Thalwil

Ein Leichtgewicht will hoch hinaus

Pascal Ryser, Ausnahmetalent in den Reihen des Ruderclubs Thalwil, startet für die Schweiz an den U23-Weltmeisterschaften. Sein Ziel ist es, im leichten Doppelvierer eine Medaille zu gewinnen. Dazu scheut er keinen Aufwand.

Pascal Ryser vom Ruderclub Thalwil bereitet sich auf die U23-WM vor, die nächste Woche in Bulgarien durchgeführt wird.

Pascal Ryser vom Ruderclub Thalwil bereitet sich auf die U23-WM vor, die nächste Woche in Bulgarien durchgeführt wird. Bild: Michael Trost

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Unter den Ruderinnen und Ruderern des RC Thalwil herrscht an diesem Sommerabend eine lockere Stimmung. Soeben sind sie zum Saisonfinale von den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee mit einmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze erfolgreich zurückgekehrt. Nun werden auf dem Areal des schmucken und grosszügig konzipierten Vereinslokals die Sportgeräte mit vereinten Kräften zurück ins Bootshaus getragen.

Im Trikot von Swiss Rowing, das ihn als Nationalmannschaftsmitglied auszeichnet, gesellt sich Pascal Ryser zur Runde. Haben Ladina Meier und Cara Pakszies im Zweier ohne Steuerfrau auf dem Rotsee Gold gewonnen, geht eine der silbernen Medaillen auf das Konto des 20-jährigen Nachwuchsmanns aus Gattikon. Sein Teamkollege im Leichtgewichts-Doppelzweier ist Klubtrainer Pascal Ludwig. «Das hat sich so ergeben», sagt Ryser zur nicht alltäglichen Konstellation, dass ein Trainer mit seinem Schützling auch Rennen bestreitet. «Wir stellten damit ein Klubboot, was den Vereinsgedanken fördert», meint Reto Bussmann, Präsident des RC Thalwil.

Für ihn ist Ryser ein Meister seines Fachs, der es weit bringen kann. «Um unseren Nachwuchs ist es nach einer kurzen Durststrecke generell wieder gut bestellt», fügt er an.

Aufbauprogramm für Olympia

Pascal Ryser ist an diesem Tag aus Sarnen angereist, Sitz des Leistungszentrums von Swiss Rowing. «Ich trainiere derzeit wie ein Profi», sagt der lupenreine Amateur, der soeben die Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen hat.

Der 1,84 m grosse und 70 kg schwere Athlet gehört zu einer Handvoll ausgewählter Ruderer, die der nationale Verband besonders betreut. Aus ihren Reihen soll ein leichter Doppelzweier mit Chancen auf eine Olympiateilnahme hervorgehen. «Ich bin zuversichtlich, an die Spitze zu kommen», hält Ryser fest. Er legt sich mit Leidenschaft buchstäblich in die Riemen. «Zum Sport kam ich schon früh, als Schüler bestritt ich erste Wettkämpfe.» Bleibt anzufügen: Schon bald stellten sich erste Erfolge ein, holte der Junior Titel an den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften im Skiff, sowie in Zweier- und Viererbooten. Zum RC Thalwil zog es ihn auch aus familiären Gründen. Seine ältere Schwester Valerie trainiert im Klub die U17-Junioren.

Achtung auf die Waage

Hoffnungsträger Pascal Ryser ist bereit, auf die Karte Spitzensport zu setzen. «Ich möchte Rudern zum Mittelpunkt machen.» Dazu bräuchte es auch eine angemessene finanzielle Unterstützung. Er hofft auf die Schweizer Sporthilfe und Sponsoren.

Kurzfristig richtet er sein Augenmerk auf die U23-Weltmeisterschaften vom 19. bis 23. Juli in Plovdiv. In der bulgarischen Stadt dient ein künstlicher See seit 1988 als technisch einwandfreie Regattastrecke. Ryser startet für die Schweiz im Leichtgewichts-Doppelvierer. Im Vorjahr resultierte für das Quartett an denselben Titelkämpfen in Rotterdam Rang 6. Diesmal soll das Resultat getoppt werden. «Wir wollen um eine Medaille, ja sogar um den Titel mitreden.»

Wie ein Boxer muss das Leichtgewicht jeweils zwei Stunden vor den WM-Rennen noch auf die Waage stehen. Die 70 kg darf er dabei um kein Gramm überschreiten, sonst setzt es eine Disqualifikation ab. Je schwerer die Ruderer jedoch sind, desto mehr Power bringen sie ins Boot. Deshalb darf er die Limite auch nicht gross unterschreiten. Er sei sich an diese Prozedur gewohnt, sagt Pascal Ryser und lacht. «Das ist kein Problem.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.07.2017, 15:35 Uhr

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