Fallkosten

Fallkosten: Spitäler am linken Seeufer entgegen dem Trend

Die durchschnittlichen Fallkosten der Zürcher Spitäler sind im letzten Jahr erstmals gesunken. Die Entwicklung am linken und rechten Zürichseeufer ist unterschiedlich.

Die Fallkosten in den Spitälern am linken Zürichseeufer sind gestiegen – entgegen der Entwicklung im Rest des Kantons.

Die Fallkosten in den Spitälern am linken Zürichseeufer sind gestiegen – entgegen der Entwicklung im Rest des Kantons. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Mehrheit der Spitäler im Kanton Zürich konnten ihre Fallkosten senken. Dies zeigen die Zahlen, welche die Gesundheitsdirektion am Montag veröffentlichte. Der Vergleich zeigt auf, welche der 19 untersuchten Spitäler ihre Kosten für stationäre Patienten mit der aktuell gültigen Fallpauschale von 9650 Franken decken können. Spitäler mit tieferen Fallkosten können Gewinne einstreichen. Kosten, die höher liegen als die Fallpauschale, werden zum Teil durch Zusatzversicherte gedeckt. Wenn nicht, legen die Spitäler drauf.

Zu den Spitälern mit rückläufigen Kosten gehören jene am rechten Seeufer. Das Spital Zollikerberg weist neu durchschnittliche Fallkosten von 9817 Franken auf (Vorjahr 10015 Franken). Damit hat das Spital zwei andere Spitäler überholt und liegt nun auf dem 7. Rang der 19 Institutionen. Spitaldirektorin Orsola Vettori ist zufrieden mit der Platzierung. Die Fallkosten seien unter anderem deshalb leicht gesunken, «weil wir in einem wichtigen Bereich, der Klinik für Innere Medizin, deutlich mehr Patienten behandeln – plus drei Prozent –, ohne dass die Kosten entsprechend gestiegen sind».

Im Spital Männedorf betragen die Fallkosten im Durchschnitt 10262 Franken (Vorjahr 10747 Franken). Gemäss CEO Stefan Metzker zeigen die Bemühungen der letzten Jahre, das Angebot des Spitals den Bedürfnissen der Region anzupassen, Prozesse zu optimieren und die Kosten zu kontrollieren, positive Auswirkungen: «In unseren Fallkosten sind Kosten unserer getätigten Um- und Erweiterungsbauten enthalten. Diese Investitionen erhöhen die Fallkosten.»

Beschränkt beeinflussbar

Anders die Spitäler am linken Seeufer: Dort sind die durchschnittlichen Fallkosten gestiegen. Im See-Spital betragen sie neu 10074 Franken am Standort Kilchberg (Vorjahr 9776 Franken) sowie 10175 Franken am Standort Horgen (Vorjahr 10143 Franken).

Melanie Roche, Mediensprecherin des See-Spitals, hält fest, dass die Zahlen die tatsächlichen Bemühungen der Spitäler nicht in jedem Fall abbilden würden: «Das See-Spital hat 2018 die Gesamtkosten am Standort Horgen konstant halten und am Standort Kilchberg um 17 Prozent reduzieren können. Auf die Fallzahlen, welche im letzten Jahr vor allem am Standort Kilchberg gesunken sind, hatten wir jedoch nur sehr beschränkten Einfluss. Daraus resultierten die höheren durchschnittlichen Fallkosten.» Auch Roche erwähnt Investitionen in die Infrastruktur und neue Gebäude, die sich in den Fallkosten niederschlagen.

Stark angestiegen sind die Fallkosten im Paracelsus-Spital Richterswil, sie betragen neu 9747 Franken (Vorjahr 9097 Franken). Damit ist das Paracelsus-Spital noch das fünftgünstigste Spital, im Vorjahr belegte es den dritten Platz. Jürgen Robe, CEO der Besitzerin NSN Medical AG und interimistischer Klinikleiter, hat dafür eine Erklärung parat: «Die Fallkosten letztes Jahr waren aufgrund eines Zuweisungsfehlers zu tief, die Belegarztkosten waren dabei nicht vollständig eingerechnet. Unter Berücksichtigung dieses Punktes haben wir gegenüber dem Vorjahr nur eine unwesentliche Veränderung in den Fallkosten.»

Komplizierte stationäre Fälle

In den meisten Spitälern im Kanton ist die Fallschwere leicht angestiegen. Dies liegt unter anderem an der vom Regierungsrat geforderten Umsetzung «ambulant vor stationär»: Der durchschnittliche Schweregrad im stationären Bereich steigt, da weniger komplizierte Fälle nun ambulant behandelt werden. Ein Beispiel dafür ist das Paracelsus-Spital: Dort erklärt sich der Anstieg durch die Zunahme der komplexeren und damit aufwendigeren onkologischen Fälle. «Dieser Schwerpunkt soll ja am Paracelsus-Spital ausgebaut werden», sagt Klinikleiter Robe.

Minim gesunken ist die Fallschwere am Zürichsee einzig am Spital Zollikerberg. Dies lässt sich gemäss Spitaldirektorin Orsola Vettori damit erklären, dass der Anteil der Geburtshilfe (mit niedrigem Fallgewicht) überproportional zugenommen hat, nämlich um 9 Prozent.

Erstellt: 09.07.2019, 10:18 Uhr

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