Kilchberg

Empörung in Kilchberg nach verhindertem Politanlass

Die Gegner des Kilchberger Zentrumprojekts wollten sich am Mittwochabend im örtlichen Alterszentrum versammeln. Doch nur wenige Stunden zuvor wurde die dortige Durchführung verhindert. Der Gemeinderat stecke dahinter, so ihr Verdacht.

Im Alterszentrum Hochweid durfte sie sich nicht versammeln. Darum wich die IG Bahnhofstrasse kurzfristig ins Kirchgemeindehaus aus.

Im Alterszentrum Hochweid durfte sie sich nicht versammeln. Darum wich die IG Bahnhofstrasse kurzfristig ins Kirchgemeindehaus aus. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Stimmung ist angespannt in Kilchberg. An der Gemeindeversammlung vom 18. September geht es um nichts geringeres als um die Neugestaltung des Dorfzentrums. Seeseits der Gleise soll ein kubisches Gebäude mit grosser Coop-Filiale und 14 Wohnungen entstehen, sowie die Bahnhofstrasse grundlegend saniert werden. Unter der Strasse ist eine Tiefgarage geplant.

Gegen den privaten Gestaltungsplan, der von Coop und der Gemeinde ausgearbeitet worden ist, regt sich schon länger Widerstand. Die Gegner treten als Interessengemeinschaft Bahnhofstrasse auf. Für Mittwochabend hatte diese IG zu einer Infoveranstaltung im Kilchberger Alterszentrum Hochweid aufgerufen. Doch diese Pläne wurden durchkreuzt.

Steine in den Weg gelegt?

Der Raum war längst reserviert, als die IG am Mittwochnachmittag vom Alterszentrum wieder ausgeladen wurde. «Auf Intervention des Gemeinderats wurden wir ausquartiert», informierte Reto Planta (Grüne) vom IG-Kernteam. Im nahe gelegenen Kirchgemeindehaus fand man zwar spontan einen Ersatzort, sodass der Anlass trotzdem durchgeführt werden konnte. Doch der plötzliche Rauswurf erregte die Gemüter. Die Reaktionen der rund 40 Teilnehmenden reichten von Erstaunen bis Empörung. Ihr Verdacht: Der Gemeinderat will den Projektgegnern vor dieser wichtigen Abstimmung Steine in den Weg legen.

Dem widerspricht Kilchbergs Gemeindepräsident Martin Berger (parteilos) am Tag danach vehement. «Das machen wir auf keinen Fall», sagt Berger auf Anfrage und betont, dass das Alterszentrum eine eigenständige Stiftung sei. Der Gemeinderat habe deshalb gar keine Weisungsbefugnis. Dennoch bestätigt er: «Der Stiftungsrat wurde von einem Mitglied des Gemeinderats auf den politischen Anlass hingewiesen.»

Altersheim will neutral sein

So erzählt es auch Hans Ulrich Meier, Stiftungsratspräsident des Alterszentrums Hochweid. «Unser Alterszentrum soll ein politisch neutraler Ort sein», sagt Meier. Auch im letzten Wahlkampf seien keine Veranstaltungen in den Räumen des Hochweid geduldet worden. Deshalb habe er am Mittwoch, nachdem er über den Anlass der IG informiert worden war, die IG ausgeladen. Den Mitarbeitenden, die im Hochweid für Raumreservationen zuständig sind, sei die Situation nicht bewusst gewesen.

Aller Wirrungen zum Trotz: Hauptthema des Abends blieb der Gestaltungsplan - und wie dieser verhindert werden könnte. Denn das Ziel der Interessengemeinschaft ist gesetzt. Sie will in den verbleibenden Tagen möglichst viele Kilchberger für ein Nein mobilisieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.08.2018, 19:11 Uhr

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