Richterswil

Eine Bushaltestelle verschiebt die Kantonsgrenze

30 Jahre lang bewirtschaftete Wollerau die Bushaltestelle Säumerstrasse. Jetzt stellt sich aber heraus, dass diese eigentlich auf Richterswiler Boden liegt.

Ein Teil der Säumerstrasse gehört zwar zu Wollerau. Die Haltestelle Säumerstrasse, welche 30 Jahre von Wollerau bewirtschaftet wurde, liegt aber auf Richterswiler Boden.

Ein Teil der Säumerstrasse gehört zwar zu Wollerau. Die Haltestelle Säumerstrasse, welche 30 Jahre von Wollerau bewirtschaftet wurde, liegt aber auf Richterswiler Boden. Bild: Manuela Matt

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Nicht alle Gemeinderatsberichte lesen sich gleich spannend. Umso auffälliger ist deswegen das Traktandum «Bushaltestelle Säumerstrasse» im Bericht des Richterswiler Gemeinderats zum vergangenen Monat. Die acht zeilige Mitteilung ist kurz gefasst. Der Gemeinderat informiert darin über Folgendes: Die Bushaltestelle «Säumerstrasse» der Linie 175 befindet sich auf einem Privatgrundstück.

Die Eigentümer hatten seit der Errichtung der Haltestelle im Jahr 1988 eine Vereinbarung mit Wollerau, dass diese sich im Gegenzug für die Benutzung um die Bewirtschaftung der Haltestelle kümmerten. Seit diesem Juli aber kümmert sich die Gemeinde Richterswil um die Station und zahlt eine Jahresmiete von 600 Franken. Denn wie sich herausstellt, befindet sich die Bushaltestelle auf Richterswiler Grund.

Haben die zwei Gemeinden etwa die Übersicht über die Kantons- und Ortsgrenze verloren?

30 Jahre lang bewirtschaftet

Der Halt «Säumerstrasse» ist der zweite Stop auf der Strecke Bahnhof Richterswil— Wollerau Oswäldli. Ein Teil der effektiven Säumerstrasse gehört zu Richterswil, ein Abschnitt ist bereits Wollerauer Grund und Boden.

Der Richterswiler Gemeinderat und Vorsteher Werke, Christian Stalder (SVP) erklärt sich die Grenzverwirrung folgendermassen:«Vermutlich haben die Wollerauer damals, als sie die Buslinie nach Richterswil einführten gar nicht daran gedacht, die Nachbarsgemeinde wegen einer Beteiligung zu fragen.» Auch Irena Pianta, Abteilungsleiterin des Departements Tiefbau in Wollerau, weiss nicht wie genau es dazu gekommen ist, dass Wollerau die Haltestelle bewirtschaftete. In den letzten 30 Jahren habe man die Eigentumsverhältnisse nicht hinterfragt und im Winter jeweils den Schneeräumungsdienst vorbei geschickt.

Keine Rückzahlungen fällig

Zur Übergabe der Bushaltestelle kam es erst, als Wollerau im Zuge der behindertengerechten Anpassung der Bushaltestellen die einzelnen Stationen überprüfte.

«Weil bei der «Säumerstrasse» da in Zukunft eventuell Kosten anfallen werden, haben wir uns an Richterswil gewandt», erzählt Pianta. Die nahmen die Haltestelle dann gleich ganz in ihre Obhut auf. «Als zuständige politische Gemeinde war uns sofort klar, dass die Bewirtschaftung in unserer Verantwortung liegt», berichtet Christian Stalder. Mit den Eigentümern habe man sich darauf geeinigt, dass Richterswil künftig eine Jahresmiete bezahlen wird und den Winterdienst übernimmt. Das Entfernen von Müll aber ist Aufgabe der Landbesitzer.

Auf eine Ausgleichszahlung für die erbrachten Unterhaltsleistungen der letzten Jahre verzichtet Wollerau. Man pflege eine gute Beziehung zu Richterswil «Und irgendwelche Gründe werden die Verantwortlichen damals gehabt haben, warum Wollerau die Bewirtschaftung übernimmt», sagt Irena Pienta. «Vielleicht wird der Geschenkkorb an Weihnachten etwas grösser ausfallen», meint ihr Richterswiler Kollege Christian Stalder.

Erstellt: 03.09.2018, 15:51 Uhr

Bushaltestelle Säumerstrasse

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