Bundesgericht

Er wollte sich mit Minderjähriger treffen

Ein Mann aus dem Bezirk Horgen wird verdächtigt in einem Online-Chat ein Treffen mit einem vermeintlich minderjährigen Mädchen vereinbart zu haben.

Ein Mann aus dem Bezirk Horgen wollte in einem Online-Chat ein Treffen mit einem vermeintlich minderjährigen Mädchen ausmachen.

Ein Mann aus dem Bezirk Horgen wollte in einem Online-Chat ein Treffen mit einem vermeintlich minderjährigen Mädchen ausmachen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Die Staatsanwaltschaft versucht belastendes Material gegen einen Mann zu finden, der am 10. April 2019 am HB Zürich eine «Maria» treffen wollte. Dabei dürfte es sich um ein erfundenes Mädchen handeln, hinter dem die Kantonspolizei Zürich steckt. Das ist ein üblicher Weg, um Pädophilen auf die Schliche zu kommen. Der Verdächtige stammt aus dem Bezirk Horgen. Genaueres ist aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts nicht herauszulesen.

Zu einem Treffen kam es nicht. Die Staatsanwaltschaft will nun das Smartphone und den Computer des Mannes nach belastendem Material durchforsten. Der Verdächtige wehrt sich mit der Begründung, auf den Geräten befänden sich sensible Daten. Unter anderem Geschäftsideen oder Steuererklärungen. Diese seien nicht verfahrensrelevant und müssten geschützt werden. Die Bundesrichter lassen diesen Einwand nicht gelten. Für die genannten Daten gelte kein besonderer Schutz.

Tatverdacht liegt vor

Weiter versucht der Mann, aufzuzeigen, dass der ihm vorgeworfene Sachverhalt, versuchte sexuelle Handlungen mit Kindern, nicht zutreffe. Es sei kein konkreter Termin abgemacht worden, weil er auf die Frage, wo genau man sich am HB treffen wolle, keine Antwort gegeben habe. Diesen Punkt weist das Bundesgericht ab. Der Ort des Treffens wurde ziemlich genau bezeichnet. Daher liege der Tatverdacht vor, dass er beabsichtigt habe, sexuelle Handlungen mit dem Mädchen vorzunehmen.

Dass er selber Pädophile auffliegen lassen wollte, wie er behauptet, nehmen ihm die Richter nicht ab. Der Chatverlauf zeige schliesslich deutlich ein «ausgeklügeltes Cybergrooming», ein Anbahnen sexueller Kontakte im Internet. Ob und wann es zu einem Verfahren gegen den Mann kommt, ist zurzeit noch offen.





Erstellt: 06.11.2019, 16:39 Uhr

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