Adliswil

Endgültiges Aus für den Adliswiler Weihnachtskalender

Die Organisatoren des Adliswiler Weihnachtskalenders setzen einen Schlusspunkt: Trotz intensiver Suche konnten keine Nachfolger gefunden werden, die das Projekt weiterführen.

Die vorgelesenen Geschichten lockten ein breites Publikum auf den Bruggeplatz.

Die vorgelesenen Geschichten lockten ein breites Publikum auf den Bruggeplatz. Bild: Archiv ZSZ

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«Jedes Ding hat seine Zeit», sagt Schauspieler Kamil Krejcí spürbar traurig. Seit 2001 hatte er zusammen mit Brigitte Schmidlin und Beat Gärtner den Adliswiler Weihnachtskalender aufgebaut, ihn wachsen lassen und zu einem beliebten Anlaufpunkt während der Adventszeit gemacht. Die letzten Jahre seien davon geprägt gewesen, eine Nachfolge für die Organisation des Projekts zu finden. «Doch leider spürten wir trotz intensiver Suchbemühungen, dass der grosse Aufwand die Leute abschreckte.»

Die Liste der Organisationsaktivitäten ist lang: Sponsoren suchen, Geschichten schreiben, Werbeauftritte koordinieren und Musiker anfragen. Hinzu kamen der finanzielle Aufwand zur Lagerung der Krippe unter dem Jahr und der tägliche Zeitaufwand im Dezember durch die Präsenz vor Ort. «Wenn ich mir vorstelle, dass ich diesen Dezember nicht auf dem Bruggeplatz sein werde, macht mich dies gleichermassen traurig wie auch vorfreudig darauf, wie es wohl sein wird, einen etwas ruhigeren Advent zu haben», erzählt Kamil Krejcí. Es sei zwar immer ein grosser Zeitaufwand gewesen, doch die strahlenden Kinderaugen und die Freude der Erwachsenen am Projekt hätten ihn sehr motiviert.

1500 gelesene Geschichten

Die Erinnerungen an 18 Jahre Adliswiler Weihnachtskalender sind vielseitig: Über 100000 Zuschauer hörten sich die knapp 1500 gelesenen Geschichten an. Diese wurden unter anderem von 16 verschiedenen Gastleserinnen und Gastlesern – darunter Walter Andreas Müller, Sabina Schneebeli, Stefan Gubser und Jörg Schneider – vorgelesen. Im Laufe der Zeit kamen neue Geschichten zum Erzählen dazu, von den insgesamt über 200 Geschichten hat Krejcí deren 160 selber verfasst.

Beliebt waren auch die Auftritte der vielen Musikformationen, die den Weihnachtskalender jeweils an den Wochenenden unterstützten. Unzählige Nüssli, Schöggeli und Mandarinen wurden gegessen, mehrere Hektoliter Punsch und Glühwein getrunken. Vor allem aber genoss Gross und Klein die festliche Atmosphäre. «Wir sind stolz darauf, was wir alles erreicht haben mit diesem Weihnachtskalender. Darum wollten wir ihn auch nicht langsam dahinsiechen lassen, sondern entschieden uns jetzt für das endgültige Ende», erläutert Krejcí.

«Wir sind bestrebt zumindest der Krippe auf dem Bruggeplatz ein Fortbestehen zu ermöglichen.»Kamil Krejcí

Das Aus drohte dem Weihnachtskalender bereits in der Vergangenheit: Die Sponsorensuche erwies sich als Herausforderung, und der damalige Stadtpräsident Harald Huber (FDP) sowie der CVP-Gemeinderat Clemens Ruckstuhl gingen höchstpersönlich auf Geldsuche. Dank dem Einsatz des Statttheaters und der Unterstützung der Stadt Adliswil und des Gewerbes konnte der Fortbestand noch für einige Jahre gesichert werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtskalenders könnte allenfalls weiterbestehen: «Wir sind bestrebt, gemeinsam mit der Stadt sowie dem Handels- und Gewerbeverein eine Möglichkeit zu finden, zumindest der Krippe auf dem Bruggeplatz ein Fortbestehen zu ermöglichen», erzählt Krejcí. Schliesslich sei diese zur Adventszeit in Adliswil fast so etwas wie der Eiffelturm in Paris und gehöre einfach in die vorweihnachtliche Phase.

Erstellt: 04.06.2019, 14:10 Uhr

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