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«Eine Reihe von erheblichen Falschaussagen»

Mit Flyern und einer Infoveranstaltung versucht das Forum Pro Schönenberg, die Bürger von einem Nein zur Fusion mit Wädenswil und Hütten zu überzeugen. Viele Argumente des Forums seien falsch, prangern die Behörden an. Es seien auch lediglich Vermutungen, heisst es vom Forum.

Laut Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) enthalte der Flyer des Forums Pro Schönenberg etliche falsche Informationen.
Laut Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) enthalte der Flyer des Forums Pro Schönenberg etliche falsche Informationen.
Archiv André Springer

Den Ball flach zu halten, ist in Schönenberg nicht länger möglich. Die Diskussion über den Zusammenschluss mit Wädenswil und Hütten, über den die Schönenberger am 21. Mai abstimmen, wird emotional.

Das Forum Pro Schönenberg, in dem sich die Fusionsgegner formiert haben, ist in die Offensive gegangen und kündigt eine Gegenveranstaltung zur offiziellen Infoveranstaltung der Gemeinde an. Gleichzeitig informieren sie mit Flyern – der letzte ging am 4. Februar in die Haushaltungen – über die Folgen des Zusammenschlusses. Das Forum wirft dem Gemeinderat Schönenberg «Schönfärberei» vor und dass er als «Zusammenschluss» tarnt, was in Tat und Wahrheit eine «Einverleibung» sei, «bei der Schönenberg und die Schönenberger alle Rechte verlieren und noch mehr zahlen müssen».

Im aktuellen Flyer nennt das Forum Pro Schönenberg vier Beispiele, die negative Auswirkungen auf die Schönenberger hätten. Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) kritisiert jedoch, dass der aktuelle und die früheren Flyer «eine Reihe von erheblichen Falschaussagen» enthielten.

Karl Götschi entgegnet, bei den Aussagen auf dem Flyer handle es sich nicht um Fakten, sondern um Vermutungen, wie sie aus der Wirtschaft bekannt seien. «Eine rein politische Strategie.»

Primarschule Schönenberg

Einer der strittigen Punkte betrifft die Primarschule Schönenberg. «Wenn wir eingemeindet sind, wird das sparwütige Wädenswiler Parlament kaum halt vor der Schule Schönenberg machen», schreibt das Forum. Über die Schliessung würden nicht die Schönenberger, sondern das Wädenswiler Parlament entscheiden.

«Das trifft nicht zu», sagt jedoch die Schönenberger Schulpräsidentin Brigitte Käser Hägin (parteilos). Die Schönenberger Schule sei mit 140 Schülern gut ausgelastet und deshalb weit entfernt von einer Schliessung. «Die Stadt Wädenswil müsste für die Schönenberger Schüler ein neues Schulhaus bauen, was im Moment sowieso nicht realistisch ist», gibt Käser Hägin zu bedenken. Zudem bestünden in den Berggemeinden bereits Schulhäuser für alle Schüler.

Gebühren für Wasser

Das Forum behauptet weiter, dass die Schönenberger nach der Eingemeindung mehr Gebühren zahlen müssen für das Wasser.«Viele Gebühren, die in Schönenberg im Moment noch günstig sind, werden nach der Eingemeindung an die höheren Wädenswiler Kosten angepasst», heisst es auf dem Flyer. Diesbestreiten sowohl der Schönenberger Gemeindepräsident wie auch der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) vehement. «Die volumenabhängigen Wasserkosten sind für die erweiterte Gemeinde signifikant tiefer als heute in Schönenberg», teilt Lukas Matt mit. Die An­gaben des Forums zum Wasserzähler seien nicht korrekt, sagt Kutter. Zudem setze sich die Wasserrechnung aus verschiedenen Komponenten zusammen, von denen der Zähler nur eine ist. «Gesamthaft gesehen sind die Wassergebühren, wie auch sonst etliche Gebühren, in Wädenswil tiefer als in Schönenberg», sagt Kutter.

Tiefere Löhne für Gemeindearbeiter

Die Gemeindearbeiter aus Schönenberg erhielten in Wädenswil tiefere Löhne, lautet eine weitere Behauptung des Forums. «Diese Aussage ist falsch», kontert Lukas Matt. Die Löhne in Schönenberg wie in Wädenswil seien abhängig von der ausgeübten Funktion. Für gewisse Mitarbeitende ändere sich die Funktion und damit die Verantwortlichkeiten. «Dies kann Anpassungen bei den Löhnen zur Folge haben», räumt Matt ein, «jedoch nach unten wie nach oben.»

Für grosse Emotionen im Dorf sorgt die Angst um die Zukunft des Altersheims Stollenweid. In diese Kerbe schlug das Forum, als es behauptete, das Altersheim werde «verscherbelt», sei künftig ein Satellit des Altersheims Frohmatt, der Heimleiter und das Küchenpersonal würden ohne Sozialplan auf die Strasse gestellt. «Diese Aussage ist gleich mehrfach falsch», sagen Matt und Kutter. Eine Medienmitteilung, in der das Betriebskonzept erläutert wird, wurde am Mittwoch versandt.

Verena Dressler geht hin

Ob Gemeindepräsident Lukas Matt und der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter die Infoveranstaltung des Forums am 9. März besuchen werden, ist noch nicht klar. Sicher dabei sein wird aber die Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler (parteilos). Sie habe nichts dagegen, dass Argumente für und gegen den Zusammenschluss erörtert werden, sagt sie. «Vorausgesetzt, man macht das sachlich und bleibt bei der Wahrheit.»

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