Nachruf

Ein Leben voller Engagement

Der ehemalige Adliswiler Stadtpräsident Klaus Froesch (FDP) verstarb Anfang Mai im Alter von 92 Jahren. Der Vollblut-Politiker hat die politische Entwicklung der Stadt bis zu seinem Tod geprägt.

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Bis zu seinem Tod am 7. Mai im Alter von 92 Jahren hat Klaus Froesch die Adliswiler Politik geprägt wie kaum ein anderer. Der ehemalige FDP-Parteipräsident gehörte in den 70er-Jahren zu den ersten Gemeinderäten des Adliswiler Gemeindeparlaments, wurde 1975 für ein Jahr zum Ratspräsidenten gewählt, bevor er 1987 den Sprung in den Stadtrat schaffte.

Als Vorstand des Ressorts Jugend, Freizeit und Sport feierte Klaus Froesch Erfolge wie die Einzonung des Sihlhof-Gebietes oder den Umbau des Hallenbades in eine energiesparende Anlage. Von 1982 bis 1994 hatte Froesch als Adliswiler Stadtpräsident ein offenes Ohr für alle Anliegen aus der Bevölkerung. Die Volksnähe war ihm stets ein grosses Anliegen, so sagte er 2007 in einem Interview mit der «Zürichsee-Zeitung»: «Das Vertrauen in die Behörden muss man aktiv stärken, indem man nahe an den Leute ist und so gut wie möglich kommuniziert, was in der Politik läuft.»

Auch nach seinem Rücktritt als Stadtpräsident von Adliswil nahm Klaus Froesch weiterhin aktiv an der Adliswiler Politik teil. Laut FDP-Fraktionspräsident Mario Senn nahm Froesch bis kurz vor seinem Tod regelmässig an den parteinternen Versammlungen teil und setzte sich dafür ein, dass vor allem die jungen Talente gefördert wurden.

Froeschs Interesse für die Politik reichte weit über das Adliswiler Politikgeschehen hinaus. Sein ganzes Leben lang kämpfte er dafür, die Bevölkerung politisch zu motivieren. Die politische Abstinenz der Bürger war für ihn — der in seinem Leben nur vier Abstimmungen verpasst hatte — die grösste Gefahr für die direkte Demokratie der Schweiz. In einer FDP-Werbebroschüre von 1973 forderte er das Engagement jedes Einzelnen in der Politik. Für Leute, die nicht abstimmen gingen, hatte er wenig Verständnis. So schrieb er: «Wer nicht bereit ist, an der politischen Willensbildung aktiv teilzunehmen, dessen nachträgliches Geschimpfe verdient nur, ungehört zu verhallen.»

Neben seinem politischen Engagement war der promovierte Jurist Froesch als Personalchef für die Versicherungsgesellschaft ELVIA tätig. Zudem engagierte er sich gerne sozial. So präsidierte er die Stiftung für die Adliswiler Jugend, welche unter anderem das Kinderhaus Werd sponserte.

In all den Jahren an seiner Seite war Klaus Froeschs grosse Liebe Georgette, die er 1956 heiratete und mit der er drei Kinder hatte. In einem Interview mit der ZSZ anlässlich der diamantenen Hochzeit des Paares gestand Froesch, dass er sich gleich beim ersten Treffen mit Georgette anlässlich eines Balles in sie verliebt hatte. «Amors Pfeil hat mich mit voller Wucht getroffen. Ich wusste sofort, die wird meine Frau und sonst keine.»

Klaus Froesch sollte mit seiner Aussage recht behalten. Über 60 Jahre war das Paar verheiratet, durchlebte Höhen und Tiefen, blickte aber auf ein schönes und erfülltes gemeinsames Leben zurück. Im Interview im Jahr 2016 meinten Klaus und Georgette, sie seien froh und dankbar für jeden Tag, den sie noch gemeinsam verbringen durften. Neben seiner Frau und seinen Kindern hinterlässt Klaus Froesch sechs Enkelkinder.

Erstellt: 11.05.2018, 15:34 Uhr

Klaus Froesch. (Bild: pkg)

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