Horgen

Er ist einer der jungen Hoffnungsträger im Schweizer Tennis

Die Tennis-Karriere des Horgner Jungspunds Yarin Aebi hat rasant Fahrt aufgenommen. Der frisch gekürte Junioren-Teamweltmeister setzt alles daran, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Yarin Aebi vom Tennisclub Horgen gehört seit Jahren zu den Besten seines Jahrgangs.

Yarin Aebi vom Tennisclub Horgen gehört seit Jahren zu den Besten seines Jahrgangs. Bild: Sabine Rock

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An diesem sonnigen Nachmitttag sind die Rollen auf Platz 4 im Tenniszentrum Horgen eindeutig verteilt. Schon von weitem ist zu erkennen, dass ein Trainer die Bälle auf die andere Seite des Netzes seinem Schützling zuspielt. Dieser drischt sie mit voller Wucht zurück, auf die Serie mit der Vorhand folgt eine mit der Rückhand. Im Einsatz stehen Philipp Müllner und Yarin Aebi vom TC Horgen. Aebi, der im Juli 14 Jahre alt gewordene Junge, ist für sein Alter hoch aufgeschossen.

Mitte August feierte das Ausnahmetalent in seiner noch jungen Karriere einen Riesenerfolg. Die Schweizer Junioren entschieden im tschechischen Prostejov den World-Junior-Final der Internationalen Tennis Federation (ITF) in der U14-Altersklasse gegen Spanien mit 2:1 für sich. Die an Nummer 3 gesetzten Iberer hatten sich in den Viertelfinals gegen die topgesetzten US-Amerikaner durchgesetzt.

Die ungesetzten Schweizer warteten auf dem Weg in den Final mit Siegen gegen Russland, Thailand, Brasilien und Japan auf. Yarin Aebi und sein Doppelpartner Jérôme Kym aus Möhlin bestritten die meisten Matches, der Dritte im Bunde war der Zürcher Till Brunner. Das Trio siegte in einer Art «Davis-Cup für den Nachwuchs» und setzte als erster Schweizer U14-Teamweltmeister ein starkes Zeichen für den nationalen Nachwuchs im Tennis.

Auf Erfolgskurs

«Yarin gehört seit Jahren zu den Besten seines Jahrgangs», sagt Klubtrainer Müllner. Sein Palmarès auf nationaler Ebene umfasst bereits mehrere Schweizer Meistertitel im Einzel und im Doppel. Zusammen mit Jérôme Kym und dem Baselbieter Jan Sebesta gewann er zudem an der U14-Europameisterschaft im russischen Kazan Silber. Diese Erfolge riefen die Tennis-Experten auf den Plan. Es herrscht die Meinung vor, dass es um den Nachwuchs im Schweizer Tennis gut bestellt sei.

Nach der Trainingseinheit lässt Yarin Aebi abgeklärt und für sein Alter schon eine beträchtliche Reife ausstrahlend die Tage nach dem Triumph in Tschechien Revue passieren. Der WM-Titel sei eigentlich schon abgehakt, der Trainingsalltag sei wieder eingekehrt. «Ich stelle mich neuen Herausforderungen.» Er ist sich bewusst, noch einen sehr langen Weg mit viel Arbeit vor sich zu haben. «Junioren-Weltmeister zu sein, ist ein schöner Erfolg, das bedeutet aber noch nichts Wirkliches.» Zu seinen nächsten sportlichen Zielen sagt er: «Ich will auf der ITF-Juniorentour möglichst viele Punkte holen, um mich im internationalen Ranking weiter zu verbessern.» Auf der Tour nimmt er es auch mit 18-Jährigen auf.

Patenschaft durch Lys Assia

Zum Mittelpunkt ist Biel geworden, wo Yarin Aebi eine Sportschule besucht und unter der Woche die Tage zusammen mit weiteren Kaderspielern im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis verbringt. Wenn er an den Wochenenden spielfrei ist, trainiert er weiterhin auch in Horgen und freut sich auf das Wiedersehen mit seinen Eltern, die ihn nach besten Kräften unterstützen.

An den Kosten im eher teuren Tennis-Spitzensport beteiligt sich als sein persönlicher Sponsor derselbe Zürcher Unternehmer, der auch Wawrinka zur Seite steht. Unter dem Patronat der Schweizer Sporthilfe hat ausserdem Lys Assia, die Grande Dame des Chansons, eine Patenschaft für ihn übernommen. Bevor er im Tenniszentrum Horgen seine Siebensachen wieder einpackt, sagt Yarin Aebi noch: «Tennis ist für mich Spass und pure Leidenschaft.»

Erstellt: 01.09.2017, 16:33 Uhr

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