Triathlon

Eine Begegnung der unangenehmen Art

Während der Vorbereitung auf den Ironman 70.3 Oceanside wurde Ruedi Wild von einem Auto angefahren. Starten will der Samstagerer in Kalifornien am Samstag dennoch.

Trotz eines Velounfalls will Ruedi Wild in Kalifornien aufs Podest laufen.

Trotz eines Velounfalls will Ruedi Wild in Kalifornien aufs Podest laufen. Bild: Michael Rauschendorfer

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Zu seinem 37. Geburtstag am Mittwoch hätte sich Ruedi Wild lieber etwas anderes gewünscht als «Gute Besserung». Vor einer Woche kehrte er in Solana Beach nördlich von San Diego gerade von einem Intervalltraining auf dem Velo zurück, als ihm eine Automobilistin den Vortritt nahm. Dabei habe er für die Radtrainings extra ein rotes Shirt getragen, um besser gesehen zu werden, lamentiert Wild.

Immerhin konnte er noch eine Vollbremsung einleiten. «Statt mit 30 geschah der Aufprall vielleicht noch mit 15 km/h», schätzt er. Dennoch machte der Samstagerer einen Vorwärtssalto.

«Ich hatte Glück im Unglück, gebrochen ist nichts», lässt Wild aus dem Süden Kaliforniens verlauten. Schmerzhaft war der Zwischenfall dennoch, trug er doch Prellungen und Schürfungen davon. Aber er sei ja in guten Händen, witzelt der 37-Jährige. Seine Frau Lea ist ausgebildete Physiotherapeutin.

Kompetitives Feld

Seit Mitte März weilt die dreiköpfige Familie Wild in Kalifornien. «Wir haben uns hier gut eingelebt», sagt Ruedi Wild. Das Wetter sei zum Trainieren ideal, wenn auch eher etwas frisch mit knapp 20 Grad Celsius. «Einen Pool habe ich fast vor der Haustür, deshalb bin ich viel geschwommen.» Allgemein ist seine Trainingsbelastung sehr hoch gewesen. Befindet sich der Triathlet doch in der entscheidenden Phase der Vorbereitung auf seinen ersten Saisonhöhepunkt, die ITU Langdistanz-WM Anfang Mai in Spanien.

Trotzdem möchte Wild am Samstag am Ironman 70.3 Oceanside «möglichst gut abschneiden». Die grossen Trainingsumfänge bis unmittelbar vor dem Wettkampf würden sich mit einer optimalen Performance schon etwas beissen, aber er müsse halt Prioritäten setzen. Dennoch freut sich der Samstagerer auf das Rennen im kompetitiven Feld. «Die Besetzung ist fast so gut wie an der WM. Ausser Brownlee, Frodeno und Gomez sind alle da, die Rang und Namen haben auf der Mitteldistanz», weiss Wild, der die Renndynamik mit vielen Konkurrenten auf ähnlichem Niveau mag.

Ähnliche Bedingungen

Wie stark ihn die Folgen des Unfalls – es plagen ihn vor allem Knie- und Schulterschmerzen – behindern werden, sei schwierig abschätzbar, meint der Seebub. Für das 1,9 km lange Schwimmen hat er anhand des Trainings ein gutes Gefühl. Die Radtrainings litten schon vor dem Zusammenstoss unter dem mangelnden Verständnis der motorisierten Amerikaner für Velofahrer. «Das Laufen habe ich am meisten forciert, aber das macht einem auch müde. Mal schauen, wie gut ich erholt bin. Ein Podestplatz wäre toll, aber unter all diesen Umständen ist es einfach ein guter Test für die Langdistanz-WM.»

Diese Titelkämpfe in Pontevedra im Nordwesten Spaniens werden am 4. Mai unter ähnlichen Bedingungen stattfinden, wie sie in Kalifornien herrschen. Wegen des kalten Wassers wird im Neopren geschwommen. Auch die Topographie sei vergleichbar, erläutert Ruedi Wild, der 2018 in Dänemark WM-Silber gewonnen hatte. Den letzten Teil der Vorbereitung wird Ruedi Wild zuhause absolvieren, er kehrt am Mittwoch an den Zürichsee zurück.

Erstellt: 05.04.2019, 17:35 Uhr

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