Adliswil

In diesen Wohnungen wandern die Möbel

Eine Firma von Multimilliardär Hansjörg Wyss lässt in einem ehemaligen Swiss-Re-Gebäude Mietwohnungen der besonderen Art bauen: die Möbel lassen sich auf Knopfdruck verschieben.

Bis letzten Frühling war das Uetlihus im Adliswiler Gebiet Sood ein Bürostandort der Swiss Re. Nun entstehen darin 96 Mietwohnungen.

Bis letzten Frühling war das Uetlihus im Adliswiler Gebiet Sood ein Bürostandort der Swiss Re. Nun entstehen darin 96 Mietwohnungen. Bild: Moritz Hager

In der Auflistung der reichsten Schweizer tauchte sein Name regelmässig ganz weit oben auf: Hansjörg Wyss. Der heute 83-jährige ETH-Ingenieur wurde mit dem Verkauf seines Orthopädiekonzerns Synthes zum Multimilliardär. Der Unternehmer ist aber auch Mäzen. So finanziert Wyss unter anderem Forschungsprojekte und unterstützt verschiedene Stiftungen.

Auch im Immobilienmarkt ist der Berner, der seinen Wohnsitz in den USA hat, aktiv. Letztes Jahr wurde bekannt, dass seine Immobilienfirma Loreda Real Estate GmbH in Adliswil zwei Bürogebäude der Swiss Re gekauft hat. Der Rückversicherer ist im letzten Frühling mit rund 650 Mitarbeitenden ausgezogen. Die Liegenschaften liegen direkt an der Bahnhaltestelle Sood-Oberleimbach. Eine davon, jene an der Soodstrasse 52, dient weiterhin als Bürokomplex. Zu den Mietern zählt vorübergehend auch die Stadt Adliswil.

Schlafen, Kochen, Arbeiten

Im zweiten Gebäude, jenes im Sihlhof 2 mit Namen Uetlihus, entwickelt sich hingegen etwas Neues. Die Loreda Real Estate GmbH lässt zurzeit das Bürogebäude in ein Wohnhaus mit 96 Mietwohnungen umbauen. Neben 69 Einzimmerwohnungen (bis 61m2) entstehen 18 Zweizimmer- (bis 76m2), 6 Dreizimmer- (bis 100m2) und 3 Viereinhalbzimmerwohnungen. Gebaut werden sie von der Firma Halter AG, die als Totalunternehmerin fungiert.

So verändert sich die Wohnung: Von Arbeiten (links) zu Wohnen.

Das Spezielle am Projekt Uetlihus: In rund der Hälfte der Einzimmerwohnungen baut Halter sein Wohnkonzept namens Movement ein. Dabei handelt es sich um Wohnungen mit industriell vorgefertigten Raumelementen, die sich jederzeit per Knopfdruck verschieben lassen. So könne man aus bis zu neun verschiedenen programmierten Wohnsituationen aussuchen, erklärt Halter-Mediensprecher Nik Grubenmann. Je nachdem, welche Situation der Bewohner auswählt – zum Beispiel Schlafen, Kochen oder Arbeiten –, sind die Möbel im Raum anders angeordnet. Verschiebbar sei unteranderem das Bett. Weitere Details zum Konzept könnten noch nicht preisgegeben werden, da sich Halter noch in einem Patentverfahren befinde.

Auch in Basler Hochhaus

Fakt ist: Die verschiebbaren Elemente vergrössern die Nutzfläche der Wohnung. So können beispielsweise 40 Quadratmeter Wohnfläche auf 54 Quadratmeter Nutzfläche ausgeweitet werden.

Das Konzept basiere auf einer Idee des österreichischen Architekten Angela Roventa. «Wir haben mit ihm eine Vereinbarung abgeschlossen, die es uns erlaubt hat, seine Idee während der letzten Jahre weiterzuentwickeln», sagt Grubenmann. Umgesetzt werde das Konzept nicht nur in Adliswil, sondern auch im zurzeit entstehenden Basler Hochhaus Claraturm. Jene Movement-Wohnungen in Adliswil werden jedoch als erste bezugsbereit sein.

