Bahnausbau

Zuerst der Zimmerberg-Tunnel, erst dann die neue SOB-Haltestelle

Endlich scheint die neue Haltestelle der Südostbahn bei der Hochschule Wädenswil Tatsache zu werden. Doch das Projekt hat einen Haken – es wird bis zur Realisierung noch Jahre dauern.

Um das Nadelöhr zwischen Thalwil und Zug zu beheben, wollen die SBB spätestens im Jahr 2035 den Zimmerberg-Basistunnel II in Betrieb nehmen. Hier im Horgner Gebiet Meilibach wird die Bahnlinie dereinst vielleicht in einen Tunnel abzweigen.

Um das Nadelöhr zwischen Thalwil und Zug zu beheben, wollen die SBB spätestens im Jahr 2035 den Zimmerberg-Basistunnel II in Betrieb nehmen. Hier im Horgner Gebiet Meilibach wird die Bahnlinie dereinst vielleicht in einen Tunnel abzweigen. Bild: Manuela Matt

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Gross war die Freude diese Woche in Wädenswil: Der Bundesrat hat die neue Haltestelle Reidbach der Südostbahn (SOB) in das 12 Milliarden teure Schweizer Bahninfrastrukturprojekt aufgenommen. Sagen die eidgenössischen Räte im kommenden Jahr Ja zu den Bahnausbauten, steht der Haltestelle bei der Hochschule ZHAW nichts mehr im Weg. Doch jetzt beginnt in der Stadt Wädenswil das lange Warten – und dieses dürfte länger dauern als bisher angenommen: Bedingung für die Haltestelle Reidbach ist nämlich nicht nur der Doppelspurausbau der Südostbahn zwischen Schindellegi und Biberbrugg, sondern wie nun bekannt wurde auch der zweite Zimmerberg-Basistunnel zwischen Thalwil und Baar. Die Planungsarbeiten für das Megaprojekt sollen zwar Mitte 2020 abgeschlossen werden, doch erste Züge dürften frühestens zwischen 2030 und 2035 durch den Tunnel rollen.

«Optimal wäre es, wenn die Haltestelle gleichzeitig mit dem Ausbau der ZHAW realisiert werden könnte.»Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP)

Warum kommt ein Tunnel in Thalwil einer schnellen Realisierung einer neuen Haltestelle in Wädenswil in die Quere? Die Antwort liefert SOB-Mediensprecher Christopher Hug: «Ein zusätzlicher Halt der S13 hat Auswirkungen auf den Fahrplan.» Weil die S13 auch in Zukunft alle aktuell bestehenden Haltestellen bedienen soll, braucht es laut Hug Lösungen, um die Anschlüsse Richtung Zürich weiter zu gewährleisten. «Die Haltestelle Reidbach kann deshalb erst bedient werden, wenn das S-Bahn-Angebot am linken Zürichsee-Ufer angepasst wurde.» Und diese Fahrzeiten ändern erst dann wieder grundlegend, wenn eben der zweite Zimmerberg-Basistunnel realisiert wurde.

Notfalls bleibt der Bus länger

Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) hätte die Reidbach-Haltestelle natürlich lieber früher als später. «Optimal wäre es, wenn die Haltestelle gleichzeitig mit dem Ausbau der ZHAW realisiert werden könnte.» Auch dieser Ausbau geschehe noch nicht heute und morgen. Sollte die Hochschule dennoch vor dem Zimmerberg-Tunnel gebaut sein, könne man die Anbindung der Schule auch mit Bussen überbrücken.

Kutter beurteilt die Aufnahme der einst als «Träumerei» bezeichneten Haltestelle Reidbach in das Bahnausbau-Projekt trotz Wartezeit als positiv: «Es hat sich gelohnt, die verschiedenen politischen Hürden zu überwinden.»

Erstellt: 02.11.2018, 17:49 Uhr

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