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Wie sich Squash im Sihltal etablierte

Ab Donnerstag wird im Sihlsports die Schweizer Einzelmeisterschaft im Squash ausgetragen. Als das Sportcenter 1980 geplant wurde, waren noch gar keine Squashcourts vorgesehen.

Marcel Straub (vorne), der erste Junioren-Nationalspieler aus Langnau und später auch Elite-Nationalspieler.
Marcel Straub (vorne), der erste Junioren-Nationalspieler aus Langnau und später auch Elite-Nationalspieler.
pd

«Nein», sagt Christian Straub, «in Langnau gab es damals keine Squashspieler». Trieben der Geschäftsführer der Spinnerei und seine Frau Suzanne früher Sport, spielten sie Tennis. An Squashcourts dachten sie nicht, als Pläne geschmiedet wurden für die Überbauung des brach liegenden Grundstücks neben dem Fussballplatz, das seit 1825 der Spinnerei gehörte. «Tennis war im Trend und ein Selbstläufer», erinnert sich Straub. Also wurde eine Tennishalle projektiert.

Heute spielt im Sihlsports einer der erfolgreichsten Squashclubs der Schweiz. Dank des Architekten Hanspeter Steinemann. «Er war ein Fan von Squash und sagte: Baut doch auch noch Squashcourts.» So wurde es gemacht. Nach der Eröffnung 1981 führte Suzanne Straub den auf modische Sportbekleidung ausgerichteten Shop, die Kinder Marcel und Corinne spielten Squash. Marcel Straub, der erste Junioren-Nationalspieler aus Langnau und später auch Elite-Nationalspieler, rechnete einmal vor, er habe so viel Zeit im Center verbracht wie zu Hause.

Spielszene, die zu Beginn der 2000er-Jahre aufgenommen wurde. Bild: pd
Spielszene, die zu Beginn der 2000er-Jahre aufgenommen wurde. Bild: pd

Und dann waren alle da

Guido Bleiker war von 1988 bis 1991 Trainer im Squashclub Sihltal. Er sei es eher zufällig geworden, sagt er, der zuvor in Wallisellen Squash unterrichtete. «Ich bestritt ein Turnier in Langnau und traf im Final auf Marcel Straub.» Der war damals 13 Jahre alt. Er habe ihn geschlagen und sei dann als Trainer der Junioren und Frauen engagiert worden. «Ich selbst war aber kein Top-Squasher», verrät Bleiker. Und der Aufschwung «lag auch nur bedingt an den Trainern», glaubt der 57-Jährige.

«Die Junioren waren ein Clan», schmunzelt er. Marcel, Corinne und ihr Cousin Robin Straub hätten viele Kollegen ins Center gezogen. «Und dann war da noch die Schule, der gute Konditionen für Schul-Squashkurse angeboten wurden.» Die Junioren begannen zu gewinnen. «Sie hatten Spass, und die Erfolge motivierten sie.» Unter Bleikers Nachfolger Oliver Gutenberg, der heute in Uster für einen Boom sorgt, stieg die Equipe in die höchste Liga auf, 2006 und 2018 wurde sie Schweizer Meister.

Zum Siegerteam von 2006 gehört Marco Kraft Eggenberger, der Schweizer Einzel-Meister von 1997. Zum Squash fand er mit acht Jahren in einem einwöchigen Kurs in den Frühlingsferien. An diesem habe auch Michael Müller teilgenommen, der heute als Co-Geschäftsführer das Center leite, erinnert er sich. «Die Situation war speziell. Es hatte sehr viele Junioren. Auch am Wochenende gingen alle Squash spielen.» Kraft Eggenberger hätte sich eigentlich auch für Tennis interessiert. «Aber da lief viel weniger.»

Betreuen statt schleifen

Kraft Eggenberger sagt: «Gute Sportler kommen aus der Breite. Du brauchst eine gewisse Anzahl Spieler, um Talente zu finden.» In Langnau gab es immer wieder Schweizer Meister im Nachwuchs. «Das Wichtigste für Junioren ist aber Kontinuität und dass jemand zu ihnen schaut.» 20 Jahre lang managte Suzanne Straub den Nachwuchsbereich, war im Center, wenn die Schüler dort Hausaufgaben machten und begleitete die Kinder an Turniere in der ganzen Schweiz, wo oft auch übernachtet wurde.

Erfolgreicher Vertreter des SC Sihltals: Serien-Schweizermeister Nicolas Müller vom Hirzel. Bild: pd
Erfolgreicher Vertreter des SC Sihltals: Serien-Schweizermeister Nicolas Müller vom Hirzel. Bild: pd

Das sei typisch für den Club, findet Kraft Eggenberger: Der soziale Charakter, den Suzanne Straub aufgebaut habe und den Michael Müller und seine Mutter Doris Eggenberger weitergeführt hätten. Nun ist Diego Staub der Trainer, der immer da ist, wenn es ein Problem gibt. Er sei mit einigen Sportlern im Gymnasium in der Kunst & Sport-Schule in Zürich gewesen, die sich später von ihrem Sport distanziert hätten, sagt Marco Kraft Eggenberger. «Sie wollten nicht immer geschliffen werden.» In Langnau wurde die richtige Mischung gefunden.

Spitzensquash in Langnau Von Donnerstag, 12., bis Sonntag, 15. März, ist Langnau Treffpunkt der Squashszene: Im Racketsport-Center Sihlsports wird die Schweizer Einzelmeisterschaft ausgetragen. Am Donnerstag und Freitag jeweils ab dem frühen Abend und am Samstag und Sonntag während des gesamten Tages werden die Titelträger von 2020 erkoren. Mit Nicolas Müller und Dimitri Steinmann sind auch die Spitzenspieler aus dem Squashclub Sihltal Anwärter auf den Gewinn der Goldmedaille in der Hauptkategorie. Bei den Frauen ist Jasmin Ballmann am Start, die 2009 und 2010 mit Sihltal Team-Meisterin wurde. ((skl)

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