So verändert sich die Wohnung: Von Schlafen (links) zu Wohnen.

«Das Konzept ist eine sinnvolle Idee und ein attraktives Produkt», sagt Yannick Daxelhoffer, der vonseiten der Loreda Real Estate GmbH für das Wohnprojekt zuständig ist. Auf dem Markt bestehe vermehrt die Nachfrage nach Kleinwohnungen. «Wegen der demografischen Entwicklung gibt es zunehmend kleine Haushalte.» Doch auch unter ausländischen Fachkräften bestünde ein entsprechender Bedarf.

Mieten sind «moderat»

Das Angebot im Uetlihus richte sich des Weiteren auch an junge Leute, die das Elternhaus verlassen und in eine bereits teilmöbliert Wohnung ziehen möchten. Wie hoch die Mieten sein werden, wollte Daxelhoffer noch nicht sagen. Nur so viel: «Sie sind moderat.» Im Internet sind die Wohnungen nun ausgeschrieben. Anfragen habe man bereits erhalten.

Potenzial sieht die Firma Loreda Real Estate auch im Standort Adliswil. «Die Überbauung Greencity zeigt, dass sich Zürich immer mehr in Richtung Süden entwickelt. Das Gebiet Sood ist darum ein ausserordentlich interessanter Standort.» Voraussichtlich in einem Jahr wird der Umbau des Uetlihus abgeschlossen und die Wohnungen bezugsbereit sein.

Markus Hausmann

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.09.2018, 15:26 Uhr

Während Umbau des Stadthauses

Stadtverwaltung zieht vorübergehend ins Sood-Quartier

Das Adliswiler Stadthaus an der Zürichstrasse 12 im Zentrum wird voraussichtlich ab nächstem Frühling während knapp zweieinhalb Jahren erweitert und umgebaut. Das Projekt sei soweit finalisiert, dass noch diesen Herbst das Baugesuch eingereicht werden könne, teilt die Stadt mit.

Politisch hatte das Projekt im Februar 2016 grünes Licht erhalten, als die Adliswiler an der Urne einem Kredit von 22 Millionen Franken zustimmten.
Nun ist klar: Jene Abteilungen der Stadtverwaltung, die an der Zürichstrasse 12 ansässig sind, werden während der Bauzeit im Sood-Quartier stationiert. Und zwar im ehemaligen Swiss-Re-Gebäude Tüfi an der Soodstrasse 52, das direkt neben der Bahnstation Sood-Oberleimbach liegt. Das Haus gehört der Loreda Real Estate GmbH. Ihr bezahlt die Stadt für die gesamte Zeit Mietkosten von rund 709'000 Franken. Weitere rund 10'000 Franken beträgt die Miete von acht Parkplätzen.

Die Liegenschaft biete technisch und räumlich geeignete Flächen, um das Angebot der Stadtverwaltung temporär unterzubringen, heisst es in der Mitteilung. Vor dem Umzug seien nur kleine sicherheitstechnische Anpassungen für die Zugangsberechtigung umzusetzen.

Dem Baulärm ausweichen

Dank des Provisoriums könne gewährleistet werden, dass weder Kunden noch Mitarbeitende der Verwaltung durch die Bauarbeiten beeinträchtigt würden. Auch seien so keine zusätzlichen Massnahmen für die Sicherheit und gegen Lärm und Staub nötig, was sich positiv auf die Bauzeit auswirke.

Ziel der Erweiterung des Stadthauses ist es, die verschiedenen Standorte der Verwaltung in einem Gebäude mit 110 Arbeitsplätzen zu zentralisieren. Einzig das Ressort Sicherheit und Gesundheit wird weiterhin einen separaten Standort haben. (ham)

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