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Er muss sein Temperament im Gefängnis zügeln

Unter anderem wegen Raubes wird ein 30-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Zusätzlich muss er 12 Monate absitzen, weil eine bedingte Vorstrafe widerrufen wurde. Der Mazedoner wurde seit der letzten Verhandlung im Herbst wieder straftätig.

Der angeklagte Mazedonier soll in Wädenswil einen IV-Rentner ausgeraubt haben, der kurz zuvor Geld von einem Bancomaten bezogen hatte. Unter Einbezug anderer Straftaten wurde der 30-Jährige zu insgesamt 28 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
Der angeklagte Mazedonier soll in Wädenswil einen IV-Rentner ausgeraubt haben, der kurz zuvor Geld von einem Bancomaten bezogen hatte. Unter Einbezug anderer Straftaten wurde der 30-Jährige zu insgesamt 28 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
Archivbild, Keystone

Ein gewinnendes Auftreten kann man dem Beschuldigten nicht attestieren. Als er im Herbst am Zürcher Obergericht antraben musste, hatte er seine Freundin wüst angeherrscht, als diese etwas sagen wollte. Gestern bezeichnete der albanischstämmige Mazedonier vor der Verhandlung das Opfer eines Raubs als Pädophilen. Im übrigen werde er sich schon wehren, mit Worten oder Fäusten. Im Gerichtssaal hatte er sein überbordendes Temperament erstaunlich gut im Griff. Gestern wurde das mutmassliche Raubopfer befragt.

Ende August 2013 wurde der ältere IV-Rentner nach seinen Angaben von zwei Männern überfallen, nachdem er am ZKB-Bancomat in Wädenswil Geld abgehoben hatte. Einen habe er erkannt, den anderen nicht. Ja, er sei sich ganz sicher, dass der Beschuldigte der Räuber gewesen sei, sagte das Opfer mit dem strähnigen Haar. Ja, er sei bereits hinter ihm am Bancomat gestanden, meinte der Wädenswiler. Dass der Beschuldigte auf dem längeren Weg vom Bancomat zur Beiz zu Fuss nicht langsamer war, als er mit dem Velo, habe ihn schon auch stutzig gemacht.

Trockener Alkoholiker

Überraschend klar wirkte der Mann. Im Herbst hatten der Beschuldigte und sein Verteidiger noch davon gesprochen, dass der 60-Jährige ein „stadtbekannter Alkoholiker“ sei. Tatsächlich gab dieser zu, am Tatabend bereits ziemlich angetrunken gewesen zu sein. Das könne auch ein Grund für sein eher langsames Fortkommen gewesen sein. Das Velo werfe ihn manchmal ab, wenn er betrunken sei. In der Beiz, in die er zurückkehren wollte, habe er mittlerweile Hausverbot. Er habe wohl das Personal beleidigt, gestand er kleinlaut auf die Frage des Vorsitzenden. Dass er nun weder nach Alkohol roch, noch daneben wirkte, hat einen simplen Grund: Er ist nach einem Entzug seit Monaten trocken.

Fünf Vorstrafen

Während das Opfer also auf einem guten Weg ist, macht sich der Beschuldigte selber das Leben schwer. An der Verhandlung kam heraus, dass er zwischen den beiden Verhandlungstagen 11 Tage in Haft sass. Er hatte seine Freundin bedroht und wohl auch tätlich angegriffen. Keine gute Prognose stellten ihm entsprechend die Oberrichter. Fünf Vorstrafen weist er bereits auf, nach der Verhandlung kommt die sechste Strafe dazu, sofern sie nicht mehr vor Bundesgericht angefochten wird. Und für die häusliche Gewalt wird es mindestens einen weiteren Strafbefehl geben.

Die Richter hielten das Opfer des Raubüberfalls für glaubhaft, auch wenn es in Details widersprüchliche Angaben gemacht habe. Der Beschuldigte wurde zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Leicht weniger als in Horgen, weil ein Verfahren wegen Drohung mittlerweile eingestellt wurde. Eine Vorstrafe aus dem Jahr 2008 muss er ebenfalls absitzen. 12 Monate Gefängnis gab es damals. Die Probezeit wurde nicht weniger als fünfmal verlängert auf bis zu 7,5 Jahre. Dennoch brachte es der 30-Jährige immer wieder fertig, während Probezeiten zu delinquieren. Keine drei Monate nach dem erstinstanzlichen Urteil aus Horgen kam es zu einer weiteren Straftat, wie der Vorsitzende sagte. Der Beschuldigte sei uneinsichtig und durch bedingte Strafen offensichtlich nicht zu beeindrucken. Ob 28 Monate hinter Gittern etwas ändern, wird sich zeigen.

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