der pendenten Geschäfte eingelesen.

Bienenstock Kantonsrat

Zwanzig Minuten vor Sitzungsbeginn hat Zeroual die Sicherheitsschranke bereits durchschritten und sich an seinem Platz mit der Nummer 77 eingerichtet. Immer mehr Kantonsräte trudeln ein und der Geräuschpegel im Ratssaal steigt. Als die Ratspräsidentin Yvonne Bürgin (CVP) um 8.15 Uhr die Sitzung eröffnet, geht es im Saal zu wie in einem Bienenhaus. Nach sechs Wochen Sommerpause scheint es unter den Räten viel zu besprechen zu geben. Bürgin gibt ihnen gleich noch ein weiteres Thema zu diskutieren: Wegen eines Wasserschadens im Ratshaus, würden die Steckdosen derzeit nicht funktionieren.

Die Vereidigung der neuen Kantonsratsmitglieder ist nach den Mitteilungen der zweite Punkt auf dem Programm. Farid Zeroual, Kathrin Wydler (CVP, Wallisellen) und David Galeuchet (Grüne, Bülach) werden gemeinsam aufgerufen. Zu dritt stehen sie vor dem Ratspräsidium um den Amtseid abzulegen. Als es soweit ist, zögern alle drei kurz — sollen sie nun alle gemeinsam schwören oder einzeln? Sie entscheiden sich für erstere Option. Feierlich, und mehr oder minder im Chor, antworten sie: «Ich gelobe es.»

Als Nächstes steht die Wahl der Neulinge in eine Kommission an. Zeroual ist für die Wahl in die Finanzkommission vorgeschlagen und wird ohne Gegenstimme gewählt. Er freue sich Teil dieser Kommission zu sein, sagt Zeroual, der vor seiner Wahl zum Stadtpräsidenten von Adliswil das Finanzressort unter sich gehabt hatte. «Die Finanzkommission passt zu meiner politischen Erfahrung und ist somit eine Thematik, in welche ich mich gut einbringen kann.»

Ein erstes Gespräch mit der Kommissionspräsidentin Beatrix Frey-Eigenmann (FDP) habe er schon gehabt. Welche konkreten Ziele er sich setzen wolle, könne er jedoch erst nach der ersten Kommissionssitzung Ende Monat sagen, erklärt Zeroual.

Trotz des konstant hohen Lärmpegel, führt die Ratspräsidentin unbeirrt durch die Traktanden. Nur ein einziges Mal herrscht einen Moment lang absolute Stille im Saal, nähmlich als die Präsidentin den Rat über den Tod von Alt-Kantonsrat Theo Toggweiler (SVP) informiert.

Lauter und grösser

Die Geräuschkulisse im Kantonsrat sei schon um einiges lauter als bei den Gemeinderatssitzungen in Adliswil, stellt Zeroual in der Pause fest. Dennoch ist er überzeugt, dass es ihm gelingen wird sich Gehör zu verschaffen. «Aus meiner bisherigen Erfahrung sind eine gute Vorbereitung und überzeugende Argumente entscheidend. Dann hören die Leute auch zu.»

Der zweite Unterschied zu den gewohnten Gemeinderatssitzungen sieht Zeroual darin, dass die Ratsmitglieder nicht immer mit den örtlichen Begebenheiten einer Vorlage vertraut sind. Wenn im Rat der 19 000-Einwohner Stadt Adliswil beispielsweise über ein Bauprojekt diskutiert werde, müsse niemandem mehr erklärt werden um welches Stück Land es gehe und wo es liege. «Alle kennen sich aus. Im Kantonsrat ist dieses lokale Wissen nicht immer gegeben.» Dies könne es natürlich schwierig machen ein Projekt richtig zu beurteilen. Um so wichtiger sei die Vorbereitung auf die Sitzungen und der Austausch mit anderen Ratsmitgliedern.

Erstellt: 20.08.2018, 16:06 Uhr

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