Au

Eine Reise durch Zeit, Länder und Musikstile

Das A-cappella-Quartett Dezibelles feierte am Wochenende seinen Tourauftakt von «Die Thronfolgerinnen» im Schloss Au. Das Publikum war begeistert von der Stimmgewalt der Sängerinnen.

(Fast) ohne musikalische Unterstützung wusste das Quartett im Schloss Au zu überzeugen: Nicole Hitz, Rebekka Bräm, Daniela Villiger und Editha Lambert (von links)

(Fast) ohne musikalische Unterstützung wusste das Quartett im Schloss Au zu überzeugen: Nicole Hitz, Rebekka Bräm, Daniela Villiger und Editha Lambert (von links) Bild: Manuela Matt

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Das Schloss Au bot definitiv das passende Ambiente für eine Audienz bei den «Thronfolgerinnen», die den Abend mit dem barocken «Marche pour la cérémonie des Turcs» eröffneten.

Seit 2018 ist das EnsembleDezibelles in einer neuen Besetzung unterwegs: die Sopranistin Nicole Hitz, das «Ur-Mitglied» und ebenfalls Sopranistin Rebekka Bräm, Mezzosopranistin Daniela Villiger und Altistin Editha Lambert bilden das Quartett. Die Sängerinnen bewiesen vom ersten Lied an, dass sie Spezialistinnen für Klangwelten sind, die man so nicht alle Tage hört. So präsentierten sie beispielsweise eine dramatische Interpretation von Goethes «Erlkönig» und luden das Publikum kurz darauf beim ruhigen «Music for a While» von Henry Purcell in eine friedvoll-harmonische Welt ein.

Lied über Atomkatastrophe

Danach wurde ein Bogen in die Gegenwart geschlagen: Die Dezibelles sangen bei Stings «Russian» herzzerreissend von der lähmenden Angst vor einer Atomkatastrophe. Betrübt blieb die Stimmung jedoch nicht lange: Beim Queen-Klassiker «Killer Queen» zeigten sich die Damen kokett, harmonisch und verspielt.

Auch Rockfans kamen auf ihre Kosten: Im mit rhythmischem Gestampfe begleiteten «Mercedes Benz» von Janis Joplin erinnerte das rauchige Timbre von Altistin Editha Lambert an die Reibeisenstimme der viel zu früh verstorbenen Hippie-Ikone.

Von Bulgarien bis Schottland

Die musikalische Leiterin Andrea Fischer hatte fast alle am Abend gesungenen Lieder für die Dezibelles arrangiert und spezifisch für deren Stimmen geschrieben. Dabei kam heimisches Liedgut wie «Eusereine chönt das au» ebenso zum Zuge wie etwa ein bulgarisches Volkslied mit dem Titel «Kaval sfiri». Nochmals dramatisch wurde es beim Kampfaufruf «Rise, Rise!» von The Corries, bei dem die Sängerinnen die Unzufriedenheit des schottischen Volks mit viel Leidenschaft herüberbrachten.

Für Gänsehautstimmung sorgten sie mit ihrer Interpretation des Filmmusikklassikers «Over the Rainbow». Die unverstärkte Musik der Dezibelles sorgte beim Publikum für einen umso stärkeren Schlussapplaus: Der ganze Saal gab Standing Ovations. Die Sängerinnen erzählten zum Schluss von der intensiven Vorbereitungszeit auf diese Tournee, während der sie an rund 20 Orten in der Schweiz und Deutschland ihr Programm präsentieren werden. Dass sie würdige «Thronfolgerinnen» der Original-Dezibelles sind, hatten sie mehr als bewiesen.

Als Zugabe genossen die Zuhörenden eine ungewöhnliche Interpretation von Patent Ochsners «W. Nuss vo Bümpliz».

Erstellt: 08.04.2019, 10:51 Uhr

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